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Deutsche Wirtschaft schrumpft

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BIP 0,1 Prozent weniger - Deutsche Wirtschaft schrumpft

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Ganz so rosig sieht es nicht mehr aus in der deutschen Wirtschaft: Im zweiten Quartal ist die Wirtschaftsleistung gesunken. Auch die Aussichten sind eher mäßig.

Archiv: Blick in die Produktion beim Küchenhersteller Nobilia in Verl, aufgenommen am 05.02.2015
Die Exporte von Waren und Dienstleistungen sanken im vergangenen Quartal stärker als die Importe.
Quelle: dpa

Internationale Handelskonflikte und die Abkühlung der Weltkonjunktur haben die exportorientierte deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal ausgebremst. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Daten an diesem Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Zum Jahresanfang war Europas größte Volkswirtschaft noch um 0,4 Prozent gewachsen. Gebremst wurde die Entwicklung den Angaben zufolge vom Außenhandel.

Vor allem Exporte sinken

Die Exporte von Waren und Dienstleistungen sanken im Vergleich zum Vorquartal stärker als die Importe. Die privaten Konsumausgaben stiegen dagegen, die Unternehmen investierten mehr. Die Bauinvestitionen waren allerdings nach einem kräftigen Anstieg zum Jahresbeginn wegen des vergleichsweise milden Winters rückläufig.

Vor allem die Kauffreude der Verbraucher stützt Europas größte Volkswirtschaft. Die Menschen sind angesichts niedriger Arbeitslosigkeit in Konsumlaune. Zudem wirft Sparen wegen der Zinsflaute kaum mehr etwas ab. Zuletzt wurden die Verbraucher nach Angaben der GfK-Konsumforscher beim Geldausgeben allerdings vorsichtiger. Meldungen über Personalabbau und die Einführung von Kurzarbeit ließen die Angst vor Jobverlust wachsen, sagte GfK-Konsumklimaexperte Rolf Bürkl jüngst.

Handelsstreit macht sich bemerkbar

Die Abkühlung der Weltwirtschaft, die Unsicherheiten wegen des Handelskonflikts zwischen den USA und China sowie die Unwägbarkeiten des Brexits belasten die deutsche Industrie. Hinzu kommt der Strukturwandel in der Autoindustrie durch die Elektromobilität.

Deutschlands Konjunktur steht auf der Kippe.
Sebastian Dullien, Hans-Böckler-Stiftung

Die für das dritte Quartal erhoffte Konjunkturerholung steht nach zuletzt eher schwachen Daten Ökonomen zufolge zunehmend in Frage.
"Deutschlands Konjunktur steht auf der Kippe", sagte Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung.

Die Chancen für eine raschen Erholung der Wirtschaft und insbesondere der Industrie im zweiten Halbjahr seien deutlich gesunken. Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht aktuell aber keine Notwendigkeit für Konjunkturpakete. Zwar gehe die Wirtschaft in eine "schwierigere Phase", hatte die CDU-Politikerin am Dienstag bei einem Leserforum der "Ostsee-Zeitung" gesagt. Merkel warnte aber davor, die wirtschaftliche Lage schlecht zu reden. "Wir werden situationsgerecht agieren."

Für das Gesamtjahr rechnete die Bundesregierung zuletzt mit einem Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent. Im vergangenen Jahr war das Bruttoinlandsprodukt insgesamt noch um 1,5 Prozent gestiegen.

DIHK: Andere Märkte in den Blick nehmen

Wir sollten eher noch stärker international aufgestellt sein. Auch andere Märkte in den Blick nehmen, die bislang noch nicht so im Vordergrund stehen.
Volker Treier, DIHK

"Die Abschwächung der Konjunktur kommt aus dem Ausland", erklärt Volker Treier vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag im ZDF-Morgenmagazin. Diese resultiere aus vielen Konflikten, denen Unternehmen ausgesetzt seien: Handelskonflikte, Brexit, "Währungsabwertungs-Wettläufe" - deshalb warteten viele Unternehmen weltweit derzeit mit Investitionen.

Ein Ende des Exportweltmeisters Deutschland sieht Treier indes nicht. "Wir sollten eher noch stärker international aufgestellt sein. Auch andere Märkte in den Blick nehmen, die bislang noch nicht so im Vordergrund stehen." Es gebe viele Chancen in Afrika und Lateinamerika etwa. Vor allem gelte es nun aber auch, sich für Digitalisierung und strukturelle Änderungen generell zu wappnen.

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