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Demonstration in München - #miahamssatt: Viel Kritik an CSU-Umweltpolitik

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Ein breites Bündnis ruft in München zu einer Demo gegen die Landwirtschafts- und Umweltpolitik der CSU. Es kommende doppelt so viele Menschen wie erwartet.

Demonstranten in München
Demonstranten in München Quelle: Korbinian Bauer

Hühner recken ihre kahlen Hälse aus den vergitterten Fenstern eines Traktorenanhängers. Ein Betonungetüm schnappt mit seinen Zähnen nach Bäumen und Blüten. Doch das ist nicht das Oktoberfest. Das sind Symbole für die Gier und den Hunger der ständigen wachsen wollenden Wirtschaft. Diesen Hunger haben die Demonstranten satt. Die Motivwagen und Verkleidungen zeigen Artensterben und Massentierhaltung - mitten in einer Art bayerischem Idyll aus weiß-blauem Himmel und Sonnenschein auf dem Münchener Königsplatz. Tausende haben sich hier versammelt.

"Wir haben befürchtet, dass wir alleine hier stehen werden", sagen die Organisatoren, "denn Bayern geht es ja gut." Und trotzdem zählen die Veranstalter gegen Nachmittag rund 18.000 Demonstranten - fast doppelt so viele wie ursprünglich erwartet. Ein breites Bündnis aus 86 Vereinen und Verbänden hatte zu der Demonstration aufgerufen, um gegen Flächenfraß, industrielle Landwirtschaft und die dritte Startbahn am Münchner Flughafen zu protestieren.

Demonstranten in München
Demonstranten in München Quelle: Korbinian Bauer

Unterstützung bekommt die Demo auch von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e. V. (AbL). Gut 15 Traktoren, Anhängern und Unimogs führen den Demonstrationszug an, als er sich gegen 14 Uhr am Königsplatz in Bewegung setzt. Der 33-jährige Markus Buchner läuft in voller Imker-Montur mit. Als Hobby-Bienenzüchter ist ihm das Insektensterben ein besonderes Anliegen: "Das wirkliche Problem sind ja nicht nur die Bienen sondern die ganzen Insekten, bei denen man es nicht merkt, außer, wenn sie an der Windschutzscheibe kleben." Der Zug schlängelt sich weiter Richtung Odeonsplatz, dann die Ludwigsstraße hinunter und dann über die Pinakotheken zurück. "Schade ist nur, dass die CSU wieder sagen wird, dass da heute nur Spinner bei der Demo waren", sagt Buchner.

Demonstranten: CSU verantwortlich für Missstände

Eine Woche vor den Landtagswahlen in Bayern sind sich Demonstrierende und Redner weitestgehend einig: Für die Missstände und Landwirtschaft und Umweltschutz ist vor allem die CSU verantwortlich. Die habe mit Alexander Dobrindt und Andreas Scheuer gleich zwei Verkehrsminister nach Berlin geschickt, denen der Schutz der Autoindustrie wichtiger sei als eine nachhaltige Verkehrspolitik. Obendrein habe man durch den ehemaligen Landwirtschaftsminister Christian Schmidt das Verbot von Glyphosat um Jahre verzögert. "Ist die CSU eigentlich da", fragt die Moderatorin Susanne Plassmann. Stille. "Für die wär das hier ja eigentlich".

Demonstranten in München
Markus Söders Pläne für ein bayerisches Raumfahrtprogramm kam bei den Demonstranten nicht so gut an. Quelle: Korbinian Bauer

Während der Abschlusskundgebung der Miahammssatt-Demo gibt es noch einige Ratschläge an die CSU Spitze. AbL-Chefin Gertrud Gafur empfiehlt zum Beispiel Markus Söder bei drohender Arbeitslosigkeit nach der Landtagswahl, es doch einmal in Kamerun als Zwiebelbauer zu probieren. Bis dorthin, so die Berchtesgadenerin, würden Landwirte nämlich unter der gegenwärtigen Agrarpolitik leiden. Statt der Förderung der bäuerlichen Landwirtschaft werden immer noch hauptsächlich die Großbetriebe subventioniert. Gafur fordert: "Wir Bauern müssen alle von unserer Arbeit leben können."

Den Verbrauchern die Schuld zuzuschieben hält Gafur außerdem für falsch. Denen würden wichtige Informationen vorenthalten werden: "Die CSU scheut eine eindeutige Kennzeichnung von Lebensmitteln wie der Teufel das Weihwasser." Richard Mergner, Landesvorsitzender des Bund Naturschutzes, fordert von der Staatsregierung sich an die die bayerische Verfassung zu halten und zitierte Artikel 151: "Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl."

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