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DAK-Studie - Präventionsradar: Schüler leiden unter Stress

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Der Präventionsradar ist eine Studie der DAK - durchgeführt in den Klassen fünf bis zehn. Die Studie fragt: Wie wirkt sich Stress auf Kinder und Jugendliche aus? Und: welche Gesundheitsrisiken gibt es für Schüler? Das Ergebnis alarmiert: Die Stressbelastung ist erheblich. Und das ist nicht alles.

Das Präventionsradar basiert auf einer repräsentativen Befragung von rund 7.000 Schülerinnen und Schülern der 5. bis 10. Klassen. Andreas Storm, der Vorstandsvorsitzende der DAK-Gesundheit, berichtet von den Ergebnissen der Studie.

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Fast jeder zweite Schüler in Deutschland leidet unter Stress. In einer am Freitag veröffentlichten Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit gaben 43 Prozent der Kinder und Jugendlichen an, dass ihnen die Belastung in der Schule zu viel ist. Mädchen fühlen sich dabei häufiger gestresst als Jungen. Während jede zweite Schülerin (49 Prozent) sehr oft oder oft Stress hat, sind es bei den männlichen Mitschülern nur 37 Prozent. Für DAK-Chef Andrea Storm verweist die "deutliche Zunahme auf eine dramatische Entwicklung, vor allem bei den Erkrankungen", wie er im ZDF morgenmagazin sagte.

Bei zahlreichen Jugendlichen führt das zu gesundheitlichen Beschwerden. Am häufigsten klagen Schüler demnach über Kopfschmerzen (55 Prozent) und Bauchschmerzen (51 Prozent) sowie Rückenschmerzen (43 Prozent). Mehr als jeder Dritte (35 Prozent) hat Schlafstörungen, gut ein Drittel (32 Prozent) berichtet über Schwindel. Unter den stressgeplagten Schülern klagen mindestens doppelt so viele über Beschwerden als unter den nicht gestressten Schülern. "Bauch- und Kopfschmerzen haben ihre Ursachen in einem falschen Ernährungsverhalten", merkte Storm an. Unter denjenigen, die ohne Frühstück in die Schule gehen, sei ein wesentlich höherer Anteil übergewichtig.

7.000 Schüler befragt

Viele Schüler ernähren sich laut Studie schlecht. Nur rund die Hälfte isst täglich Obst oder Gemüse. 41 Prozent greifen hingegen täglich zu süßen Snacks. Bei einem Viertel steht zudem mehrmals pro Woche oder noch öfter Fastfood auf dem Speiseplan. Wer regelmäßig gemeinsam mit der Familie isst, ernährt sich der Studie zufolge gesünder: Die Schüler verzehren regelmäßiger Obst und Gemüse, greifen seltener zu Fastfood und sind auch seltener übergewichtig.

Das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) befragte für die Studie knapp 7.000 Schüler der Jahrgangsstufen fünf bis zehn in sechs Bundesländern. Laut Storm hat man mit der Studie nun eine solide Basis, um Ernährung und Gesundheit in die Schule als Schulfach zu bringen. Der DAK-Chef machte im ZDF morgenmagazin klar, dass es der "erste Schlüssel" sei, die Lehrpläne dahingehend umzustellen - auch für eine "bessere psychische Gesundheit". Um die Gesundheit hinsichtlich Ernährung und Bewegung zu verbessern, müsse man einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen. Bei dem DAK-Programm "fit4future - für eine gesunde Schule" würden Lehrer und Eltern beim Stressabbau in Schulen mit einbezogen, so Storm.

Jeder Vierte der Älteren holt sich wöchentlichen Rausch

Auch mit Alkohol und Cannabis kommen Schüler teils früh in Berührung. Knapp 59 Prozent berichten über Erfahrungen mit Alkohol - genauer mit dem sogenannten Rauschtrinken, wie es DAK-Chef Storm im ZDF morgenmagazin nannte. Während es bei den Fünftklässlern 22 Prozent sind, steigt dieser Wert bis zur zehnten Klasse auf 89 Prozent an. Laut Storm gab jeder Vierte der Schüler in den neunten und zehnten Klassen an, einmal pro Woche sich in einen Rausch zu trinken.

Cannabis ist nicht ganz so weit verbreitet: Insgesamt 13 Prozent der Befragten haben Cannabis bereits ausprobiert - bei den Zehntklässlern sind es 29 Prozent. Laut dem DAK-Chef sind es acht Prozent der Neun- und Zehntklässler, die regelmäßig Cannabis und seine Produkte konsumieren.

Energydrinks mit viel Koffein für Kinder und Jugendliche sehr bedenklich

Aus dem Präventionsradar geht auch hervor, dass viele Kinder vor und während der Schule koffeinhaltige Energydrinks trinken. Schon unter Fünftklässlern hat bereits ein Viertel Erfahrungen mit Energydrinks. Bei den Achtklässlern sind es bereits zwei Drittel (69 Prozent) und bei den Zehntklässlern 84 Prozent, die koffeinhaltige Brausen trinken.

"Gerade für Kinder und Jugendliche sind diese Getränke bedenklich", warnte Studienleiter Reiner Hanewinkel vom IFT Nord. "Sie enthalten viel Koffein, sind extrem gesüßt und stecken voller synthetischer Zusatzstoffe."

Für den DAK-Chef sind aber noch etliche Fragen offen, die in Zukunft noch geklärt werden sollen. Dazu werde es nach diesem ersten Radar, "jedes jahr ab jetzt" eine neue Studie geben. Darin soll dann auch geklärt werden, warum der Stress bei Mädchen signifikant höher ist.

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