Sie sind hier:

Gute Prognose dank Online-Handel - Die Post profitiert von Essen auf Rädern

Datum:

Bei der Deutschen Post läuft es im Jahr 2017. Der Umsatz wächst, die Gewinne auch. Grund: Der Online-Versandhandel weltweit boomt. Amazon, Zalando und Co. bescheren der Post 13,6 Prozent mehr Umsatz in dieser Sparte. Die Post liefert für Amazon mittlerweile auch frische Lebensmittel.

Weil die Post keinen Autobauer fand, der ihr ein Elektrofahrzeug für den Zustellbetrieb liefert, baut sie seit 2014 einfach selbst einen Elektro-Transporter: den Streetscooter. Nun verdoppelt die Post die Produktion und verkauft an andere.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Der boomende Online-Handel und die rege Nachfrage nach Express-Sendungen geben der Deutschen Post Schwung: Der Bonner Konzern verbuchte im zweiten Quartal deutliche Zuwächse bei Umsatz und Gewinn. Das einstige Sorgenkind des Konzerns, die Frachtsparte, konnte bei steigenden Umsätzen den Sinkflug bei den Erträgen stoppen und den operativen Ertrag stabilisieren. "Unser Unternehmen wächst in allen Bereichen und steigert seinen Gewinn kontinuierlich", bilanzierte Konzernchef Frank Appel.

Prognose 2017: 3,75 Milliarden Gewinn

Die Erlöse kletterten im Quartal um 4,4 Prozent auf 14,8 Milliarden Euro, der operative Ertrag (Ebit) um 11,8 Prozent auf 841 Millionen Euro, wie die Post am Dienstag mitteilte. Beim operativen Gewinn steuert die Post damit auf Rekordkurs. Der Konzerngewinn nach Anteilen Dritter stieg auf 602 (Vorjahr: 541) Millionen Euro. Die Post lag damit beim Gewinn leicht über den Erwartungen des Marktes. Analysten hatten mit einem Ebit von 823 Millionen Euro und einem Umsatz von 15 Milliarden Euro gerechnet. Seine Jahresprognose bekräftigte der Konzern: 2017 soll der operative Gewinn von 3,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr auf rund 3,75 Milliarden Euro steigen. Bis 2020 soll der operative Ertrag im Mittel jährlich um durchschnittlich mehr als acht Prozent zulegen.

Der Post spielt weiter der ungebrochene Boom im Online-Handel in die Hände. Die Kunden bestellen bei Internet-Händlern von Amazon bis Zalando, Zusteller bringen die Pakete dann zum Verbraucher. Für Amazon stellt der Konzern jetzt auch in mehreren Ballungsräumen frische Lebensmittel zu. Der Umsatz legte im Paket-Geschäft um 13,6 Prozent auf zwei Milliarden Euro zu. Auch der US-Paketriese UPS hatte dank des boomenden Online-Handels im zweiten Quartal deutliche Zuwächse verbucht.

Frachtmarkt wächst

Bei der Post läuft aber nicht nur das Paket-Geschäft rund. Einen zweistelligen Gewinnzuwachs konnten die Bonner im Express-Geschäft verbuchen, das Ebit legte hier um 12,2 Prozent auf 469 Millionen Euro zu. Die Sparte habe zudem eine operative Marge auf dem Rekord-Niveau von 12,5 Prozent ausgewiesen.

In der Frachtsparte stagnierte der operative Gewinn bei 67 (69) Millionen Euro. Die Sparte hatte den Bonnern über Jahre Probleme bereitet, eine Umstellung der Datenverarbeitung war fehlgeschlagen. Diese Probleme hat der Bereich verdaut, nun muss er sich - ebenso wie Wettbewerber - mit wieder steigenden Frachtraten auseinandersetzen. "Der Frachtmarkt wächst weiter sehr dynamisch", sagte Finanzchefin Melanie Kreis. Noch schlage dies nicht auf die Gewinne durch, denn gestiegene Frachtraten konnten nicht an die Kunden weitergereicht werden. Sie sei aber optimistisch, dass sich dies im zweiten Halbjahr ändern werde.

Interesses am Elektro-Fahrzeug der Post wächst

Dazu profitiert die Deutsche Post mit ihrem Elektro-Fahrzeug StreetScooter von der Debatte um Fahrverbote für Diesel-Autos. Der StreetScooter treffe auf rege Nachfrage, sagte Finanzchefin Melanie Kreis am Dienstag in einer Telefonkonferenz. Die Diskussion um den Diesel habe "das Interesse tendenziell noch weiter angeheizt", betonte Kreis.
Die Post setzt die Elektro-Transporter selbst ein, verkauft die von ihr entwickelten und produzierten StreetScooter aber auch an Kunden außerhalb des Konzerns. Bestellt hat die Elektro-Lieferwagen bereits der Fischhändler Deutsche See, aber auch Kommunen und Klein-Unternehmer sind interessiert. Der Bonner Konzern erweitert seine Modellpalette zudem. Mit Hilfe des US-Autobauers Ford sollen auch größere Transporter angeboten werden.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.