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Deutsche in Haft in der Türkei - Gabriel ruft Türkei zur Freilassung Deutscher auf

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Seit einem halben Jahr sitzt der "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel in der Türkei wegen Terrorverdachts in Untersuchungshaft. Heute soll er wieder Besuch vom deutschen Botschafter bekommen.  Doch es sind noch viele andere Deutsche in der Türkei in Haft. Außenminister Gabriel verlangte ihre Freilassung und rechtsstaatliche Verfahren.

Neben dem Berliner Menschenrechtsaktivisten Peter Steudtner und dem Journalisten Deniz Yücel sitzen weitere sieben Deutsche in türkischer Haft. Angehörige und Freunde bangen in Deutschland um sie.

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Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat seine Kritik am Vorgehen des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan gegen deutsche Staatsbürger erneuert. Kurz vor einem geplanten Haftbesuch des deutschen Botschafters bei den inhaftierten Deutschen Deniz Yücel, Mesale Tolu und Peter Steudtner forderte Gabriel deren Freilassung. "Es ist gut, dass unser Botschafter die drei im Gefängnis besuchen und persönlich mit ihnen sprechen kann, aber Haftbesuche allein lösen noch nichts", sagte Gabriel der "Rheinischen Post".

22 Deutsche verhaftet

"Wir wollen, dass es vorangeht, und fordern rechtsstaatliche Verfahren und ihre Freilassung", erklärte der Außenminister. "Es geht nicht an, dass die drei und die anderen Deutschen in türkischer Haft aus politischen Gründen als Faustpfand der türkischen Regierung herhalten müssen."

Der Berliner Menschenrechtsaktivist Peter Steudtner war am 5. Juli in der Türkei festgenommen worden. Auch der "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel sowie die Journalistin Mesale Tolu sind weiterhin in Haft. Seit dem Putsch in der Türkei vor gut einem Jahr sind 22 Deutsche in dem Land verhaftet worden.

Auch Gespräch mit Steudtner

Botschafter Erdmann hatte Yücel erstmals im Juni besucht. Am Mittwoch will der Botschafter dann nach AA-Angaben erstmals auch mit Steudtner sprechen. Yücel werden Terrorpropaganda und Volksverhetzung vorgeworfen, Steudtner Terrorunterstützung.

Die Termine standen fest, bevor die vorübergehende Festnahme des Kölner Schriftstellers Dogan Akhanli in Spanien den Dauerstreit zwischen Ankara und Berlin erneut anheizte. Die Türkei fordert die Auslieferung Akhanlis.

Die Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland sind ohnehin seit Monaten angespannt. Seit dem Putschversuch im Juli 2016 nahmen türkische Behörden nach AA-Angaben 22 deutsche Staatsbürger fest. Neun von ihnen sitzen derzeit noch in Haft.

Haftprüfung für Mesale Tolu

Darunter ist auch die deutsche Übersetzerin und Journalistin Mesale Tolu. Am Dienstag steht im Fall von Tolu eine routinemäßige Haftprüfung an. Ihre Familie hofft auf Entlassung bis zum Prozessauftakt am 11. Oktober.

Der Journalistin drohen wegen Terrorpropaganda und Mitgliedschaft in einer Terrororganisation bis zu 15 Jahre Haft. Sie war am 30. April festgenommen worden, als Polizisten einer Anti-Terror-Einheit ihre Wohnung stürmten. Anfang Mai wurde Haftbefehl erlassen. Zurzeit ist sie im Frauengefängnis im Istanbuler Stadtteil Bakirköy inhaftiert. Ihr zweieinhalbjähriger Sohn ist mit ihr im Gefängnis.

Tolu besitzt - anders als Yücel - nur die deutsche Staatsbürgerschaft. Sie wurde in Ulm geboren und hat ihren Hauptwohnsitz in Neu-Ulm. Tolu arbeitete als Journalistin und Übersetzerin für die regierungskritische Nachrichtenagentur Etha in Istanbul. Die Etha-Internetseite ist in der Türkei seit 2015 per Gerichtsbeschluss gesperrt, die Agentur arbeitet aber weiter.

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