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Das wird an Ostern gefeiert - Mehr als Schokohase und Eier im Nest

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Warum darf an Karfreitag nicht getanzt werden? Was passiert, wenn man am Palmsonntag nicht aus dem Bett kommt? Wissenswertes über die Bedeutung von Ostern.

Archiv: Bunt bemalte Ostereier hängen an einem Strauch, aufgenommen am 11.04.2019
Bunt bemalte Ostereier hängen an einem Strauch.
Quelle: dpa

Palmsonntag

Mit dem Palmsonntag, dem letzten Sonntag der Fastenzeit, beginnt die vorösterliche Karwoche mit dem Osterfest als Höhepunkt des Kirchenjahrs. Christen gedenken an diesem Tag des Einzugs Jesu auf einem Esel in Jerusalem, der wie ein König gefeiert wurde. Ihm zu Ehren schwenkten die Menschen damals Palmzweige. Rund um den Palmsonntag haben sich schon früh verschiedene Bräuche entwickelt. Bereits seit dem 8. Jahrhundert werden die Ereignisse des Palmsonntags in Palmprozessionen aufwendig nachgestellt. Oftmals wird eine lebensgroße Christusfigur auf einem lebendigen oder auch hölzernen Esel, dem sogenannte "Palmesel", mitgeführt.

Es gibt aber auch noch andere "Palmesel": In vielen Familien gilt derjenige als "Palmesel", der am Palmsonntag als letzter aus dem Bett kommt. Ein weiterer Brauch in der katholischen Kirche ist die Palmweihe. Der Priester segnet dabei die mitgebrachten Palmzweige. Nach der Messe werden die geweihten Zweige mit nach Hause genommen. Sie sollen vor Unheil und Krankheit schützen. Da echte Palmzweige in Mitteleuropa nur schwer zu bekommen sind, werden für die Palmweihe meist andere grüne Zweige wie Palmkätzchen verwendet. In der evangelischen Kirche sind Prozessionen und Palmweihen an Palmsonntag dagegen nicht üblich.

Karwoche

Als Karwoche oder stille Woche wird die letzte Woche der Fastenzeit bezeichnet. Der Name Karwoche bzw. Trauerwoche leitet sich vom althochdeutschen Wort "kara" oder "chara" für "Kummer", "Klage" oder "Trauer" ab. Die Karwoche beginnt mit dem Palmsonntag und erstreckt sich über die eigentlichen Kartage Gründonnerstag und Karfreitag bis zum Karsamstag. Die Karwoche gilt in allen christlichen Konfessionen als die wichtigste Woche des Kirchenjahrs. Dabei wird in besonderer Weise dem Leiden, Sterben und der Auferstehung Jesu gedacht.

In der Karwoche gilt an bestimmten Tagen, insbesondere am Karfreitag, in vielen Bundesländern ein Tanzverbot. Clubs dürfen dann nicht geöffnet haben, um die Würde des Tages nicht zu schmälern. In manchen Bundesländern gilt das Verbot für das ganze Osterwochenende, in anderen müssen Clubs nur am Karfreitag geschlossen bleiben. Am lockersten sieht man es in Bremen. Dort gilt das Verbot nur am Karfreitag von 6 bis 21 Uhr. Am strengsten ist Hessen. Dort gilt das Verbot am Gründonnerstag von 4 bis 24 Uhr, am Karfreitag und -samstag ganztägig und am Ostersonntag und -montag von 4 bis 12 Uhr.

Karwoche: Sandsteinkreuz in Stoitzendorf, Österreich
Die Karwoche leitet sich vom althochdeutschen Wort "kara" für "Kummer", "Klage" oder "Trauer" ab.
Quelle: imago

Gründonnerstag

Mit dem Gründonnerstag beginnen die drei Tage von Leiden, Tod und Auferstehung Jesu. Die Kirche gedenkt hier besonders des letzten Abendmahls, das Jesus vor seinem Tod mit den Jüngern hielt. Der Gottesdienst an Gründonnerstag wird sowohl in der katholischen als auch in der evangelischen Kirche sehr feierlich gestaltet. Wenn die Messe vom letzten Abendmahl gefeiert wird, läuten während des Glorias sämtliche Glocken. Während der Kartage verstummen Glocken und Orgel aus Trauer über den Kreuzestod Jesu. Erst beim Gloria in der Osternacht ist das Glockengeläut wieder zu hören. Als Zeichen der Trauer werden am Gründonnerstag auch alle Decken und jeglicher Schmuck vom Altar entfernt.

Woher der Name "Gründonnerstag" kommt, ist nicht eindeutig geklärt und es gibt mehrere Theorien: Häufig genannt, jedoch nicht belegt, ist die Herleitung von den mittelhochdeutschen Wörtern "gronan", was so viel bedeutet wie "weinen" oder "wehklagen". Obwohl der Name Gründonnerstag nichts mit der Farbe Grün zu tun hat, wird in vielen Gegenden ein grünes Essen gekocht. Dieser Brauch geht mindestens bis ins 14. Jahrhundert zurück. Meist ist das eine Suppe aus mehreren grünen Kräutern, die Gesundheit für das ganze Jahr schenken soll.

