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Nach neuen Erkenntnissen - Fall Susanna: Tatverdächtiger freigelassen

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Zwei Männer sollen die 14-jährige Susanna aus Mainz vergewaltigt und getötet haben. Einer ist auf der Flucht - der andere nun wieder frei. Es gibt neue Erkenntnisse.

Polizisten sichern am 07.06.2018 die Zufahrt zu einem Bereich, in dem am Vortag eine weibliche Leiche gefunden worden war
Polizisten sichern die Zufahrt zum Fundort der weibliche Leiche
Quelle: dpa

Es bestehe kein dringender Tatverdacht mehr gegen den 35-jährigen Asylbewerber türkischer Staatsangehörigkeit, sagte Oberstaatsanwalt Oliver Kuhn. Er habe das Justizgebäude bereits wieder verlassen und könne sich frei bewegen. Weitere Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler nun durch die Obduktion der Leiche der 14-Jährigen und der Auswertung von DNA-Spuren.

Auf der Flucht in den Irak

Zunächst waren die Ermittler davon ausgegangen, dass zwei Männer Susanna in Wiesbaden vergewaltigt und ermordet haben und nahmen den Flüchtling fest. Der andere Verdächtige, ein 20 Jahre alter irakischer Flüchtling, ist auf der Flucht. Ali Bashar wird im Irak vermutet. Er stehe weiterhin in dringendem Tatverdacht, sagte Kuhn. Susanna kannte nach Angaben von Wiesbadens Polizeipräsident Stefan Müller den Bruder des Tatverdächtigen. Das Fahndungsbild der Polizei zeigt einen jungen Mann mit Dreitagebart, der Jeans und eine weiße Jacke trägt.

Bashar habe sich am 2. Juni mit weiteren sieben Familienmitgliedern nach Istanbul abgesetzt und sei einen Tag später ins nordirakische Erbil weitergereist, sagte der Präsident des Polizeipräsidiums Westhessen, Stefan Müller. Nach ihm werde international gefahndet. Bashar sei vermutlich im Oktober 2015 nach Deutschland eingereist und habe seit April 2016 in einer Flüchtlingsunterkunft in Wiesbaden gelebt. Sein Asylgesuch sei im Dezember 2016 abgelehnt worden. Gegen diese Entscheidung habe er geklagt und aufgrund des schwebenden Verfahrens ein Aufenthaltsrecht gehabt.

Jüdische Gemeinde bestürzt

Zwei Wochen war nach Susanna gesucht worden. Ihre Leiche war dann in einem Endloch in schwer zugänglichem Gelände bei Wiesbaden gefunden worden.

Die Jüdische Gemeinde in Mainz reagierte mit Trauer und Entsetzen auf den mutmaßlichen Mord an der 14-jährigen Susanna. "Ich bin über den gewaltsamen Tod von Susanna so bestürzt, traurig und fassungslos, wie man nur sein kann", sagte der Mainzer Gemeinderabbiner Aharon Ran Vernikovsky der "Jüdischen Allgemeinen". Susanna war Mitglied der Jüdischen Gemeinde Mainz.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland reagierte mit tiefer Betroffenheit auf das Gewaltverbrechen. "Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden", teilte der Zentralrat in Berlin mit. Derzeit seien viele Hintergründe der Tat noch unklar. "Wir erwarten von den Strafverfolgungsbehörden eine rasche und umfassende Aufklärung sowie harte Konsequenzen für den oder die Täter", erklärte der Zentralrat. Die gesamte Jüdische Gemeinde Mainz trauere um ihr junges Gemeindemitglied, sagte Rabbiner Vernikovsky. "Wir werden für Susannas Familie da sein und ihr, so gut es geht, helfen und sie unterstützen", sagte er.

Der flüchtige Verdächtige im Mordfall Susanna war nach Angaben der Ermittler polizeibekannt. ZDF-Rechtsexperte Joachim Pohl mit einer Einschätzung.

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