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Aktivistin Thunberg rügt EU-Politiker - "Wie verzogene Kinder"

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Zehntausende junge Menschen demonstrieren in Brüssel fürs Klima, und Klimaschutz-Ikone Greta Thunberg trifft Jean-Claude Juncker. Bilanz eines ungewöhnlichen Tages in Brüssel.

Greta Thunberg trifft Jean-Claude Juncker am 21.02.2019 in Brüssel
Greta Thunberg trifft Jean-Claude Juncker
Quelle: picture alliance/ZUMA Press

Donnerstag ist Demo-Tag - zumindest in Brüssel. Seit einigen Wochen schwänzen dort, wie auch in vielen anderen Städten Europas, Kinder und junge Menschen die Schule oder die Uni und gehen auf die Straße. So wollen sie auf den Klimawandel und seine fatalen Folgen aufmerksam machen - und vor allem aber die Mächtigen, die Politiker und Entscheider wachrütteln und zum Handeln bewegen. 

Greta ist da!

Gerade ist allerdings kein gewöhnlicher Demo-Donnerstag. Greta ist da! Aber nicht nur Greta, auch jede Menge andere junge Aktivisten aus der gesamten EU, die in ihren Heimatländern die Massen mobilisiert haben. 

Aus Deutschland steht Luisa Neubauer an Gretas Seite. "Wir zeigen gerade, dass uns Ländergrenzen egal sind. Und obwohl einige alte Politiker sich davon abschrecken lassen, macht uns das nichts. Und wir zeigen gerade, dass unsere internationale Bewegung riesig groß und mächtig und nicht mehr zu stoppen ist“, sagt Neubauer vor der Demo am Rande einer Veranstaltung des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses.

Ein Paradigmenwechsel?

Dazu waren auch die jungen Aktivisten eingeladen - der Grund, warum die Demo später startete. Greta Thunberg hält eine kurze Rede. Wie gewohnt findet sie darin klare Worte: "Wenn Sie nichts tun und hoffen, dass alles gut wird, dann verhalten Sie sich wie verzogene Kinder", spricht die junge Ikone des Klimaschutzes in den Saal, in dem Presse und Politik-Promis sitzen und zuhören.

EU-Kommissionspräsident Juncker spricht unmittelbar nach Greta, erkennt den Aktivismus der jungen Leute an, erzählt, dass er früher selbst auch demonstriert habe - wenn auch, ohne die Schule zu schwänzen. Ziel für die Zukunft, so Juncker, solle es sein, "jeden vierten Euro des EU-Etats für den Klimaschutz auszugeben. Das ist ein Paradigmenwechsel“.

Doch ob aus Worten auch Tatsachen werden, bleibt an dieser Stelle offen. Zweifel und ein Stück weit Ernüchterung ist den jungen Aktivisten bei Junckers Worten anzusehen. Später wird Luisa Neubauer denn auch sagen: "Es war deutlich inspirierender, heute auf den Straßen zu sein, als in der Kommission, wo viele warme Worte um sich geworfen werden, aber nichts wirklich passiert."  

"Wir sind heißer als das Klima!"

Und genau so ist es: Inspirierte und inspirierende Menschen sind zu diesem Termin auf Brüssels Straßen in Massen zu sehen. Selbstgemalte Plakate, angemalte Gesichter, kesse Parolen: "Wir sind heißer als das Klima“. Das ist einer der Sätze, die zwischen Gare du Nord und Gare du Midi in Brüssel immer wieder fallen.

Greta Thunberg ist die eigentliche Gründerin der jungen Klimabewegung. Seit letztem Sommer schwänzt sie regelmäßig die Schule, um vor dem Schwedischen Reichstag zu demonstrieren. Mehrere Hunderttausend Aktivistinnen und Aktivisten weltweit haben sich ihr bereits angeschlossen.

Als Greta den Startpunkt der "Youth for Climate"-Demonstration erreicht, ist die Aufregung groß: Die Menge feiert sie, jubelt ihr zu, die Kamera-Teams und Journalisten stürzen sich regelrecht auf sie.

7.500 Demonstranten in Brüssel

Bemerkenswert: Auch Kinder im Grundschulalter demonstrieren mit, die auf selbstgebastelten Trommeln gegen CO2-Emissionen, gegen die globale Erwärmung und für ihre Zukunft werben. 7.500 junge Klima-Aktivisten sind laut Brüsseler Polizei auf den Straßen unterwegs. Und sie bringen auch ihre Wut zum Ausdruck: "Was wollen wir? Klimagerechtigkeit? Wann wollen wir sie? Jetzt!"

Aber: Die Bewegung ist in den letzten Wochen von verschiedenen Seiten immer wieder kritisiert worden. Neubauer schreibt darüber heute auf ihrem Instagram-Profil: "Es ist komisch, wie die Welt inzwischen damit beschäftigt ist, sich über Greta und über junge Klimaaktivisten anderer Länder zu unterhalten. Darüber, wie viele der sogenannten Klima-Anführer Mädchen sind. Über die Art und Weise, wie wir reisen. Über die Kleidung, die wir tragen. Darüber, welches Obst wir essen, über die Berufe unserer Eltern. Sie reden über unsere Pläne für die Zukunft, sorgen sich um unsere Bildung und sagen, wie nett doch unser politisches Engagement sei. Und das einzige, worüber wir reden wollen, ist die Klima-Krise."

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