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Deutsche IS-Kämper in Nordsyrien - Kontrollverlust im Terrorcamp

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Sie waren die gefährlichsten Männer des Islamischen Staates. Gefangen in einer ehemaligen Schule. Das ZDF hat mit zwei deutschen IS-Kämpfern in Nordsyrien gesprochen.

Screenshot aus Video: Deutsche IS-Kämpfer in Nordsyrien, vom 21.11.2019
Interview von Deutschen IS-Kämpfer in Nordsyrien (Screenshot aus Video)
Quelle: ZDF

Al-Hasaka in Nordsyrien: Hier fällt das Atmen schwer. Die Luft ist von Abgasen und Staub geschwängert, Strom gibt es selten und das Trinkwasser ist rar. Die Stadt platzt aus allen Nähten. Seit der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien im Oktober wächst die Stadt gewaltig: Tausende Menschen sind hierher geflüchtet – vor dem Krieg, der 70 Kilometer westlich der Stadt wütet.

Kämpfer in Schule festgehalten

Irgendwo in dieser Gegend werden in einer ehemaligen Berufsschule, die innerhalb kürzester Zeit zu einem Gefängnis umgebaut worden ist, 5.000 ehemalige IS-Kämpfer gefangen gehalten. Die Hälfte der Insassen kommt aus dem Ausland. Die Männer haben deutsche, französische, oder belgischen Pässe.

Die Demokratischen Syrischen Kräfte stoßen an ihre Grenze: Seit der türkischen Militäroffensive wurden viele Gefängniswärter an die Front abgezogen, die medizinische Versorgung der Gefangenen können sie nicht mehr gewährleisten und das provisorische Hochsicherheitsgefängnis ist heillos überfüllt. Es ist ein Hilferuf: Europa möge Nordsyrien endlich Unterstützung leisten und am besten seine Staatsbürger zurückholen.

In Deutschland radikalisiert - in Syrien gefangen genommen

Kadir Mohammed Topcu und Mohammed Demer sind deutsche Staatsbürger und werden hier seit fünf Monaten gefangen gehalten. Ihre Geschichten gleichen sich: Sie haben sich in Deutschland radikalisiert und sind 2014 und 2016 nach Syrien ausgereist. Hier haben sie sich dem Islamischen Staat angeschlossen. Während Kampfhandlungen wurden sie festgesetzt und dann inhaftiert, berichtet die kurdische Seite.

Heute geben sich Topcu und Demer reumütig. Sie hätten ihre Religion in Deutschland nicht frei leben können, sagen sie. An Hinrichtungen und Kampfhandlungen wollen sie nie teilgenommen haben. 

Wir hatten Gelegenheit mit Kadir Topcu und Mohammed Demer in al-Hasaka zu sprechen:

Die Lage für die kurdischen Bewacher wird immer kritischer. Immer weniger Aufpassern steht eine übergroße Zahl an IS-Anhängern gegenüber. Wie lange kann das noch gut gehen? Und was passiert, wenn die Lager nicht mehr bewacht werden können?

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6 min
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