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Kluge Maschinen - Das Geschäft mit der künstlichen Intelligenz

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Während die großen deutschen Firmen beim Einsatz von künstlicher Intelligenz zögern, definieren eine Handvoll deutscher Startups die Szene neu - und sind bei Investoren begehrt.

Intelligenter Roboter
Intelligenter Roboter
Quelle: dpa

Es ist nicht leicht zu definieren, wo Künstliche Intelligenz (KI) beginnt. Ist ein "Smartphone" cleverer als ein normales Handy oder macht erst der Nutzer das Gerät "smart"? Spart die Autokorrektur mehr Zeit als Nerven? Und kann ein selbstfahrendes Auto, wenn’s brenzlig wird, so klug und besonnen reagieren wie ein Mensch? KI-Experten sind sich zumindest über die Definition einig: Intelligent ist Software dann, wenn sie lernt, Probleme selbständig zu lösen - statt neue zu verursachen. Soviel zur Autokorrektur.

Die Suche nach künstlicher Intelligenz ist nicht neu, hat aber in den letzten Jahren kräftig an Fahrt aufgenommen. Das liegt unter anderem daran, dass die Probleme, bei denen Menschen dringend Hilfe benötigen, so vielseitig und komplex geworden sind, dass sie ohne technische Hilfe kaum noch bewerkstelligt werden können. Stichwort "Verkehrsinfarkt", Fachkräftemangel in Krankenhäusern oder - wohl die gefährlicheste Baustelle der Menschheit - der Klimawandel.

KI gilt als Wachstumsmarkt der Zukunft

KI kann bei der Lösung globaler Probleme helfen. Und sie kann Produkte und Dienstleistungen verbessern - und wird deshalb von Wirtschaftsexperten als besonders "heiß" gehandelt. Die Marktforscher von PwC prognostizeren, dass bis zum Jahr 2030 der KI-Sektor 12,5 Billionen Euro zur Weltwirtschaft beitragen wird - das wären 14 Prozent des gobalen Bruttoinlandprodukts. 7,4 Billionen Euro gingen dabei auf das Konto der Verbraucher. 5,4 Billionen Euro sollen aus Produktivitätssteigerungen stammen. Natürlich stellt sich auch die Frage, ob KI zu Gunsten der Kunden und Kollegen eingesetzt wird - oder nur, um möglichst viele Mitarbeiter einzusparen.

Noch zögern deutsche Manager, KI in ihren Betrieben einsetzen. Eine Studie von Sopra Steria befragte 200 Führungskräfte, Geschäftsführer und Vorstände mittelständischer Firmen. Die Ergebnisse zeigen klare Zurückhaltung: 48 Prozent fürchten, dass unausgereifte Technologie zu Problemen führen könnte. Nur knapp die Hälfte wollen ihr Geschäfte so umstrukturieren, dass KI zum Einsatz kommt - erstmal in "unkritischen Bereichen" wie im Kundenservice, IT-Support und bei der Automatisierung von Geschäftsprozessen.

Die Großen zögern, die Kleinen preschen voran

Dass hinter erfolgreichen KI-Anwendungen nicht immer große Firmen mit Millionenbudgets stehen müssen, zeigt das deutsche Startup DeepL. Sie bieten mit "Linguee" ein kostenloses Onlinewörterbuch an, unter anderem für Englisch, Chinesisch und Japanisch. Die Gründer bastelten aus Experimentierfreude mehrere Monate an einem Übersetzungsprogramm, das auf neuronalen Netzen basiert. Es durchforstet das Internet nach Texten, die in zwei Sprachen vorliegen. Ein von Menschen trainierter Algorithmus bewertet die Satzpaare nach der Qualität der Übersetzung. Das Ergebnis ist so gut, das Googles Übersetzer "Translate" dagegen aussieht, als stamme er aus dem letzten Jahrhundert.

DeepL ist nicht die einzige Firma, die in Deutschland Durchbrüche in der KI verzeichnen kann. Etwa 100 deutsche Startups entwickeln Software, die Bilder erkennen, Prozesse und Texte automatisieren, Daten analysieren oder automatisch Software entwickeln. Sie sind derzeit bei Geldgebern höchst begehrt. Google, Intel, Twitter, Salesforce, Amazon und Microsoft investieren stark in in diesen Sektor. Es wird sich zeigen, ob das intelligente Entscheidungen waren.

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