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Gamesweek Berlin - Deutsche Spielbranche will Fördergelder

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Auf der Gamesweek Berlin präsentiert sich die deutsche Spielebranche - und wünscht sich 50 Millionen vom Staat, um deutsche Spielepublisher zu fördern.

Die E-Sport-Szene wächst seit Jahren. Auf der diesjährigen Games Week wird auch über die neu aufkommende Sportdisziplin diskutiert.

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Berlin zockt mal wieder. Gut, an Köln kommt das nicht ran: 350.000 Spielebegeisterte besuchten letztes Jahr die Spielemesse "Gamescom". Von solchen Besucherzahlen kann die "Gamesweek", die bis Samstag in Berlin stattfindet, mit ihren 15.000 Besuchern 2017 nur träumen. Doch die Veranstaltung will auch einen exklusiveren Blickwinkel auf die Materie vermitteln. Hier geht es nicht um US-Blockbuster, sondern um die deutsch-europäische Spieleszene und ihre Macher. Dabei versteht sich die Gamesweek als Fachmesse, Netzwerkplattform und Entwicklerkonferenz.

Auch dieses Jahr wartet ein wahrer Gemischtwarenladen mit zwölf Veranstaltungen auf die Besucher. Auf der "Quo Vadis" diskutieren europäische Spieleentwickler übers Business; bei "Womenize!" tauschen sich weibliche Spieler- und Entwicklerinnen aus; die "A Maze" präsentiert Besuchern die neuesten Indie- und VR-Spiele; und auf dem "German eSports Summit" tagt der organisierte eSport in Deutschland.

Die deutsche Spielebranche: Gute Spiele, aber kaum Marktmacht

Ein bisschen Selbstbeweihräucherung gehört übrigens auch zur Gamesweek: So rief die Veranstaltung Berlin zur "Games Capital" - also als Spiele-Hauptstadt - aus. Eigentlich findet man Deutschlands umsatz- und mitarbeiterstärkste Spielehersteller ja in Hamburg, München und Frankfurt/Main, doch auch die Berliner Games-Branche wächst kräftig. Etwa 460 Spielehersteller, die meisten davon Startups, arbeiten in Deutschland. Dass sie durchaus internationale Hits produzieren können, zeigte neulich das Rollenspiel "Elex" von THQ Nordic, das seit Oktober 2017 über 100.000 Exemplare beim Onlinehändler Steam verkaufte.

Doch der Branche geht es schlechter, als die Zahlen auf den ersten Blick vermuten lassen. 2017 sah der Bundesverband GAME die deutsche Entwicklerstudios bereits "auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit". Das Szenario kennt man vom Kino: Deutschland mag einer der weltweit größten Spiele-Absatzmärkte sein, doch deutsche Hersteller profitieren kaum davon. Von 100 Euro Umsatz bleiben gerade mal 6,40 Euro bei deutschen Publishern hängen. Dass 93 Prozent des Spieleumsatzes flöten gehen, liegt an mehreren Faktoren: Free-to-Play-Apps werfen zu wenig ab, die Zahl der Spieler stagniert und der Umsatz mit Spielekonsolen und -Hardware sinkt generell.

Der Wunsch: 50 Millionen für einen "Deutschen Games-Fonds"

Computerspiele hatten es nie leicht im deutschen Kulturbetrieb - das soll sich nun ändern. Der Grund sind handfeste wirtschaftliche Interessen. Dass deutsche Publisher nicht international mitspielen können, liegt meist an ihrer knappen Finanzdecke - und hier soll nun vom Staat nachgebessert werden. So steht im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD, dass eine Games-Förderung auf Bundesebene initiiert werden soll.

Prompt nutzt der GAME-Verband die Gamesweek, um seine Wunschvorstellung eines "Deutschen Games-Fonds" zu präsentieren. 50 Millionen Euro sollen jährlich nach einem festgelegten Schlüssel in kleine, mittlere und große Entwicklungsstudios fließen. Der Förderfonds soll Studios helfen, Finanzierungslücken zu schließen und Projekte so häufiger und schneller umzusetzen.

"Der Fonds soll systematisch und spezifisch Spiele-Entwicklungen in Deutschland fördern und die derzeitigen Wettbewerbsnachteile gegenüber Standorten wie Großbritannien, Frankreich und Kanada abbauen", schlägt der Verband vor. Um die Summe der Politik schmackhaft zu machen, führt man Untersuchungen aus Frankreich ins Feld. Demnach brachte Spieleförderung das 1,8-fache an Steuereinnahmen durch Steuer- und Sozialabgaben ein. Vereinfacht dargestellt: Wer spielt, hilft dem Staat - und das finden alle Gamer sicher gut.

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