Sie sind hier:

Kundgebungen geplant - "Kein ganz normaler Samstag" in Chemnitz

Datum:

Friedensgruppen, AfD, Pegida - in Chemnitz sind wieder mehrere Demonstrationen geplant. Die Polizei wappnet sich. ZDF-Korrespondent Bewerunge berichtet aus der Stadt.

"Dass das vielleicht kein ganz normaler Samstag ist, sieht man an dem Karl-Marx-Denkmal, wo gerade eine Gruppe ein Plakat angebracht hat 'Chemnitz ist weder grau noch braun'. Es ist das Motto des Konzerts gegen rechts am Montag", berichtet ZDF-Korrespondent Michael Bewerunge.

In Chemnitz finden heute Demonstrationen gegen Fremdenfeindlichkeit, aber auch Proteste von Rechtsextremen statt. ZDF-Korrespondent Michael Bewerunge über die derzeitige Stimmung in der Stadt.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Heute werde es verschiedene Demonstrationen geben. Eine von Friedensgruppen, von SPD und Grünen und von Pro Chemnitz. "Da wird man sehen: Werden sich wieder gewaltbereite rechte Demonstranten darunter mischen und werden sich wieder so viele Chemnitzer dieser Demonstration anschließen?", fragt Bewerunge.

Am Abend sei ein Trauermarsch der AfD geplant, die versuche, "diesen Protest der Straße einzusammeln und für sich zu gewinnen", so Bewerunge.

Demoauftakt am Vormittag

Schon am Vormittag haben rund zwei Dutzend Menschen am Roten Turm in Chemnitz für Vielfalt und friedliches Miteinander demonstriert. Unter dem Motto "Chemnitz bunt statt braun" sprachen und diskutierten Vertreter verschiedener Friedensgruppen mit Passanten. Die Polizei war zurückhaltend im Stadtgebiet auf Streife, sie bezeichnete die Lage am Vormittag als weiterhin ruhig.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Der Sockel des Karl-Marx-Kopfes im Zentrum der Stadt war über Nacht auch mit bunten Papierherzen beklebt worden. Dort wollen die rechtspopulistische Bürgerbewegung Pro Chemnitz, die Alternative für Deutschland (AfD) und das ausländerfeindliche Bündnis Pegida am Nachmittag eine Kundgebung abhalten, zu der auch Thüringens AfD-Chef Björn Höcke erwartet wird.

Polizei breit aufgestellt

Ein breites Bündnis aus rund 70 Vereinen, Organisationen und Parteien hat unter dem Motto "Herz statt Hetze" zu Versammlungen ab dem Vormittag aufgerufen. Mehrere prominente Politiker wie die Parteichefin der Grünen, Annalena Baerbock, haben sich angesagt. Die Polizei ist im Großeinsatz, sie geht von einer Gesamtteilnehmerzahl im unteren fünfstelligen Bereich bis zum Abend aus.

Nach der tödlichen Messerattacke auf einen 35-jährigen Deutschen vor knapp einer Woche beim Stadtfest war es an mehreren Tagen zu Demonstrationen und Ausschreitungen in der Industriestadt gekommen. Auch der Hitlergruß wurde gezeigt. Am provisorischen Gedenkort, wo Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) am Freitag Blumen niedergelegt hatte, stand am Samstagmorgen ein Holzkreuz in der Mitte - mit Trauerflor und Rosen.

Maas: "Entschlossen für Demokratie eintreten"

Als Tatverdächtige sitzen ein Iraker und ein Syrer in Untersuchungshaft. Dem Verwaltungsgericht Chemnitz zufolge hätte der Iraker im Mai 2016 nach Bulgarien abgeschoben werden können. Dies sei aber nicht vollzogen worden, weshalb die Überstellungsfrist von sechs Monaten abgelaufen sei. Auch soll er gefälschte Personaldokumente besessen haben.

Außenminister Heiko Maas rief vor den erneuten Demonstrationen und anlässlich des 79. Jahrestages des Beginns des Zweiten Weltkrieges zu einem entschlossenen Eintreten für Demokratie auf. "Vor 79 Jahren begann der 2. Weltkrieg. Deutschland brachte unvorstellbares Leid über Europa", schrieb der SPD-Politiker bei Twitter. "Wenn heute wieder Menschen mit Hitlergruß durch die Straßen ziehen, bleibt unsere Geschichte Mahnung und Auftrag, entschlossen für Demokratie einzutreten. #Chemnitz #herzstatthetze #C0109".

Bundesjustizministerin Katarina Barley warnte vor einer sich verschärfenden Missachtung des Rechtsstaates in Deutschland. "Für die Errungenschaften unseres Rechtsstaates, gerade vor dem Hintergrund unserer Geschichte, dafür müssen wir alle einstehen", sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Mit Blick auf die Ereignisse in Chemnitz mahnte sie die sächsischen Behörden, dass es Konsequenzen für alle Täter geben müsse.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.