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Ob alt oder jung - Tausende sind auf der Straße

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Proteste in Hongkong - Ob alt oder jung - Tausende sind auf der Straße

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In Hongkong sind erneut Tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Regierung zu protestieren. Am Flughafen setzen die Aktivisten ihren dreitägigen Sitzstreik fort.

Proteste in Hongkong
Am Flughafen setzen die Aktivisten ihren dreitägigen Sitzstreik fort.
Quelle: ap

In Hongkong haben zahlreiche Menschen auf mehreren Kundgebungen gegen die Regierung demonstriert. Den zweiten Tag in Folge besetzten Hunderte Demonstranten die Ankunftshalle des Flughafens der Millionenmetropole. Bereits am Freitag hatten dort rund 1.000 Menschen friedlich protestiert, kein Flug wurde dadurch beeinträchtigt.

Auch Ältere und Familien gehen auf die Straße

Während die seit Juni anhaltenden Proteste anfangs vor allem von Studenten getragen wurden, schließen sich inzwischen viele Ältere an. "Wir sind sehr zornig, dass die Polizei unsere jungen Leute festgenommen hat", sagte eine Frau in ihren 60ern. Sie sei zur Kundgebung gekommen, weil sie sich wegen der zunehmenden Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten Sorgen mache. Die Demonstranten hätten nur versucht, sich gegen die Polizeigewalt zu schützen, sagte sie.

Wir kämpfen für die Rechte, die Kinder haben sollten
Faye Lai, Demonstrantin

Und auch viele Eltern und Kinder gingen am Samstag auf die Straße: Mit Ballons und Kinderwagen bewaffnet verliehen hunderte Familien ihrer Unterstützung für die Demonstranten Ausdruck. Bei dem farbenfrohen und friedlichen Protest wurden unter anderem Flugblätter mit ABC-Lerntafeln verteilt: Darauf stand etwa "D" für Demonstration oder "P" für Protest.

Hong Kong Proteste - Familien
Hunderte Familien haben die anhaltenden Proteste in Hongkong unterstützt.
Quelle: ap

Die Kundgebung unter dem Motto "Die Zukunft unserer Kinder beschützen" war im Gegensatz zu vielen anderen Protestveranstaltungen von den Behörden der chinesischen Sonderverwaltungszone genehmigt worden. Faye Lai nahm mit ihrer dreijährigen Nichte an der Demonstration teil. "Wir müssen Kindern über die aktuelle Situation in Hongkong erzählen und ihnen beibringen, welche die richtige Art von Gesellschaft ist", sagte sie. "Wir kämpfen für die Rechte, die Kinder haben sollten."

Neuen gewaltsame Zusammenstöße erwartet

Der früheren britischen Kronkolonie Hongkong wurden nach der Übergabe an China 1997 besondere Rechte wie das der freien Meinungsäußerung eingeräumt. Diese sehen die Regierungskritiker gefährdet und fordern den Rücktritt der Regierungschefin Lam. Die seit mehr als zwei Monate andauernden Proteste waren ursprünglich durch ein - später auf Eis gelegtes - Auslieferungsgesetz ausgelöst worden, das die Überstellung von Verdächtigen an Festland-China erlaubt hätte.

Hongkong - "Ein Land, zwei Systeme"

Am vergangenen Montag erreichten die Demonstrationen mit einem Generalstreik einen Höhepunkt. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, die Tränengas und Schlagstöcke einsetzte. Für Samstag und Sonntag werden auch wieder mehrere nicht genehmigte Märsche in der Millionenmetropole erwartet, im Zuge derer es zu neuen gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten kommen könnte.

Hongkong und China: Ein Blick auf vergangene Ereignisse

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