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Keine Abkehr von "Synodalem Weg" - Deutsche Katholiken steuern auf Konflikt mit Papst zu

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Trotz Kritik aus dem Vatikan: Die deutschen Katholiken halten an ihrem geplanten Reformprozess fest. Damit steuern sie und Kardinal Marx weiter auf einen Konflikt mit dem Papst zu.

Papst Franziskus (Archivbild)
Bekommt Post von der Bischofskonferenz: Papst Franziskus
Quelle: dpa

Die katholischen Bischöfe in Deutschland wollen ihren Gesprächsprozess mit Laienvertretern über kirchenpolitisch heikle Fragen auch gegen den Widerstand des Vatikans fortsetzen. Der sogenannte Synodale Weg werde "mutig und engagiert im Geist des Evangeliums fortgesetzt", erklärte die Deutsche Bischofskonferenz zum Abschluss ihrer Beratungen mit der Laienvertretung, dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), in Fulda.

Bischöfe schreiben Brief an Franziskus

Mit dem "Synodalen Weg" will die katholische Kirche in Deutschland auf die Missbrauchsskandale in der Kirche reagieren. Bischofskonferenz und ZdK wollen ihn ab dem ersten Advent starten. Dort soll in Gesprächsforen offen über kirchliche Reizthemen wie Macht, Sexualmoral, Lebensformen der Priester oder die Rolle der Frau in der Kirche gesprochen werden.

Auch Kardinal Reinhard Marx selbst wies die Kritik aus dem Vatikan am kirchlichen Reformprozess in Deutschland zurück. Es wäre hilfreich gewesen, wenn die römische Seite vor der "Versendung von Schriftstücken" das Gespräch gesucht hätte, zitiert die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" aus einem Antwortschreiben des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz an den zuständigen römischen Kurienkardinal Marc Ouellet.

In dem Brief hatte der Kurienkardinal ungewöhnlich deutlich die massive Vorbehalte im Vatikan gegen den in Deutschland geplanten "Synodalen Weg" formuliert. Marc Oullet ermahnte die deutschen Bischöfe, sich keine Entscheidungskompetenzen für Fragen anzumaßen, die allein auf weltkirchlicher Ebene entschieden werden könnten. Auch Papst Franziskus selbst hatte schon im Juni die deutschen Katholiken ermahnt, sich nicht von der Weltkirche zu entfernen.

Die Teilnehmer des Treffens in Fulda wiesen die Einwände des Vatikans gegen ihre Zusammenarbeit zurück und legten ihre Sicht der Dinge in einem gemeinsamen Brief an Papst Franziskus dar. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, verteidigte zum Abschluss des Treffens die Einbeziehung der Laienvertretung: "Die Kirche ist nicht für sich selber da." Dabei berief er sich ausdrücklich auch auf Papst Franziskus.

Marx will in Rom "etwaige Missverständnisse" ausräumen

Zudem verteidigte Marx den Dialogprozess in den deutschen Ortskirchen: Hier gehe es um die Frage, "wie das Evangelium Jesu Christi in den verschiedenen kulturellen und regionalen Gegebenheiten am geeignetsten allen Menschen bezeugt" werden könne.

Ein Sprecher der Bischofskonferenz hatte am Freitag angekündigt, dass Kardinal Marx in der kommenden Woche nach Rom reisen werde, um "etwaige Missverständnisse" rund um den "Synodalen Weg" auszuräumen. Dabei wies der Sprecher darauf hin, dass der Vatikan sich in seiner Kritik auf einen Entwurf zur Satzung des "Synodalen Wegs" aus dem Juni beziehe, aber noch nicht auf die seither fortgeschriebene Fassung.

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