Der Kampf um den afrikanischen Pinguin

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Vom Aussterben bedroht - Der Kampf um den afrikanischen Pinguin

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In einer Auffangstation in Kapstadt werden afrikanische Piguine aufgepäppelt. Das ist dringend nötig, denn schon in 20 bis 30 Jahren könnten sie ausgestorben sein.

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Weltweit existieren nur noch etwa 25.000 Brutpaare, schätzen Experten. Insgesamt gibt es laut SANCCOB, einer Rettungs-und Auffangstation für Seevögel in Kapstadt, nur noch 27 freilebende Kolonien der afrikanischen Pinguine, zwei Drittel davon in Südafrika, die übrigen in Namibia.

Die Deutsche Katta Ludynia ist wissenschaftliche Leiterin bei SANCCOB (Southern African Foundation for the Conservation of Coastal Birds). Sie beobachtet den stetigen Rückgang der Population mit Sorge. "Wir haben noch etwa zwei Prozent der ursprünglichen historischen Population", erklärt die Wissenschaftlerin. Das seinen natürlich Schätzungen, aber aktuell gebe es so wenige Brutpaare wie noch nie. Und: die Zahlen der Brutpaare gehen jedes Jahr weiter runter. "Es gibt Modellrechnungen, dass die Art in 20 bis 30 Jahren ausgestorben ist."

Probleme: Umweltverschmutzung und Nahrungsmangel

Andere Forscher sehen die Zukunft des afrikanischen Pinguins noch kritischer. Bei SANBI, dem South African National Biodiversity Institute, heißt es, dass die Art möglicherweise schon innerhalb der nächsten 15 Jahre aussterben könnte.Die Hauptursachen für den Rückgang der Population sind Verschmutzungen durch Öl, sowie Nahrungsmangel. Die Pinguine finden in freier Wildbahn nicht mehr genug Fisch. Hinzukommen Angriffe von Räubern, wie zum Beispiel Robben.

Bei SANCCOB versucht man, die Art langfristig zu erhalten. Nicht nur lebende Pinguine gilt es, zu retten. Die Forscher sammeln auch verlassene Eier aus den freien Kolonien ein. Sie werden gemessen, gewogen und gewärmt. Wenn die Küken dann schlüpfen, kommen sie - ähnlich wie bei Menschen - in einen Brutkasten. Obwohl die Küken in Gefangenschaft geboren werden, finden sie sich später in freier Wildbahn zurecht.

Afrikanische Pinguine in Rom
Afrikanische Pinguine im Zoo von Rom im Detember 2018.
Quelle: ap

Der große Vorteil der Pinguinen sei, dass sie nicht wirklich viel von ihren Eltern lernen müssen, erklärt Katta Ludynia. Pinguine werden von ihren Eltern im Nest gefüttert, bis sie so weit sind, es zu verlassen. "Das heißt, bis sie das richtige Alter haben, die Federn soweit sind, bis sie das richtige Gewicht haben und auf See gehen können und dann werden sie auch in der Kolonie von ihren Eltern alleingelassen." Die Tiere machen vieles rein aus ihrem Instinkt. Die Forscher von SANCCOB müssen ihnen zum Überleben also nichts mehr beibringen.

Um den afrikanischen Pinguin vor dem Aussterben zu retten, arbeitet man hier mit Forschern aus der ganzen Welt zusammen.

Training für die Wildnis - auch für die Forscher

"Wir ermöglichen vielen Wissenschaftlern, dass sie hier zum Beispiel Geräte testen können, oder Techniken testen können, weil, die Art ist so vom Aussterben bedroht, dass es sehr schwierig ist, eine Erlaubnis zu kriegen, mit den Arten in der Wildnis zu arbeiten", erklärt Lydia. "Und wenn zum Beispiel Wissenschaftler, die an Tieren in der Wildnis arbeiten müssen, Sachen hier trainieren können, mit Tieren, die hier eh angefasst werden, und behandelt werden müssen, können wir damit viel ermöglichen, dass die Sachen dann in der Wildnis schneller ablaufen, die Tiere weniger gestresst werden."

Bei allen Bemühungen bleibt jedoch ein Haken: Wenn die Wissenschaftler die geretteten und gesund gepflegten Pinguine in die Freiheit entlassen, müssen sie es in derselben feindlichen Umgebung schaffen, in der sie bereits einmal gescheitert sind.

Bedrückende Aussichten für die Pinguine

"Wenn wir die Vögel wieder zurück in die Umwelt geben, wo kein Fisch da ist, schaffen sie es auch nicht." Deswegen arbeite man sehr eng mit der Regierung zusammen und mit den Umweltbehörden, um zu versuchen zu beeinflussen, dass zum Beispiel Quoten für die Fischerei reduziert werden. Denn wenn weniger gefischt wird, haben die freigelassenen Tiere mehr nahrung und bessere Chancen in Freiheit zu überleben.
Doch wie viele einzelne Tiere sie dort auch retten mögen, langfristig wird der afrikanische Pinguin wohl nur überleben können, wenn sich die Bedingungen in freier Wildbahn verbessern.

Sandra Theiß
Sandra Theiß ist Korrespondentin im ZDF-Studio-Johannesburg und berichtet aus Südafrika, Mosambik, Sambia, Madagaskar, Malawi, Simbabwe, Botswana, Namibia und Angola, Komoren, Lesotho, Mauritius, Mayotte und Swasiland.
Quelle: ZDF
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