Deutsche Bank will "Akteur" bei Fusionen werden

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Deutsche-Bank-Chef Sewing - Deutsche Bank will "Akteur" bei Fusionen werden

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Keine Fusion mit der Commerzbank: Deutsche-Bank-Chef Sewing verteidigt im ZDF die Entscheidung. Ziel sei, bei der Konsolidierung von Banken in der EU künftig Akteur zu sein.

"Sehr sorgfältig" habe man geprüft, ob ein Zusammenschluss mit der Commerzbank wirtschaftlich sinnvoll sei, sagte Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing im ZDF heute journal. Und das Ergebnis sei gewesen: "Wir können den Weg alleine besser gehen."

Man habe ganz bewusst in den letzten drei Jahren aufgeräumt und "wir fühlen uns gut gewappnet" und zum jetzigen Zeitpunkt "alleine stärker". Sein Geldinstitut sei groß genug, um die deutsche Industrie im Ausland gut zu begleiten, fügte er hinzu mit Blick auf die Äußerungen von Finanzminister Olaf Scholz. Der SPD-Politiker hatte gesagt, die deutschen Unternehmen bräuchten "konkurrenzfähige Kreditinstitute, die sie in aller Welt begleiten können".

Deutsche Bank will "Akteur" bei Konsolidierungen sein

Auf die Frage von ZDF-heute-journal-Moderator Claus Kleber, ob die Deutsche Bank künftig geschluckt oder schlucken werde, sagte der Deutsche-Bank-Chef: Es gebe 5.500 Banken in der EU, besonders in Deutschland sei die Bankendichte sehr hoch. Eine Konsolidierung in der europäischen Bankenwelt sei in Zukunft unvermeidlich. Sein Geldinstitut habe das Ziel, noch profitabler zu werden, um dann ein "Akteur" bei Konsolidierungen zu sein.

Die Commerzbank und Deutsche Bank hatten Mitte März mit Sondierungen begonnen und seitdem "ergebnisoffene Gespräche" geführt. "Es war sinnvoll, diese Option einer innerdeutschen Konsolidierung zu prüfen", erklärten Sewing und Commerzbank-Chef Martin Zielke wortgleich. Allerdings habe sich herausgestellt, dass eine Fusion "nicht im Interesse der Aktionäre" sowie anderer Interessengruppen beider Unternehmen wäre. Das gelte auch mit Blick auf die Umsetzungsrisiken, Restrukturierungskosten und Kapitalanforderungen, die mit einer solch großen Integration einhergingen.

Gewerkschaften befürchteten Jobabbau

Finanzminister Scholz äußerte Verständnis für den Abbruch der Fusionsgespräche: "Solche Kooperationen machen nur Sinn, wenn sie sich betriebswirtschaftlich rechnen und auf ein belastbares Geschäftsmodell zusteuern." Berichten zufolge soll im Vorfeld Druck aus der Politik gekommen sein, in Deutschland eine Großbank zu etablieren, die sich gegen Konkurrenz aus China und den USA durchsetzen könne.

Gewerkschaften und Finanzexperten dagegen hatten sich schon während der Sondierungsgespräche ablehnend geäußert. Die Arbeitnehmervertreter fürchteten die Streichung von bis zu 30.000 Stellen. Finanzwissenschaftler warnten vor einer Bank, die wegen ihrer Größe nicht pleite gehen darf, aber gleichzeitig zu viele offene Baustellen hat, um erfolgreich arbeiten zu können.

Deutsche Bank legt am Freitag Geschäftszahlen vor

Die Aktie der Deutschen Bank legte zwischenzeitlich um über vier Prozent zu, verlor später aber wieder und stand am Nachmittag knapp ein Prozent im Minus bei rund 7,50 Euro. Das Papier der Commerzbank verlor fast 2,8 Prozent und stand am Nachmittag bei etwa 7,60 Euro.

Die Deutsche Bank präsentierte zugleich Zahlen für das erste Quartal, sie erwartet für diesen Zeitraum einen Gewinn nach Steuern von rund 200 Millionen Euro. Der Umsatz liegt vorläufigen Ergebnissen zufolge bei 6,4 Milliarden Euro. Detaillierte Geschäftszahlen will die Bank am Freitag vorlegen.

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