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Das sagen die Spitzenkandidaten vor der Wahl

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Landtagswahl am Sonntag - Das sagen die Spitzenkandidaten vor der Wahl

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Am Sonntag wird in Sachsen der neue Landtag gewählt. Die Spitzenkandidaten der großen Parteien haben im ZDF die wichtigsten Fragen beantwortet. Wer wofür steht - ein Überblick.

CDU-Kandidat Michael Kretschmer

Der amtierende Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) unterstreicht unter anderem seine klare Abgrenzung zur AfD. "Der AfD darf man keine Verantwortung für dieses Land übertragen. Das ist eine Partei, die immer weiter in den Rechtsextremismus abrutscht", sagte er.

Für ihn gehe es darum, wie sich Sachsen in den nächsten Jahren entwickeln könne. "Dass wir ein Land haben, was positiv gestaltet ist, wo der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt wird und nicht die Spaltung weiter vorangetrieben wird", sagt Kretschmer.

AfD-Kandidat Jörg Urban

AfD-Chef Jörg Urban bekräftigt dagegen, dass seine Partei anstrebe, stärkste politische Kraft in Sachsen zu werden. Gefragt nach möglichen Koalitionspartnern sagt er, in Kommunalparlamenten arbeiteten die anderen Parteien bereits mit der AfD zusammen.

Urban erklärt zudem, dass die AfD den Kohleausstieg ablehne. Deutschland lüge sich die Tasche voll, wenn es seine Kohlekraftwerke abschalte und danach grundlastfähigen Strom etwa aus Polen oder Tschechien importiere, wo er aus Kohle oder Atomkraft komme. Seine Partei wolle beides: einen Strukturwandel in der Lausitz und die Kohleverstromung erhalten.

Linke-Kandidat Rico Gebhardt

Rico Gebhardt (Die Linke) will mit der Stärkung des ländlichen Raums punkten. Hier solle der Staat präsenter sein. "Man braucht einen Ansprechpartner, damit man Dinge regeln kann. Man braucht auch einen öffentlichen Nahverkehr, in manchen Dörfern fährt kein Bus mehr", sagt Gebhardt.

Es gebe viele Probleme in Sachsen: Schulen würden geschlossen, Tante-Emma-Läden verschwinden – solche Dinge "nerven die Leute in Sachsen". Die Linke war lange zweitstärkste Kraft hinter der CDU, dieses Mal wird es dafür voraussichtlich nicht mehr reichen. Diese Position wird die Partei wahrscheinlich an die AfD verlieren. "Wir werden dann unsere Aufgabe finden und ich glaube, wir haben eine wichtige Rolle - auch in diesem sächsischen Landtag", sagt Gebhardt mit Blick auf den Wahlsonntag.

Grünen-Kandidatin Katja Meier

Katja Meier ist die Spitzenkandidatin der Grünen. Ihre Partei wolle Verantwortung für Sachsen übernehmen und das Land ökologischer, gerechter und vor allem weltoffener machen. Dafür werde die Partei wegen einer möglichen Koalition mit allen demokratischen Parteien sprechen, ausgeschlossen davon sei "selbstverständlich" die AfD.

Zum Kohle-Ausstieg sagte Meier, dass die Leute vor Ort in erster Linie Planungssicherheit bräuchten. Das betreffe die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die in der Braunkohle arbeiten, aber auch diejenigen, die Angst hätten, dass ihre Häuser, ihre Dörfer, ihre Kirchen abgebaggert werden. "Und auch denen wollen wir eine Sicherheit geben, weil wir ganz klar sagen: Die Kohle die da jetzt unter den Dörfern ist, die wird nicht mehr gebraucht", so Meier.

SPD-Kandidat Martin Dulig

Der amtierende Vizeministerpräsident Martin Dulig (SPD) will "kämpfen, kämpfen, kämpfen". Er will das Drittel der Menschen, das sich noch nicht entschieden hat, mobilisieren. Er kämpfe vor allem für die Zeit nach dem 1. September, für stabile Verhältnisse, damit man auch Gestaltungsmöglichkeiten für die nächsten Jahre habe.

Der Ausbau des Nahverkehrs und besseres Internet stünden auf der Wunschliste vieler Bürger weit oben. In Sachsen seien in den letzten fünf Jahren 700 Millionen Euro in ein Digitalpaket gesteckt worden. Dort werde der Glasfaserausbau inzwischen zu 100 Prozent gefördert. Jetzt müsse das aber umgesetzt werden. "Ich bin Zukunftsminister, nicht Minister des Zaubereiministeriums", so Dulig. Man habe den Ausbau angestoßen, die Umsetzung müsse nun folgen.

FDP-Kandidat Holger Zastrow

Für Holger Zastrow (FDP) ist die Zeit der starren Blöcke und festen Koalitionen vorbei. Direkt gefragt, ob er mit der AfD koalieren würde, antwortet er klipp und klar: "Nein. Nicht mit der AfD und nicht mit den Linken."

In der Flüchtlingsfrage verfolgt er einen pragmatischen Ansatz: Fachkräfte würden händeringend gesucht, ohne die Zuwanderung von qualifizierten Menschen werde es nicht gehen. Zastrow ist der Meinung, dass "viele von denen, die hier hergekommen sind ihr Lebensglück bei uns suchen". Diese Menschen würden das Land mögen und hier ihre Chance sehen. "Wenn die zu uns passen, wenn die unserer Kultur Respekt entgegenbringen, dann sind die auch willkommen", sagt Zastrow.

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