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Schneekugel und Häkelmuster - Vom DDR-Wahrzeichen zum Touristenmagneten: Deutschlands höchstes Gebäude wird 50

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20 Jahre nach der DDR-Gründung wurde er eröffnet: der Berliner Fernsehturm. Danach wurde er zum Touristenmagneten im wiedervereinigten Berlin. Seine Beliebtheit ist ungebrochen.

Am 3. Oktober jährt sich nicht nur die deutsche Einheit. Noch älter ist das wohl auffälligste Wahrzeichen Berlins: Der Fernsehturm feiert seinen 50. Geburtstag. Am 3. Oktober 1969 wurde er eingeweiht.

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Wenn es ein Souvenir aus Berlin sein soll, dann oft der Fernsehturm. Es gibt ihn auf Tassen, als Stift und auch als Schneekugel. Sogar eine Häkelanleitung für den Berliner Fernsehturm gibt es - und die ist gar nicht mal so schwer, erklärt Katrin Bloeck von schoenstricken.de: "Ich mach halt die Kugel in festen Maschen, immer rundherum. Oben die Antenne in rot-weiß und unten der Schaft des Turmes ... und den kann man so lang häkeln, wie man möchte. Dann auf eine Tasche nähen - fertig."

Das Wahrzeichen Berlins auf der Tasche - und im Herzen der Hauptstadt. Der Fernsehturm ist Sendemast und Touristenattraktion. Er ist mit heute 368 Metern das höchste Bauwerk Deutschlands.

365 Meter hoch - so viele Tage, wie das Jahr hat

Der Fernsehturm in Berlin am 02.10.2019
Quelle: OBS

Am 3. Oktober 1969, nach nur knapp vier Jahren Bauzeit, wurde der Fernsehturm eröffnet. Gebaut nach den Plänen des DDR-Architekten Hermann Henselmann. Er war damals noch 365 Meter hoch - "so viele Tage, wie das Jahr hat" - so lernten es die Kinder im sozialistischen Kindergarten.

Der Turm sollte das Farbfernsehen in die Wohnzimmer der DDR-Bürger bringen. Er ist zu verstehen als technische Meisterleistung der damals jungen DDR: mit ihr wollte der sozialistische Staat nach außen zeigen, auf der Höhe der Zeit zu sein. Zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass viele der Baumaterialien aus dem Westen importiert werden mussten.

Andererseits ist er architektonische Antwort auf ein städtebauliches Konzept Westberlins. So war er politisches Statement und Ausdruck architektonischer Vision: seine Kugel erinnert an einen Satelliten - groß, silbrig, glänzend.

Luftaufnahme von Berlin
Quelle: dpa

Der Professor für Designtheorie Friedrich von Borries erzählt, die Kugelform hätte jedoch auch Probleme mit sich gebracht: "Die Kugel war einerseits ein ästhetisches Highlight, andererseits brachte sie es mit sich, dass bei bestimmter Sonneneinstrahlung sich ein Kreuz auf der Kugel abbildet. 'Die Rache Gottes' nannten es einige Zyniker - der Architekt Henselmann deutete es als 'das Plus des Sozialismus' um."

Er steht mitten in der Stadt - auf dem Alexanderplatz - alle Straßen scheinen zu ihm hin zu führen. Er war und ist von überall zu sehen. Genauso konnte und kann man vom Fernsehturm überall hinschauen. Ein Besuch zu DDR-Zeiten bot also einen seltenen Blick in den für DDR-Bürger unzugänglichen West-Teil der Stadt.

6 Meter pro Sekunde - mit dem Aufzug nach oben

"In 40 Sekunden braust der Hochgeschwindigkeitsaufzug auf die Höhe von 203 Metern", erläutert Aufzugführer Andreas Mewes. Täglich fährt er auf und ab - in manchen Schichten bis zu dreihundert Mal. Auf dem Weg nach oben erläutert er Geschwindigkeit, Höhe und technische Details. Doch besonders gerne begleite er die Besucher dann wieder nach unten. Viele, erzählt er, hätten dann so ein glückliches Strahlen in den Augen.

Auch Restaurantleiterin Cornelia Ast liebt ihren Arbeitsplatz hoch über allem. Wenn der Frühling kommt, erzählt sie, kann sie von hier oben jeden Tag ein bisschen mehr beobachten, wie die Natur anfängt zu grünen und zu blühen.

Fernsehturm Berlin
Quelle: colourbox.de

Sie ist Herrin über das Restaurant 'Sphere' - die 40 Tische des Restaurants sind auf einem Drehring fest montiert, der sich je nach Einstellung ein- oder zweimal pro Stunde um 360 Grad dreht. Essen bei allerbester Aussicht. 

Mit mehr als einer Million Besuchern pro Jahr ist der Fernsehturm eine der beliebtesten Touristenattraktionen in Berlin. Der Fernsehturm - einst Statussymbol der DDR - ist heute ein Wahrzeichen der Hauptstadt geworden. 50 Jahre ist er nun alt.

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