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Blase an den Finanzmärkten - Börsencrash: Das musste ja so kommen

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Crash, Panik, Besinnung - die typischen Phasen der Börse. An den Aktienmärkten war wieder eine Blase entstanden. Nicht alle Sparer und Kleinanleger haben das mitbekommen.

Der Dow Jones ist am Wochenanfang so stark abgesackt wie noch nie. In Anlehnung an den "Black Friday" genannten Börsencrash von 1987 sprachen Experten von einem "dunkelgrauen Montag". Das wirkte sich auch auf den DAX aus.

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Minus 1.600 Punkte! Damit hätte man vor einigen Jahren den amerikanischen Börsenindex glatt auslöschen können. Das zeitweilige Rekordminus ist natürlich bei einem Punktestand von ungefähr 25.000 beeindruckend, aber nicht lebensgefährlich. In Prozent ausgedrückt kann man mit vier bis fünf Prozent Tagesverlust schon mehr anfangen.

Ungewöhnlicher Anstieg

Wessen Vermögen um so einen Wert abnimmt, und das über Nacht, der ist panikberechtigt. Allerdings hat niemand ernsthaft gewarnt, als es in den letzten Wochen doch ungewohnt steil bergauf ging mit dem Wert internationaler Aktien und natürlich auch in Deutschland. Stets war eine passende Begründung zur Hand: die Nullzinspolitik der EZB, die boomende Konjunktur, die Digitalisierung, die weltweite Geschäfte billiger und einfacher macht, und dann, wenn sich nichts mehr aufdrängte, die gute Börsenstimmung.

In die Gegenrichtung wiesen nicht viele Faktoren, und in der Tat haben sich in diesen Tagen (bis auf die Stimmung) auch keine nennenswerten Umstände geändert. Allenfalls ein recht unbedeutender: In den USA fürchteten maßgebliche Finanzfachleute plötzlich, dass die dortige Zentralbank ihren Kurs der moderaten Zinsanhebungen vielleicht beschleunigen könnte. Höhere Zinsen, das bedeutet für die Unternehmen höhere Kosten und für die Verbraucher vielleicht mehr Zurückhaltung beim Einkauf auf Pump, und damit wiederum geringere Unternehmensgewinne. Und schon hat man die Zutaten für einen pessimistischen Börsenausblick. Wenn sich zuvor dann noch die Aktienindizes schnell und drastisch in die Höhe bewegt haben, ist die "Korrektur", wie man es höflich nennt, natürlich tendenziell ebenfalls schnell und heftig.

Aussitzen wohl das Beste

Für Sparer, die in ihren unersprießlichen Geldanlagen wie Sparbücher und Tagesgeldkonten verharrt haben, mag es kurzfristig wie eine Bestätigung aussehen: Siehe da, den Stress mit der Börse habe ich mir erspart (die Gewinne allerdings auch). Börsen-Neulinge, in Deutschland allerdings immer noch eher rar, hat es nun insofern erwischt, als sie auf relativ hohem Niveau eingestiegen sind und nun natürlich von der Gegenbewegung voll getroffen werden.

Wer dem Rat gefolgt ist, nicht alles auf eine Karte zu setzen, nicht alle Eier in einen Korb zu legen, kann es vermutlich aussitzen. Ein wenig historisches Bewusstsein ist da nicht von Schaden: Die großen und drastischen Börsenabstürze, etwa 1989, dann um die Jahrtausendwende im Zuge der "Neuer-Markt"-Euphorie oder auch einige Jahre später während der Finanzkrise, muten heute wie kleine Zacken in der langen Aufwärtskurve des Börsenindex an.

DAX steht immer noch blendend da

Als diese Krisen ganz akut waren, fand es niemand, der es erlebte, besonders lustig. Und natürlich verloren große Anleger jeweils viel Geld. Man vergisst dann leicht, dass sie zuvor auch recht gut verdient haben - und solange die Gier jemanden nicht leichtsinnig macht, bleibt am Ende doch die Macht der Statistik: Auf Dauer erwirtschaftet man mit einem ausgewogenen Aktienportfolio jährliche Renditen von sechs bis acht Prozent - das ist der Lohn des Risikos, und ja, auch der Angst.

Bei aller Aufregung sollte man auch dieser Tage nicht vergessen: Der in Deutschland aussagekräftigste Aktienindex, der DAX, notiert heute in etwa da, wo er im vergangenen September stand. Und da war die Welt genauso in Ordnung oder Unordnung wie heute - und von Angst und Schrecken keine Spur. Selbst bei einem weiteren Verlust von mehr als 1.000 Indexpunkten hätte er lediglich das Niveau vom Februar 2017 erreicht, etwa 11.500 Punkte. Das galt vor einem Jahr als großartig.

Schließlich sollte man eines nicht vergessen: Hinter all den Bewertungszahlen stehen große Unternehmen und deren Wert. Der hat sich über Nacht aber kein bisschen verändert - die Börse übertreibt einfach mal nach oben oder unten, denn hier werden Hoffnung oder Furcht in Kurse umgesetzt. Das kann nicht ohne seltsame Auswüchse ablaufen. Nur wenn es dann passiert, sind doch alle überrascht - es ist das alte Lied, immer wieder neu.

Stichwort: Deutscher Aktienindex

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