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ZDF-Sommerinterview - Merkel hält an Verbrennungsmotoren fest

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich gegen einen schnellen Kompletteinstieg in emissionsfreie Autos ausgesprochen. "Wir werden noch viele, viele Jahre Verbrennungsmotoren brauchen", sagte Merkel im ZDF-Sommerinterview. Wie lange genau - dazu machte Merkel keine Angabe.

Kanzlerin Angela Merkel bleibt in den Umfragen weiter deutlich vor ihrem Herausforderer Martin Schulz. Das zeigt das aktuelle ZDF-Politbarometer. Eine Mehrheit der Befragten hält die Bundestagswahl jedoch noch nicht für entschieden.

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Der Spitzenkandidat der Grünen, Cem Özdemir, macht das Ende des Verbrennungsmotors zur Koalitionsbedingung. Schwarz-Grün könnte das aber nach der Bundestagswahl in vier Wochen ausschließen. "Wir von der Union sagen, es hat keinen Sinn die Menschen zu verunsichern", sagte Merkel, angesprochen auf die Pläne der Grünen. "Wir brauchen moderne, umweltfreundliche Dieselautos", so Merkel. Auch Verbrennungsmotoren werde es noch viele, viele Jahre brauchen, so Merkel. Es sei falsch, eine konkrete Jahreszahl für einen Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor zu nennen.

Ein Bündnis mit den Grünen müsse das aber nicht unbedingt ausschließen. "Ich meine, jetzt kämpfen wir nicht um Koalitionen", so Merkel. Auch einen Dissens mit dem CSU-Chef sehe sie in dieser Frage nicht. Es gebe "viele Übereinstimmungen mit Horst Seehofer". Der CSU-Vorsitzende hatte in einem Interview eine "Hexenjagd auf den Dieselmotor" beklagt. Mit ihm gebe es keine Regierung ohne Bekenntnis zu Diesel- und Benzinautos.

Pro Asyl kritisiert Zustände in libyschen Lagern

Am Montag nimmt Merkel in Versailles an einem Vierer-Gipfel mit Frankreich, Italien und Spanien teil, bei dem es erneut um illegale Migration und Flüchtlinge gehen soll. Merkel beklagt eine "große illegale Migration in Richtung Italien." Seitens der Europäischen Union habe man sich verpflichtet, die Küstenwache auszubilden. Merkel stellte im ZDF-Sommerinterview mehr Geld für diese Aufgabe in Aussicht. Die Menschenrechtsorganisation "Pro Asyl" kritisierte, dass in den Lagern Libyens eine "unvorstellbar grausame" Situation herrsche. "Den Flüchtlingen drohen dort Folter, Vergewaltigung und schwerste Menschenrechtsverletzungen", so Pro Asyl.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hatte zuletzt vor einer neuen Flüchtlingskrise in Deutschland und Europa gewarnt, weil wieder vermehrt Schutzsuchende an italienischen Häfen ankommen und sich das Land mit der Lage überfordert fühlt. Auf den Schlagabtausch mit Schulz kommenden Sonntag während des TV-Duells freue sie sich, so Merkel. Sie habe auch kein Problem damit, den Namen Martin Schulz in den Mund zu nehmen.

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