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Deutscher Computerspielpreis - Games - ein "Medium unserer Zeit"

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Heute wird der Deutsche Computerspielpreis verliehen. Games spiegeln unsere Gesellschaft genauso wider, wie Kino oder Fernsehen, findet Jurymitglied Nova Meierhenrich.

Ein Online-Versteckspiel, ein Weltraumabenteuer und ein interaktiver Zeichentrickfilm - das sind die Anwärter für das beste Spiel des Jahres 2018. Verliehen wird der Preis dieses Jahr in München.

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heute.de: Die Königsklasse ist die Kategorie Bestes Deutsches Spiel. In der sind dieses Jahr mit WitchIt, The Long Journey Home und The Inner World – Der letzte Windmönch drei sehr unterschiedliche Spiele nominiert.

Nova Meierhenrich: Ja, das ist eine sehr große Vielfalt. Aber das spiegelt eigentlich auch die Einreichungen wider. Bei den sehr zahlreichen Einreichungen für die unterschiedlichsten Kategorien ist alles dabei gewesen. Wirklich sehr ernste Themen – gerade das Thema Umwelt kam sehr oft vor – Weltrettung, Nachhaltigkeit. Ich find das aber auch schön, dass diese Nominierten, diese Einreichungen zeigen, dass Games nicht gleich Games ist. Und dass jeder in der Games-Welt irgendwie etwas findet, was ihn kickt, reizt oder fesselt. Die drei sind ein ganz tolles Beispiel dafür.

heute.de: Zeigt diese Vielfalt auch, dass Computerspiele inzwischen ernstere Themen anpacken und gesellschaftlich mehr Anerkennung finden?

Meierhenrich: Ich glaube, dass Games genauso wie Filme Themen aufgreifen, die uns alle beschäftigen. Es gibt Filme, die reine Popcorn-Unterhaltung sind. Und es gibt Filme, die uns zum Nachdenken anregen. Das hat die Games-Welt genauso. Das ist auch ein Medium unserer Zeit. Und es spiegelt unsere Gesellschaft genauso wider, wie alles, was wir im Fernsehen oder Kino sehen und konsumieren.

heute.de: Eine Auszeichnung mit dem Deutschen Computerspielpreis bedeutet für die Entwickler immer auch zusätzliche Fördermittel – und es ist ein Gütesiegel. Wie versteht die Jury ihre Aufgabe? Was soll ausgezeichnet werden?

Meierhenrich: Das Schöne ist ja, dass wir sehr viele Kategorien zur Verfügung haben. Wir können deshalb vom Nachwuchskonzept bis hin zum ausgereiften Game alles auszeichnen. Es gibt die besten Nachwuchskonzepte, das Beste Game Design, es gibt eine spezielle Kategorie für Serious Games, für Jugendspiele, für Kinderspiele. Und natürlich: Die Gelder, die dabei vergeben werden, helfen oft jungen Game-Schmieden, den nächsten Schritt zu machen. Gerade wenn es um Nachwuchskonzepte der Universitäten geht. Oft ist durch das Geld, das wir vergeben erst möglich, das Game überhaupt zu realisieren. Und das ist doch toll. Das ist schon oft ein Anschub gewesen für Firmen, die heute fest im Sockel sitzen.

heute.de: Die Jury ist sehr vielschichtig aufgestellt. Auch das ZDF war ja mehrere Jahre vertreten. Wie funktioniert der Austausch zwischen Fachredakteuren, Akademikern und spiele-affinen Prominenten?

Meierhenrich: Die Diskussionen sind auch sehr vielschichtig dadurch. Weil jeder einen anderen Ansatzpunkt hat und dadurch auf was anderes guckt. Der einer sagt dann "Das hat man doch alles schon gesehen, diese Spielewelt", der nächste sagt dann: "Aber sorry: Wie das gezeichnet ist" oder "Die Geschichte ist doch toll" und "Überleg doch mal, wer’s gemacht hat: das sind nur drei Studenten" und "Hab das doch mal im Hinterkopf, mit wie wenig Geld, die das gemacht haben und das andere Spiel hatte Millionen zur Verfügung, das musst Du auch sehen." Also die Diskussionen sind schon sehr spannend und dauern Stunden. [lacht]

Das Interview führte Andreas Garbe.

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