Sie sind hier:

ZDF-Sommerinterview - Merkel: "Diesel wird es noch viele, viele Jahre geben"

Datum:

Bundeskanzlerin Angela Merkel will vorerst an Autos mit Verbrennungsmotoren festhalten: "Den Diesel wird es noch viele, viele Jahre geben", sagte Merkel im ZDF-Sommerinterview. Wie viele genau - dazu macht Merkel keine konkreten Angaben. Auch bei den Alternativen bleibt die Kanzlerin vage.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will vorerst an Autos mit Verbrennungsmotoren festhalten: "Den Diesel wird es noch viele, viele Jahre geben", sagte sie im ZDF-Sommerinterview. Wie viele genau - dazu keine konkreten Angaben.

Beitragslänge:
21 min
Datum:

Cem Özdemir setzt die Messlatte für eine mögliche Koalition mit der Union hoch. Ohne das Ende des Verbrennungsmotors kein Schwarz-Grün, so der grüne Spitzenkandidat. Mit der Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel dürfte sich Özdemir in dieser Frage nicht so einfach verständigen. Denn Merkel will an Diesel und anderen Verbrennungsmotoren vorerst festhalten. „Ich habe von einer Brückentechnologie gesprochen und diese Brückentechnologie werden wir nicht Jahre brauchen, sondern ich würde sagen Jahrzehnte." An einer Stelle des ZDF-Sommerinterviews spricht Merkel sogar vom Ende des Jahrhunderts als möglichen Zeitpunkt.

Dominik Rzepka
Dominik Rzepka ist Redakteur im ZDF-Hauptstadtstudio Quelle: Koch/ZDF

Angesprochen auf die Forderung der Grünen sagt Merkel, die Union wolle die Menschen nicht verunsichern. "Wir brauchen moderne, umweltfreundliche Dieselautos." Ob das ein Bündnis mit den Grünen nach der Bundestagswahl in vier Wochen ausschließt - dazu keine klare Festlegung. Nur so viel: "Ich meine, jetzt kämpfen wir nicht um Koalitionen", so Merkel. Auch einen Dissens mit dem CSU-Chef sehe sie in dieser Frage nicht. Es gebe "viele Übereinstimmungen mit Horst Seehofer". Der CSU-Vorsitzende hatte in einem Interview eine "Hexenjagd auf den Dieselmotor" beklagt. Mit ihm gebe es keine Regierung ohne Bekenntnis zu Diesel- und Benzinautos. Auch eine Aussage, die Schwarz-Grün nicht gerade wahrscheinlich macht.

Merkel: Ziel von einer Millionen Elektroautos bis 2020 bleibt

Merkel sprach sich dafür aus, in moderne Alternativen zu investieren, etwa Elektromobilität. "Es ist unbestritten, dass das die Zukunft sein wird." Von dem Ziel, bis 2020 eine Millionen Elektroautos auf deutsche Straßen zu bringen, ist die Bundesregierung zwar weit entfernt. Dennoch halte sie an diesem Ziel fest, nannte das Ziel gleichzeitig aber "anspruchsvoll". Offenbar würden viele Menschen auch deswegen kein Elektroauto kaufen, weil die Ladeinfrastruktur noch nicht gut ausgebaut sei.

Vor dem Afrika-Gipfel am Montag mit Frankreich, Italien und Spanien, bei dem es erneut um Flüchtlinge gehen soll, stellt Merkel mehr Geld für die libysche Küstenwache in Aussicht. Ziel sei es, menschliche Bedingungen für die von der libyschen Küstenwache aufgegriffenen Flüchtlinge zu schaffen. Dafür benötigten die internationalen Organisationen rund 150 Millionen Euro in diesem Jahr. "Wir geben ungefähr 50 Millionen, im Augenblick reicht es noch, wir würden auch mehr geben", so Merkel.

Pro Asyl beklagt grausame Situation in Libyen

Die Menschenrechtsorganisation "Pro Asyl" kritisierte, dass in den Lagern Libyens eine "unvorstellbar grausame" Situation herrsche. "Den Flüchtlingen drohen dort Folter, Vergewaltigung und schwerste Menschenrechtsverletzungen", so Pro Asyl. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hatte zuletzt vor einer neuen Flüchtlingskrise in Deutschland und Europa gewarnt, weil wieder vermehrt Schutzsuchende an italienischen Häfen ankommen und sich das Land mit der Lage überfordert fühlt.

In der ARD hatte Schulz Merkel vorgeworfen, "abgehoben" und "entrückt" zu sein. Auf diesen Angriff reagierte Merkel gelassen. Sie freue sich auf den Schlagabtausch mit Schulz kommenden Sonntag während des TV-Duells. In Anlehnung an den Vorwurf, sie würde den Wahlkampf verweigern und den SPD-Kandidaten ignorieren sagte Merkel, sie stelle sich sehr wohl den Menschen, die dann bei der Bundestagswahl abstimmen könnten. Außerdem habe sie kein Problem damit, den Namen Martin Schulz in den Mund zu nehmen.

Folgen Sie Berlin direkt bei Twitter: @berlindirekt

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.