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Datenaffäre - Cambridge Analytica suspendiert Chef

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In der Affäre um millionenfach angezapfte Profile von Facebook-Nutzern hat die Firma Cambridge Analytica Konsequenzen gezogen: Firmenchef Alexander Nix wurde suspendiert.

Alexander Nix, Geschäftsführer von Cambridge Analytica, am 20.03.2018 in London (Großbritannien)
Alexander Nix - Geschäftsführer von Cambridge Analytica Quelle: reuters

Alexander Nix werde bis zu einer vollständigen, unabhängigen Untersuchung mit sofortiger Wirkung von seiner Aufgabe entbunden, teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit.

Die britische Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica hat laut Medienberichten Profile von mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzern angezapft - ohne deren Erlaubnis. Die für das Wahlkampfteam des späteren US-Präsidenten Donald Trump tätige Firma soll mithilfe der Daten psychologische Profile erstellt haben, um Wähler mit Anzeigen und Geschichten mit bestimmten Botschaften anzusprechen. Letztlich soll Cambridge Analytica so Einfluss auf deren Wahlverhalten genommen haben.

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Die britische Firma erklärte, an die Informationen sei sie über einen Auftragnehmer gekommen, der sich vertraglich zur Einhaltung von Datenschutzgesetzen verpflichtet habe. Keinerlei Daten davon seien bei der Trump-Kampagne benutzt worden. Gegen Cambridge Analytica laufen britische Ermittlungen wegen des Umgangs der Firma mit den persönlichen Daten von Facebook-Nutzern.

Pikantes Video

Der Fernsehsender Channel 4 hatte am Dienstag ein pikantes Video veröffentlicht, das die Affäre um Cambridge Analytica weiter befeuerte. Darin sagt Geschäftsführer Alexander Nix, dass seine Firma heimlich Agenten dabei aufnehmen könne, wie sie Politikern unerlaubte Wahlkampffinanzierungsdeals anböten.

Zudem könne Cambridge Analytica "Mädchen zum Haus eines Kandidaten" schicken, um kompromittierende Videos zu machen. Channel 4 berichtete, sein Reporter habe sich als reicher Geschäftsmann aus Sri Lanka ausgegeben, der vermeintlich am Kauf der Firma interessiert gewesen sei.

Nix teilte in einer Stellungnahme auf der Internetseite des Unternehmens mit, er bedauere seine Rolle bei dem Treffen. Cambridge Analytica verleite nicht zu strafbaren Handlungen, besteche nicht, nutze keine Sexfallen und kein unwahres Material, versicherte Nix.

Das Unternehmen war am Wochenende von Facebook ausgesperrt worden. Cambridge Analytica habe unrechtmäßig erhaltene Nutzerdaten entgegen früheren Zusicherungen nicht gelöscht, erklärte das Online-Netzwerk zur Begründung.

Facebook gerät unter Zugzwang

Auch Facebook ist durch die Datenaffäre massiv unter Druck geraten. Rufe nach einer stärkeren Regulierung werden lauter. Das weltgrößte soziale Netzwerk sieht sich schon länger Kritik ausgesetzt, den Datenschutz zu lax zu betreiben.

Anleger zeigten sich verunsichert. Sie befürchten schärfere Auflagen für Facebook, die es dem Konzern erschweren könnten, seine Werbemaschinerie am Laufen zu halten. Die Facebook-Aktie setzte am Dienstag ihre Talfahrt fort und büßte an der Wall Street mehr als sechs Prozent ein, nachdem sie zu Wochenbeginn bereits fast sieben Prozent verloren hatte. Mit zuletzt 162,16 Dollar markierten die Papiere den niedrigsten Stand seit September vorigen Jahres.

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