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Air-Berlin-Tochter - Übernahme geplatzt: Niki stellt Betrieb ein

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Die Fluggesellschaft Niki stellt den Flugbetrieb ein. Nach der gescheiterten Übernahme durch die Lufthansa beantragte die klamme Air-Berlin-Tochter Insolvenz.

Die Lufthansa zog ihr Angebot für Niki zurück. Das Unternehmen beantragte die Insolvenz.

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Die Fluggesellschaft Niki stellt ab sofort den Flugbetrieb ein. Das teilte die Air-Berlin-Tochter am Mittwochabend mit. Die österreichische Airline beantragte zudem die Insolvenz. Ein entsprechender Antrag sei eingegangen, sagte eine Gerichtssprecherin. Das Amtsgericht Charlottenburg prüfe das nun.

Die Lufthansa hatte zuvor ihr Übernahmeangebot für Niki zurückgezogen. Grund sei, so die Fluggesellschaft, dass eine schnelle Freigabe des Deals durch die EU-Kommission nicht zu erwarten sei. Der im Oktober geschlossene Kaufvertrag könne nicht vollzogen werden. Die insolvente Muttergesellschaft Air Berlin sucht zwar weiter nach einem Käufer für Niki. Allerdings hielt sich die österreichische Tochter zuletzt nur noch mit Finanzspritzen der Lufthansa in der Luft.

1.000 Jobs auf der Kippe

"In Sachen Niki braucht es eine Lösung, die möglichst viele heimische Arbeitsplätze sichert und gerade jetzt, in der anstehenden Reisezeit rund um Weihnachten, Chaos für die Kundinnen und Kunden vermeidet", sagte ein Sprecher des österreichischen Verkehrsministeriums. Arbeitnehmervertreter riefen zu Krisengesprächen auf: Mit Blick auf die gefährdeten 1.000 Jobs müsse es rasche Lösungen geben, um die Flugzeuge in der Luft zu halten, sagte Johannes Schwarcz von der Gewerkschaft Vida.

Der frühere Rennfahrer und Unternehmer Niki Lauda meldete bereits Interesse an der einst von ihm gegründeten Airline an: "Ich bin interessiert und würde mich darum kümmern", sagte er der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Demnach will er die Airline aus der Pleite heraus übernehmen. Der nächste Schritt sei die Insolvenz, sagte Lauda. Das sei dann eine neue Situation und er stehe bereit. Lauda hatte schon zuvor im Rahmen einer Bietergemeinschaft Interesse an der Air-Berlin-Tochter signalisiert, war aber gescheitert.

Niki-Pleite: Fragen und Antworten

Bund: Versuchen, den Schaden in Grenzen zu halten

Die Bundesregierung hatte sich zuvor enttäuscht über das Scheitern der Lufthansa-Übernahme geäußert: "Die Entscheidung der EU-Kommission in punkto Niki bedauern wir sehr", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Die Regierung hätte sich eine einvernehmliche Lösung zwischen Brüssel und der Lufthansa gewünscht. Denn alternative Käufer für Niki "standen und stehen bis heute nicht zur Verfügung, trotz allerlei öffentlicher Ankündigungen und intensiven Bemühens des Generalbevollmächtigten von Air Berlin". Die Folge sei die Insolvenz.

Das Scheitern des Deals kostet den Bund womöglich Millionen. "Durch den unerwarteten Ausfall der Erlöse aus dem Niki-Verkauf kann der vom Bund verbürgte Kredit der KfW an Air Berlin möglicherweise nur zum Teil zurückgezahlt werden", so Seibert weiter. Es geht um ein Darlehen von 150 Millionen Euro, das der Bund Air Berlin gewährt hatte, um den Flugbetrieb vorübergehend aufrechtzuerhalten. Der Bund werde alles tun, um den Schaden für den Steuerzahler in Grenzen zu halten, ergänzte der Regierungssprecher.

"Ziemlich starke Wettbewerbsbedenken"

Mit dem Verzicht auf Start- und Landerechte hatte die Lufthansa versucht, die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der EU-Kommission gegen die Air-Berlin-Teilübernahme zu zerstreuen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte für den Fall eines Scheiterns der Niki-Übernahme einen "Plan B" angekündigt. Er sehe vor, die Lufthansa-Tochter Eurowings in der gleichen Größenordnung von rund 20 Flugzeugen aus eigener Kraft wachsen zu lassen. Die EU-Kommission hatte erst am Freitag bekräftigt, dass Lufthansa auf einigen Strecken ein Monopol haben könnte und sich sehr skeptisch zum Deal geäußert. "Wir haben ziemlich starke Wettbewerbsbedenken", sagte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager in Brüssel.

"Die Air-Berlin-Gruppe prüft derzeit Verwertungsalternativen für die Niki Luftfahrtgesellschaft GmbH", betonte Air Berlin nach dem Rückzieher der Lufthansa in einer Pflichtmitteilung für die Börse. Air Berlins Generalbevollmächtigter Frank Kebekus hatte noch am Dienstag mitgeteilt, Lufthansa sei der einzige zuverlässige Kaufinteressent für Niki. Interesse an einem Kauf hatten in den vergangenen Monaten auch Thomas Cook (Condor) und der British-Airways-Mutterkonzern IAG gezeigt.

Lufthansa hatte sich im Oktober mit der insolventen Air Berlin darauf geeinigt, Niki und die andere Air-Berlin-Tochter LGW für insgesamt 210 Millionen Euro zu übernehmen. Am Erwerb der LG Walter will die Lufthansa weiter festgehalten, teilte das Unternehmen mit. Der Kauf steht aber ebenfalls unter kartellrechtlichen Vorbehalten der EU-Kommission. Der Kaufpreis von 18 Millionen Euro sei noch Gegenstand erneuter Verhandlungen und solle im Wesentlichen zur Tilgung des von der KfW an Air Berlin gewährten Massekredits verwendet werden.

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