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Wegen IS-Mitgliedschaft - Deutsche im Irak zum Tode verurteilt

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Sie hatte sich den Terroristen des IS angeschlossen: Ein Strafgericht in der irakischen Hauptstadt Bagdad verhängte nun die Todesstrafe gegen eine Deutsche.

IS-Kämpfer (Archivbild)
IS-Kämpfer (Archivbild)
Quelle: ap

Die Deutsche mit marokkanischen Wurzeln wurde zum Tod durch Erhängen verurteilt, weil sie sich der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen habe, urteilte das für Terrorismus zuständige Strafgericht in Bagdad am Sonntag, wie Richter Abdel Settar Bairakdar mitteilte.

"Logistische Unterstützung und Hilfe"

Die Frau habe "logistische Unterstützung und Hilfe für die Terrorgruppe geleistet, um Verbrechen zu verüben", erklärte der Richter, der zugleich als Gerichtssprecher fungiert. Zudem habe sie ihre beiden Töchter in die Region gebracht und mit IS-Kämpfern verheiratet. Sie habe dem IS bei seinen Taten geholfen und sei an einem Angriff auf irakische Sicherheitskräfte beteiligt gewesen.

Dem Gericht zufolge soll die Dschihadistin in Übereinstimmung mit dem irakischen Anti-Terror-Gesetz gehängt werden. Das Urteil kann aber noch angefochten werden. Genaue Angaben zur Identität der Frau wurden zunächst nicht gemacht.

Im September hatte ein irakisches Gericht bereits einen Russen zum Tod durch Erhängen verurteilt, nachdem dieser für schuldig befunden worden war, für den IS gekämpft zu haben.

Weitere deutsche Frauen im Gefängnis

Im ehemaligen IS-Gebiet im Irak sitzen einige Frauen auch aus Deutschland im Gefängnis, darunter Minderjährige, die sich dem IS angeschlossen hatten und sich nun um eine Rückkehr nach Deutschland bemühen. Unter ihnen ist auch die Jugendliche Linda W. aus dem sächsischen Pulsnitz.

Der Chef des deutschen Verfassunges, Hans-Georg Maaßen, hatte zuletzt eindringlich vor einer Gefahr durch islamistische Frauen und Kinder gewarnt - insbesondere durch jene, die aus früheren IS-Kampfgebieten zurückkehren. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, über welche die Funke-Mediengruppe Mitte Dezember berichtet hatte, waren in den vergangenen Jahren 960 Menschen in Richtung Kriegsgebiet ausgereist, um sich Extremistenmilizen anzuschließen.

"Etwa ein Drittel der ausgereisten Personen befindet sich derzeit wieder in Deutschland. Davon sind mehr als 15 Prozent weiblich", schrieb das Auswärtige Amt dem Bericht zufolge. Rund 50 deutsche Islamistinnen kehrten demnach inzwischen aus den umkämpften Regionen in Syrien und Irak nach Deutschland zurück.

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