Karfreitag

Am Freitag unmittelbar vor Ostern wird dem Leiden und Sterben Jesu am Kreuz gedacht. Der Karfreitag ist damit der Höhepunkt der Fastenzeit. In vielen Gemeinden finden an Karfreitag traditionelle Prozessionen statt oder es wird der Kreuzweg begangen. Am Nachmittag, meist um 15 Uhr zur Todesstunde Jesu, wird die Feier von dessen Leiden und Sterben gehalten. In der Gesellschaft ist der Tag oft in der Diskussion, weil er in Deutschland per Gesetz ein "stiller Feiertag" ist. Öffentliche Tanzveranstaltungen sind verboten.

Der Karfreitag wird schon seit dem frühen Christentum als ein besonderer Feiertag begangen, woraus sich zahlreiche Traditionen entwickelt haben. Weit verbreitet ist der Brauch, an Karfreitag Kreuzwegandachten zu halten. Dabei wird dem Leiden und Sterben Jesu in 14 Stationen von der Verurteilung durch Pilatus bis zur Grablegung gedacht. Karfreitag ist nach der Fastenordnung ein strenger Fasten- und Abstinenztag. An diesem Tag wird auf Fleisch verzichtet. Traditionell essen viele Menschen an diesem Tag einfache Speisen wie Kartoffeln mit Spinat und Ei oder natürlich Fisch, ausgenommen Edelfisch.

Ostersonntag: Osterkerze
Ostersonntag: Osterkerze
Quelle: imago

Osternacht und Ostersonntag

Ostern ist das wichtigste Fest der Christenheit. In der Osternacht wird in aller Welt die Auferstehung Jesu und damit ein zentrales Motiv des christlichen Glaubens gefeiert. Sie ist der Abschluss der Karwoche und wird entweder nach Einbruch der Dunkelheit am Karsamstag oder in den frühen Morgenstunden des Ostersonntages gefeiert. Ostern gehört zu den beweglichen Feiertagen und ist abhängig vom Frühlingsvollmond. Die Folge ist bekannt: Das Datum des Osterfestes ändert sich jedes Jahr. An einem lässt sich jedoch nicht rütteln: Ostern findet immer im März oder April statt.

Die Herkunft des Wortes Ostern ist nicht eindeutig: Vieles spricht für eine Ableitung vom altgermanischen "Austro", das heißt "Morgenröte", aber auch die germanische Frühlingsgöttin Ostara könnte die Namensgeberin für das Osterfest gewesen sein. Denn Christen wie Nicht-Christen verbinden mit Ostern die Freude auf den Frühling, auf Licht und Wärme. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich ein vielfältiges österliches Brauchtum entwickelt. Eine zentrale Rolle spielt bis heute das Osterei. Traditionen wie Osterfeuer werden ebenso gepflegt, wie der Osterspaziergang am Ostermontag, der auf den Emmausgang zurückgeht. Großer Beliebtheit erfreut sich seit dem 17. Jahrhundert auch der Osterhase.

Karfreitag: Prozession im ostsächsischen Görlitz
An Karfreitag finden in vielen Orten Deutschlands Prozessionen statt - so wie hier im ostsächsischen Görlitz.
Quelle: imago

Der Osterhase

Warum ausgerechnet der Osterhase die Ostereier bringt, ist nicht abschließend geklärt. Eine Theorie besagt, dass der Osterhase ein missratenes Osterlamm sein soll: Bäcker haben aus Teig ein Osterlamm geformt, das dann aber eher wie ein Hase aussah. In Byzanz war der Hase ein Symbol für Jesus, den Auferstandenen. Der Hase hat keine Augenlider, er "schläft" also nie - wie Jesus, der niemals entschläft. So oder so: Sicher ist nur, dass der Hase mit der griechischen Liebesgöttin Aphrodite in Zusammenhang gebracht wurde und als Fruchtbarkeitssymbol galt.

Osterhase aus Stroh in Gegenbach, Baden-Württemberg
In Byzanz war der Hase ein Symbol für Jesus, den Auferstandenen.
Quelle: imago

Das Osterei

Für die ersten Christen war das Ei ein Sinnbild für das Leben. Verstorbenen legte man ein Ei mit ins Grab und schon damals schenkte man sich an Ostern hart gekochte, rot gefärbte Eier. Theologen glauben, das Osterei symbolisierte das Grab Jesu. Außen hart, kalt und tot, trotzdem beinhaltet es Leben. Rot, die Farbe des Blutes, deutet schon von außen darauf hin. Eine andere Theorie: In der Fastenzeit war früher nicht nur Fleisch verboten, sondern auch Eier. Also hat man sie ganz einfach hart gekocht, um sie haltbar zu machen. Und am Ende der Fastenzeit - an Ostern - mussten diese dann natürlich auf den Teller.

Schon im Mittelalter wurden zu Ostern Eier hergegeben, allerdings nicht ganz freiwillig. Zu dieser Zeit war es Brauch, Eier an Ostern als Abgabe an Klöster, Grundherren oder Pfarrer zu entrichten, aber auch an Lehrer, Krankenhauspatienten oder Arme zu verschenken. Übrigens: Wer zum Osterfrühstück das feine Tafelsilber deckt, riskiert dabei unappetitliche Begleiterscheinungen. Denn Silber lässt Ostereier stinken. Gerät das Eiweiß mit Silber in Kontakt, beginnt das Ei zu stinken und nach Metall zu schmecken. Grund ist eine chemische Reaktion zwischen dem Silber und dem Eiweiß.

Ostereier
Für die ersten Christen war das Ei ein Sinnbild für das Leben.
Quelle: dpa
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