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Nach schwerem Jahr - Deutsche Börse zuversichtlich

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Die Deutsche Börse hat bewegte Zeiten hinter sich: Die Fusionspleite mit der Londoner Börse, der Rücktritt ihres Chefs Carsten Kengeter. Nun blickt der Börsenbetreiber nach vorn.

Archiv: Theodor Weimer, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Börse AG, aufgenommen am 29.01.2018
Theodor Weimer, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Börse AG (Archivbild). Quelle: dpa

Eine gescheiterte Fusion mit der Börse in London, Insidervorwürfe gegen den ehemaligen Chef der deutschen Börse, Carsten Kengeter, und schließlich auch noch maue Umsätze an den Börsen: Der Börsenbetreiber aus Eschborn in der Nähe von Frankfurt hatte mit viel Gegenwind zu kämpfen. "Das Jahr 2017 war für die Deutsche Börse insgesamt nicht einfach", gestand auch der neue Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer. Er hat das Ruder des größten deutschen Börsenbetreibers Anfang Januar übernommen und versucht nun, nach vorn zu schauen.

Börse freut sich, wenn die Kurse schwanken

Zugute kommt der Deutschen Börse, dass ihrer Ansicht nach der Gegenwind an den Märkten abnehmen wird. Denn der Börsenbetreiber verdient sein Geld durch Transaktionen von Handelsteilnehmern über die Handelssysteme der Deutschen Börse. Da die Kurse beispielsweise am Aktienmarkt aber im vergangenen Jahr nur eine Richtung kannten - nach oben - hielt sich der Handel in Grenzen, die Umsätze waren vergleichsweise gering, und das wirkt sich in der Bilanz des Börsenbetreibers negativ aus.

Es läuft also ganz nach Geschmack eines Börsenbetreibers, wenn die Kurse hübsch schwanken, sozusagen Achterbahn fahren. So, wie in den vergangenen Wochen, als Zinssorgen an den internationalen Finanzmärkten zunahmen und Investoren in der Folge dieser Sorgen vorübergehend die Reißleine zogen: Der Dow Jones Index verzeichnete den größten Verlust an einem Tag in seiner Geschichte und in dessen Abwärtssog rauschten auch die Kurse in Frankfurt in den Keller. Das kommt der Börse zu Gute - denn auch Aktienverkäufe sind Transaktionen, für die ihre Kunden bezahlen müssen. "Wir wollen wachsen, wir können wachsen, und wir werden auch in 2018 deutlich wachsen", sagte Weimer. Um mindestens fünf Prozent sollen die Nettoerlöse in diesem Jahr ansteigen.

"Wachstumsziele 2017 nicht ganz erreicht"

Und dabei muss man sagen, dass sich die Deutsche Börse bereits im vergangenen Jahr angesichts der vielen Probleme und Baustellen vergleichsweise wacker geschlagen hat: Die Nettoerlöse sind um rund drei Prozent geklettert auf 2,46 Milliarden Euro. Die um Sondereffekte bereinigten Gewinne sind um sechs Prozent geklettert. Dennoch musste Finanzvorstand Gregor Pottmeyer eingestehen: "Wir haben unsere Wachstumsziele im vergangenen Jahr nicht ganz erreicht."

Im Frühjahr 2017 war der geplante Zusammenschluss zwischen der Deutschen Börse und dem Marktbetreiber in London gescheitert. Die EU-Kommission hatte Wettbewerbsbedenken angemeldet - und beide Unternehmen konnten oder waren letztlich nicht Willens genug, diese Bedenken aus dem Weg zu räumen. Es war übrigens bereits der dritte misslungene Griff der Frankfurter nach London.

Der neue Chef der Deutschen Börse will nun kleinere Brötchen backen: Große Übernahmen stünden erst einmal nicht an. Kleinere seien durchaus möglich. "Wir wollen nicht ausschließen, auch durch Übernahmen wachsen zu können", ließ Theodor Weimer abermals wissen. Der frühere Chef der Deutschen Börse Kengeter musste im Nachgang der geplatzten Fusion zum Jahresende schließlich seinen Hut nehmen: Der Verdacht auf Insiderhandel im Zusammenhang mit der geplanten Fusion mit London hatte ihn für das Unternehmen untragbar gemacht.

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