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Mondlandung als Medienereignis - Millionen Fernsehzuschauer waren fasziniert

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Die Mondlandung war auch als Medienereignis eine große Nummer. Rund um den Erdball verfolgten Millionen Fernsehzuschauer fasziniert, wie erstmals ein Mensch den Trabanten betrat.

Eine Familie schaut eine Live-Übertragung der Apollo 11-Astronauten am 21.07.1969 in Tokio (Japan)
Auch in Japan verfolgten viele Menschen die Mondlandung per Liveübertragung im Fernsehen.
Quelle: AP

Die Mondlandung hat auch Mediengeschichte geschrieben: Als Neil Armstrong in den Morgenstunden des 21. Juli 1969 den Fuß auf den Erdtrabanten setzte, hatte er ein enormes Publikum. Radio- und Fernsehsender übertrugen die Szene weltweit, schätzungsweise mehr als eine halbe Milliarde Menschen guckte dabei zu. Auch in Deutschland, wo Armstrongs berühmte erste Schritte um 3.56 Uhr zu sehen waren, waren Hunderttausende wach geblieben.

Die Live-Übertragung der Ereignisse demonstrierte mit den Bildern aus dem Weltall die Überlegenheit des damals noch neuen Mediums. Für die ARD war Günter Siefahrt im Dauereinsatz, der dafür den Spitznamen "Mr. Apollo" bekam. Für das ZDF moderierte Heinrich Schiemann. Wie Siefahrt wurde er durch seine Moderation bei der Mondlandung einem breiten Publikum bekannt. "Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern", sagt Christiane Götz-Sobel. "Ich war in den Sommerferien in Oberitalien, der Wirt hatte im Foyer einen Fernseher aufgestellt. Der lief in der Nacht durchgehend, und die Hotelgäste schauten zu."

Die Szene, als die Mondfähre landete, hat sie noch vor Augen: "Ich war damals 13, das war Wahnsinn, man konnte sich das nicht vorstellen. Man hat die Luft angehalten, ob das gutgehen wird", erzählt Götz-Sobel, inzwischen Leiterin der ZDF-Redaktion Naturwissenschaft und Technik. Bevor Armstrong über die Mondoberfläche gelaufen ist, sei zwischendurch auf dem Bildschirm allerdings stundenlang wenig passiert. Dennoch war die Mondlandung für die heute 63-Jährige ein Fernseherlebnis wie nie wieder ein anderes.

"Apollo 15"-Astronaut Alfred Worden über die Mondlandung vor 50 Jahren und was das Ereignis bedeutet hat.

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"Ein Ehepaar hielt die Mondlandung für Hollywood"

WDR-Redakteur Thomas Kamp war im Sommer 1969 als Achtjähriger ebenfalls mit seinen Eltern im Urlaub, allerdings nicht in Italien, sondern im Teutoburger Wald. In der Pension dort stand der Fernseher im Frühstücksraum, wo sich am 20. Juli abends die Gäste versammelten. "Woran ich mich genau erinnern kann, ist ein älteres Ehepaar", erzählt Kamp. "Als die ersten Bilder vom Mond kamen, da schüttelten die nur den Kopf, sagten "Hollywood" und verabschiedeten sich in ihr Zimmer. Die haben das nicht für möglich gehalten."

Die Mondlandung zog sich. Die Berichterstattung im Ersten, für die der WDR zuständig war, begann am 20. Juli bereits um 17.10 Uhr. Die Landung der Mondfähre "Eagle" ("Adler") war um 21.17 Uhr zu sehen. "Der Adler ist gelandet", lautete Armstrongs berühmter Kommentar. Seine ersten Schritte auf dem Mond waren erst mehr als sechseinhalb Stunden später zu sehen.

Den Mondlandungsmarathon im Fernsehen zu begleiten, war eine Mammutaufgabe. Der WDR hatte die Kabine der Mondfähre mit allen Knöpfen und Schaltern nachbauen lassen, das ZDF den Kommandostand der Apollo-Kapsel. Im Studio ließ sich dann mit den Attrappen demonstrieren, was live nicht zu sehen war.

"Bemannte Raumfahrt ist wahnsinnig teuer", erklärt Astrophysikerin Sibylle Anderl. Im nächsten Jahrzehnt könne es aber wieder zu so einem Ereignis kommen.

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Die eigentliche Herausforderung begann nach der Landung

Eine ganze Expertenrunde saß im WDR-Studio in Köln, alles Männer, die zwischendurch interviewt wurden. "Per Telefon wurde außerdem der USA-Korrespondent Werner Büdeler in Houston zugeschaltet, immer mit seinem Foto samt Telefonhörer, wie es damals üblich war", sagt Kamp.

Die eigentliche Herausforderung begann nach der Landung: "Wir müssen uns mal vorstellen: Die Fähre landet. Die Kamera, die den Ausstieg filmte, die war in der Mondfähre eingebaut", erläutert Kamp. "Man konnte von innen die Abdeckung per Seilzug entfernen, bevor Armstrong die Leiter runterging. Nachher stand die Kamera dann auf einem Stativ."

Thomas Kamp fand den Moment, als Armstrong aus der Landefähre kletterte, am eindruckvollsten: "Das war schon ungeheuerlich, dass da jetzt einer auf dem Mond rumlief und man die Bilder von da sendete." Für Kamp war es "das Ereignis des Jahrhunderts", wie er sagt. "Es gab für mich nichts Größeres, auch später nicht. Ich glaube, in dem Jahr danach sind zum Karneval ganz sicher viele als Astronaut gegangen."

Im Juli 2019 jährt sich die erste Mondlandung zum fünfzigsten Mal. Nach dem Start am 16.7.1969 betrat Astronaut Armstrong am 21.7.1969 als erster Mensch den Mond.

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