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Ein Jahr nach Referendum - Protest und Blockaden in Katalonien

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Vor einem Jahr stimmten zahlreiche Katalanen für die Unabhängigkeit. Madrid lehnte das als verfassungswidrig ab, zeigte sich unnachgiebig. Und die Fronten bleiben verhärtet.

Gewalttätige Proteste vor dem katalanischen Parlament: In Katalonien ist es am ersten Jahrestag des verbotenen Unabhängigkeitsreferendum zu Polizeieinsätzen gekommen.

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Am Jahrestag des umstrittenen Unabhängigkeitsreferendums in Katalonien haben Tausende Separatisten in Barcelona demonstriert. Die Menge zog am Abend von der zentralen Plaza Catalunya zum katalanischen Regionalparlament. Dort wollten Demonstranten Regionalpräsident Quim Torra Wahlurnen überreichen, die beim Referendum im Oktober vergangenen Jahres zum Einsatz kamen. Die Polizei meldete schätzungsweise 180.000 Teilnehmer.

Später kam es zu vereinzelten Auseinandersetzungen zwischen Beamten und Demonstranten, die sich von der Menge gelöst hatten. Vor dem Hauptquartier der Nationalpolizei versammelten sich zudem Tausende Menschen. Einige warfen Feuerwerkskörper auf Beamte. Nach Medienberichten rissen Protestler zudem vor dem Regionalparlament Polizeibarrieren nieder und hielten einen Sitzstreik ab.

Blockaden auf Straßen und Schienen

Zuvor hatten Protestierende den Verkehr behindert. Sie blockierten am Montag in der nordostspanischen Region wichtige Fernstraßen, Zugverbindungen und andere Verkehrswege. Der Chef der Regionalregierung, Torra, rief Unterstützer auf, die Unabhängigkeit der Region von Spanien voranzutreiben. Sein Vorgänger Carles Puigedmont ging so weit zu sagen, nur in einem unabhängigen Katalonien sei eine vollständige Demokratie möglich.

Am 1. Oktober 2017 hatte die Regionalregierung ein Referendum über die Loslösung von Spanien abzuhalten versucht, obwohl es vom Verfassungsgericht untersagt worden war. Die Polizei ging gegen die Abstimmung vor. Nachdem das Regionalparlament die Unabhängigkeit erklärt hatte, wurde es von der Zentralregierung aufgelöst. Führende Separatisten wurden verhaftet und vor Gericht gestellt. Bei Neuwahlen erhielten die Separatisten erneut eine knappe Mehrheit.

In Girona besetzten am Montag Hunderte Aktivisten Gleise für Hochgeschwindigkeitszüge, während die Polizei versuchte, weitere Protestierende davon abzuhalten, in die Bahnhofsgegend zu gelangen. Einige Demonstranten drangen in die lokale Vertretung der spanischen Zentralregierung ein und verlangten, die spanische Nationalflagge abzunehmen. In Barcelona gingen Tausende Schüler und Studenten auf die Straße und bekundeten ihre Unterstützung für ein unabhängiges Katalonien.

Sogenannte Komitees zur Verteidigung der Republik verbreiteten Bilder, auf denen Straßenblockaden zu sehen waren, unter anderem auf der AP-7, die durch das östliche Katalonien nach Frankreich führt.

"Wir werden nicht vergessen, noch werden wir vergeben"

Mitglieder der Regionalregierung versammelten sich in Sant Julia de Ramis, wo die Polizei Puigdemont im vergangenen Jahr mit dem Sturm auf ein Wahllokal an der Teilnahme am Referendum gehindert hatte, so dass er anderswo abstimmen musste. Dort marschierten Hunderte Studenten friedlich hinter einem Transparent mit der Aufschrift: "Wir werden nicht vergessen, noch werden wir vergeben."

Torra forderte die Separatisten auf, die Lehren der Vergangenheit zu beherzigen. Hinter ihm war ein Banner mit der Aufschrift zu sehen "Das Volk fordert, die Regierung gehorcht." Das konnte sowohl an die Zentralregierung in Madrid gerichtet sein als auch an Torra selbst, der die versprochene Unabhängigkeit noch nicht erreicht hat.

Katalanen über Unabhängigkeit gespalten

Puigdemont verschickte via Twitter eine Botschaft, in der er die Katalanen aufrief, einig und beharrlich auf das Ziel der Loslösung von Spanien hinzuarbeiten. "Lasst uns nicht abweichen vom einzig möglichen Weg in voller Demokratie zu leben: Der (katalanischen) Republik und ihrer internationalen Anerkennung", schrieb er.

Torra hat den neuen spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez aufgefordert, ein neues Unabhängigkeitsreferendum zuzulassen. Allerdings sind die Separatisten über das weitere Vorgehen zerstritten, während Sánchez in Madrid keine Parlamentsmehrheit hat. Umfragen zeigen, dass die etwa 7,5 Millionen Einwohner Kataloniens etwa je zur Hälfte in Befürworter und Gegner der Unabhängigkeit gespalten sind.

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