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Daten und Fakten - Japan und der Walfang

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Nach über 30 Jahren nimmt Japan ab heute wieder offiziell die kommerzielle Jagd auf Wale auf. Wie hat sich der Walfang in Japan entwickelt und wo steht er heute?

Harpunierter Wal an Bord eines japanischen Walfangschiffes
Harpunierter Wal an Bord eines japanischen Walfangschiffes
Quelle: dpa

Japan tritt aus der Internationalen Walfangkommission (IWC) aus und ist somit formal ab heute, dem 1. Juli, nicht mehr an das seit 1986 geltende Walfang-Moratorium gebunden. Die kommerzielle Jagd in seinen territorialen Gewässern und exklusiven Wirtschaftszonen wird offiziell wieder aufgenommen. Die bisherige Jagd zu offiziell wissenschaftlichen Zwecken in der Antarktis will das Land allerdings komplett einstellen. Seit 1951 war Japan Mitglied der IWC - Daten und Fakten im Überblick.

Internationale Walfangkommission und Moratorium

Walfang weltweit

Seit Inkrafttreten des Moratoriums gingen die Zahlen des Walfangs weltweit deutlich zurück, erreichen aber ab den 90er-Jahren wieder einen Anstieg. Island und Norwegen erkennen das Walfang-Verbot nicht mehr an und betreiben offen kommerziellen Walfang.

Die traditionelle Jagd wird von Urvölkern durchgeführt – wie etwa die Inuit in Grönland und Kanada. Sie bildet eine Ausnahme im Moratorium. Es werden nur wenige Tiere, die sie zum Lebensunterhalt brauchen, erlegt.

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Vergleicht man die Zahlen vor und nach Beginn des Moratoriums, ist insgesamt ein deutlicher Rückgang der gefangenen Wale zu verzeichnen:

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Walfang in Japan

Walfang in Japan

Ab 1986 wurden in Japan Wale offiziell nur noch zu wissenschaftlichen Zwecken gefangen. Eine Vielzahl dieser Wale wurde jedoch getötet. Dennoch ist zu sehen, dass die Zahlen der getöteten Wale insgesamt seit Beginn des Moratoriums deutlich zurückgingen.

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Aktuelle Zahlen und die Werte vor Beginn des Moratoriums im direkten Vergleich:

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Japanischer Walfänger

Wissenschaftlicher Walfang

Die Jagd auf Wale für wissenschaftliche Zwecke findet in Japan unter Aufsicht des japanischen Walforschungsinstituts (ICR) statt, welches mit Regierungsgeldern unterstützt wird. Im Jahr 1987, also kurz nach Beginn des Walfang-Moratoriums, startete Tokio das Forschungsprogramm JARPA, weitere Forschungsprogramme folgten. Im Folgenden die Zahlen der Walfang-Subventionen der japanischen Regierung zwischen 1987 und 2012:

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Nach dem großen Tōhoku-Erdbeben am 11. März 2011 wurden die Subventionen deutlich erhöht - mutmaßlich aus dem Fonds für den Wiederaufbau der zerstörten Teile Japans.

Der durch die Steuerzahler hoch subventionierte wissenschaftliche Walfang steht unter vielfacher Kritik. Eine Umfrage aus dem Jahr 2012 zeigt die öffentliche Meinung der japanischen Bevölkerung dazu:

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Bedeutung des Walfangs in der Vergangenheit und heute

Die Walfang-Tradition in Japan reicht gar nicht so lang zurück: Erst ab den 1940er-Jahren wurden Wale im kommerziellen Stil gejagt, um die Proteinversorgung der Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg zu gewährleisten.

Japans 'große Kultur' des Walfleischkonsums ist eine erfundene Tradition, die nur ca. 20 Jahre anhielt: vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis Anfang der 1960er.
Jun Morikawa aus "Whaling in Japan: Power, politics and diplomacy", Hurst & Co. 2009

Seit Beginn des Moratoriums 1986 sind die Walfang-Zahlen deutlich zurückgegangen. Allerdings hat Japan nie wirklich aufgehört, mit Walfleisch zu handeln. Auch wenn offiziell für wissenschaftliche Zwecke gejagt wird, gelangen jährlich bis zu 5.000 Tonnen Walfleisch nach der angeblichen Beforschung in den Verkauf.

Pro Kopf isst ein Japaner heutzutage durchschnittlich ca. 50 g Walfleisch im Jahr. Das Fleisch wird eher von älteren Menschen konsumiert – von der Jugend wird es zunehmend verschmäht.

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Allgemein geht die Tendenz in der japanischen Ernährung mehr zu Fleisch. Seit den 1960er Jahren, als Walfleisch in Japan boomte, hat sich die Zahl des Fleischkonsums versechsfacht, der Fischverzehr ist hingegen etwas zurückgegangen:

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Auch wenn die Bedeutung des Walfangs objektiv nicht mehr so hoch ist: Das Thema erhitzt die Gemüter. Die Kritik am Walfang wird als Angriff auf die japanische Kultur gewertet, man möchte sich vom Ausland nichts diktieren lassen. Tokio beklagt zudem seit vielen Jahren, dass es einigen Mitgliedsländern der IWC nur um Walschutz gehe. Die ursprüngliche Aufgabe der IWC sei aber die Erhaltung der Bestände und die nachhaltige Nutzung der Walressourcen.

Es sei "nicht möglich in der IWC, eine Koexistenz von Staaten mit unterschiedlichen Sichtweisen" zu erzielen, begründete Japans Regierungssprecher den Beschluss zum Austritt aus der Kommission.

Dennoch werde sein Land weiter einer internationalen Kooperation für ein angemessenes Management maritimer Ressourcen verpflichtet sein. Japan will künftig als Beobachter den Beratungen der IWC beiwohnen.

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