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Haftentlassung in der Türkei - Deniz Yücel ist frei

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Der "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel hat das Gefängnis in Istanbul verlassen. Das meldet seine Zeitung und beruft sich auf Yücels Anwalt. Ein Gericht hatte die Freilassung verfügt.

Nach einem Jahr wird der Welt-Journalist Yücel aus türkischer Haft entlassen. "Der Fall Yücel war eine Belastung für die deutsch-türkische Beziehung", sagt ZDF-Korrespondent Thomas Walde.

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Der mehr als ein Jahr in der Türkei inhaftierte "Welt"-Journalist Deniz Yücel ist seiner Zeitung zufolge auf freiem Fuß. Er habe das Gefängnis verlassen, schrieb sie am Freitag in ihrer Online-Ausgabe. Yücels Anwalt Veysel Ok twitterte ein Bild des Journalisten, auf dem er seine Ehefrau Dilek Mayatürk Yücel umarmt.

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Staatsanwaltschaft fordert 18 Jahre Haft

Die Staatsanwaltschaft in Istanbul hatte zuvor die Anklageschrift für Yücel vorgelegt - nach mehr als einem Jahr Untersuchungshaft. Darin fordert sie wegen "Terrorpropaganda" und "Volksverhetzung" bis zu 18 Jahre Haft für den deutsch-türkischen Journalisten. Ein Gericht nahm die Anklageschrift am Freitag an, entschied aber zugleich, dass er für die weitere Dauer des Prozesses freigelassen wird, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete.

Die Bundesregierung begrüßte die Entscheidung. "Ich freue mich sehr über diese Entscheidung der türkischen Justiz", sagte Außenminister Sigmar Gabriel und dankte der Regierung in Ankara für ihre Unterstützung bei der Verfahrensbeschleunigung. Seine Dank gelte vor allem dem türkischen Außenminister. Kanzlerin Angela Merkel zeigte sich ebenfalls erleichtert. In ihren Dank schloss sie auch "ganz besonders die Bemühungen" des Außenministeriums und von Ressortchef Gabriel.


Zuvor hatte ein Außenamtssprecher gesagt, es habe keine Gegenleistungen für die Freilassung Yücels gegeben: "Ich kann ausschließen, dass es einen Deal in irgendeiner Form gegeben hat." Auch Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte, es habe keine Gegenleistungen von deutscher Seite gegeben. "Wir begrüßen dass als wichtigen Schritt, auf den wir alle lange hingearbeitet haben."

Treffen zwischen Merkel und Yildirim

Der Fall war zuletzt der größte Streitpunkt im Verhältnis zur Türkei. Yücel saß ein Jahr ohne Anklage in der Türkei im Gefängnis. Anschließend wurde gegen ihn wegen Terrorvorwürfen Untersuchungshaft verhängt. Zuletzt war aber Bewegung in den Fall gekommen.


Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Donnerstag nach einem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim gesagt, sie habe Yildirim darauf hingewiesen, "dass dieser Fall eine besondere Dringlichkeit für uns hat". Vor seinem Deutschland-Besuch hatte Yildirim der ARD gesagt, er hoffe auf eine baldige Freilassung Yücels. Außenminister Gabriel sagte Mitte der Woche bei einem Besuch in Belgrad: "Ich bin relativ optimistisch, dass wir doch jetzt bald zu einer Gerichtsentscheidung kommen."

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Im Oktober hatte ein türkisches Gericht die Freilassung des deutschen Menschenrechtlers Peter Steudtner verfügt und keine Ausreisesperre verhängt. Er konnte nach Deutschland zurückkehren, obwohl der Prozess gegen ihn weiterläuft. Steudtners Freilassung - und auch die der Übersetzerin Mesale Tolu - hat zu einer leichten Entspannung des deutsch-türkischen Verhältnisses geführt.

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