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"Stellenabbau bereits begonnen"

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Deutsche-Bank-Chef Sewing - "Stellenabbau bereits begonnen"

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Nach der Ankündigung, dass die Deutsche Bank massiv Stellen streichen will, heißt es nun, dass der Abbau bereits begonnen hat.

Die Deutsche Bank setzt ihren angekündigten Stellenabbau umgehend um. "In den Geschäftsbereichen, in denen wir uns zurückziehen werden, haben wir mit dem Prozess bereits begonnen", sagte Konzernchef Christian Sewing.

"Das betrifft natürlich nicht nur Asien, das betrifft auch andere Regionen." Wie stark einzelne Länder und Standorte betroffen sind, sagte Sewing auch auf Nachfrage nicht. Deutschlands größtes Geldhaus hatte den Abbau von weltweit rund 18.000 Vollzeitstellen angekündigt.

Experten sind unterschiedlicher Meinung

Experten beurteilen die Pläne des Managements unterschiedlich: Während die einen den Mut zum Umbau loben, sorgen sich andere weiterhin um die Kapitalstärke des deutschen Branchenprimus.

Die Investmentbank wird deutlich verkleinert. So steigt die Bank komplett aus dem Aktienhandel aus. Besonders getroffen werden davon voraussichtlich die Standorte in New York und London - auch wenn die Bank dort weiterhin stark präsent sein will. Im deutschen Privatkundengeschäft, zu dem auch die Postbank gehört, sieht Sewing ebenfalls weiteren Anpassungsbedarf.

Umbau soll jahrelange Krise des Instituts beenden

Wir werden nur noch dort sein, wo unsere Kunden uns wollen. Wir wollen nur dort mitspielen, wo wir auch gewinnen können.
Christian Sewing, Konzernchef

Milliardenschwere Investitionen in neue Technologie und die Konzentration auf erfolgreiche Geschäftsfelder sollen den Dax-Konzern zurück in die Erste Liga bringen. "Wir werden nur noch dort sein, wo unsere Kunden uns wollen", betonte Sewing. "Wir wollen nur dort mitspielen, wo wir auch gewinnen können." Neben dem Privatkundengeschäft auf dem Heimatmarkt sieht Sewing vor allem im weltweiten Geschäft mit Unternehmenskunden große Wachstumschancen.

Im Investmentbanking will sich die Deutsche Bank künftig auf das Geschäft mit Krediten, Anleihen und Währungen sowie auf strategische Beratung konzentrieren. Die Investmentbank soll weiterhin 30 Prozent zu den Erträgen, also den gesamten Einnahmen der Bank, beitragen.

Zunächst wird es rote Zahlen geben

Für 2020 gehen wir davon aus, dass wir bei plus/minus null rauskommen, vielleicht auch etwas besser.
James von Moltke, Finanzchef

Die 7,4 Milliarden Euro Umbaukosten werden der Bank jedoch zunächst rote Zahlen einbrocken. Finanzchef James von Moltke, der im Gegensatz zu drei Vorstandskollegen an Bord bleibt, rechnet für 2019 mit roten Zahlen. "Für 2020 gehen wir davon aus, dass wir bei plus/minus null rauskommen, vielleicht auch etwas besser", sagte von Moltke. Die Aktionäre sollen für beide Jahre keine Dividende erhalten.

Für Erleichterung sorgt bei Aktionären, dass die Bank die Sanierungskosten ohne Kapitalerhöhung bewältigen will. Ein solcher Schritt hätte die Beteiligungen der bisherigen Anteilseigner und ihren Anteil an künftigen Gewinnen verwässert.

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