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ZDFzoom - Der wahre Preis für den perfekten Apfel

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Der Apfel ist unser Lieblingsobst - rund 19 Kilo isst jeder Deutsche pro Jahr. Im Supermarkt werden nur wenige Sorten angeboten. Dabei gibt es hierzulande rund 2.000 Apfelsorten.

Die ZDFzoom-Redaktion ist mit dem Herbert Quandt Medien-Preis 2018 für die Dokumentation „Der wahre Preis für den perfekten Apfel“ ausgezeichnet worden.

Beitragslänge:
28 min
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Mein Weg führt mich in eines der großen deutschen Anbaugebiete zu Bäuerin Marina Frey. Sie baut in Salem am Bodensee die beliebtesten Supermarktsorten an. Doch bei der letzten Ernte war alles anders. Rund 700 Tonnen erntet Marina Frey im Normalfall, 2017 waren es gerade mal 50 Tonnen. Der Grund: Schlechtes Wetter und vor allem Bodenfrost haben den empfindlichen Äpfeln zugesetzt.

Viel Pflanzenschutzmittel für den perfekten Apfel

Dabei hat Marina Frey nicht nur mit dem Wetter zu kämpfen. Von der Bäuerin erfahre ich, unter welchem enormen Druck Apfelbauern heutzutage stehen, um im hart umkämpften Obstmarkt zu bestehen. 26 Seiten umfassen die EU-Anforderungen für Handelsklassen, für jedes Detail am Apfel gelten strenge Vorgaben. Und das bedeutet für Marina Frey: "Wir haben zum einen die Größe. Dieses Jahr gibt es nicht viele Äpfel, da darf er ein bisschen kleiner sein. Und dann muss er einen bestimmten Farbanteil besitzen." Ist der Apfel zu blass, muss er aussortiert werden. Um den Qualitätskriterien zu entsprechen, werden die Äpfel oft mit Pflanzenschutzmitteln gespritzt - bis zu 20 Mal im Jahr. Kein anderes Obst wird so oft behandelt.

Apfelernte
Quelle: ZDF

Ich will wissen, wie gesund beliebte Supermarktäpfel im Vergleich zu alten Sorten wie etwa Goldparmäne, oder Prinz Albrecht von Preußen sind, die man in keinem Supermarkt findet. Im Labor lasse ich deshalb bekannte alte und beliebte Supermarkt-Sorten auf so genannte "Polyphenole" untersuchen. Polyphenole sind Inhaltsstoffe im Apfel, die als gesund gelten. Sie sollen Studien zufolge die Abwehrkräfte stärken und vor Krankheiten schützen. Im Labor erfahre ich, dass in Tierversuchen sogar bei der Bekämpfung von Dickdarmkrebs mit polyphenolreichen Apfelsorten positive Effekte erzielt werden konnten, weil Entzündungswerte gestoppt oder gehemmt wurden.
Das Ergebnis unserer Laboruntersuchung: Im Durchschnitt hatten die alten Sorten viel höhere Polyphenolwerte als die Supermarkt-Äpfel - und sind damit quasi gesünder.

Hoffnung für vier Millionen Apfelallergiker

Und alte Sorten können anscheinend noch mehr. Es gibt Hoffnung für die von Experten geschätzten vier Millionen Apfel-Allergiker in Deutschland. An der Berliner Charité erfahre ich von Professor Karl-Christian Bergmann, dass sogar Apfel-Allergiker viele alte Sorten problemlos verzehren können. Mehr noch: Laut Professor Bergmanns Studie kann der regelmäßige Verzehr dieser alten Sorten dazu führen, dass bei Apfelallergikern selbst beim Essen von Supermarktäpfeln deutlich weniger Symptome, wie Brennen oder Schwellung der Schleimhäute auftreten. Äpfel helfen Apfelallergikern - wer hätte das gedacht?

Rot, knackig und möglichst ohne Druckstellen! So soll ein Apfel aussehen; dann greifen die Deutschen besonders gerne zu ihrem Lieblingsobst. Das Aussehen ist wichtig! Aber sind sie auch genauso gesund wie die alten Sorten?

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2 min
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