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Beste visuelle Effekte - Deutscher Gerd Nefzer gewinnt Oscar

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Der Deutsche Gerd Nefzer hat den Oscar für die besten visuellen Effekte gewonnen. Der 52-Jährige wurde gemeinsam mit drei Kollegen für "Blade Runner 2049" ausgezeichnet.

Richard R. Hoover (v. l. n. r.), Paul Lambert, Gerd Nefzer, John Nelson gewinnen den Oscar für die besten visuellen Effekte.
Richard R. Hoover (v. l. n. r.), Paul Lambert, Gerd Nefzer, John Nelson gewinnen den Oscar für die besten visuellen Effekte für den Film "Blade runner 2049". Quelle: ap

Der Deutsche Gerd Nefzer hat den Oscar für die besten visuellen Effekte gewonnen. Der 52-Jährige wurde in der Nacht zu Montag in Hollywood mit drei Kollegen für die Arbeit am Science-Fiction-Film "Blade Runner 2049" ausgezeichnet. Er zeigte sich überglücklich: "Dankeschön, Germany! Thank you - great", sagte er in seiner Dankesrede mit der goldenen Statue in der Hand. Nefzer kommt aus Schwäbisch Hall, arbeitet aber auch in der Filmschmiede Potsdam-Babelsberg.

"Das fühlt sich großartig an, fantastisch!", jubelte Nefzer wenig später hinter der Oscarbühne. "Es ist ein super Moment in meinem Leben, ich hätte nie gedacht, dass ich es als deutscher Special Effects Supervisor mal zu den Oscars schaffe. Es ist unglaublich, ich kann es immer noch nicht fassen." Und auf die Frage, wie er seinen Erfolg feiern wolle, sagte er: "Ich bin mir noch nicht sicher, es ist das erste Mal, dass ich einen Oscar gewinne - wahrscheinlich auch das letzte Mal ... Aber ich denke, wir werden viel Spaß haben und wohl auch ein bisschen was trinken."

Eher ein ruhiger Typ

Gerd Nefzer ist eher ein ruhiger Typ - aber bei seiner Arbeit lässt es der Spezialist für Special Effects mächtig krachen: Seit drei Jahrzehnten inszeniert Nefzer brennende Häuser, explodierende Hubschrauber und zerschossene Autos für Krimi-Serien und Kinofilme. Und zwar real am Filmset und nicht am Computer.

Nefzer musste in dem Thriller "Blade Runner 2049" weniger für spektakuläre Szenen, sondern vielmehr als "Wettermacher" für düstere Stimmung sorgen. Denn der Film spielt in der Zukunft und geht davon aus, dass die Umweltzerstörung schon weit fortgeschritten ist. So musste sein Team am Set alle Register schlechten Wetters ziehen: Von leichtem bis dickem Nebel, von Regentropfen bis Starkregen und von Schneeflocken bis zum Schneesturm. "Diese Wetter-Stimmungen waren dem Regisseur Dennis Villeneuve und Kameramann Roger Deakins besonders wichtig für den 'look' des Films", erläuterte Nefzer nach seiner Nominierung.

Eigentlich hatte der gebürtige Schwabe Landwirt gelernt und Agrartechnik studiert. Doch sein Schwiegervater, der im baden-württembergischen Schwäbisch Hall einen Verleih von Filmautos und -waffen betrieb, überredete ihn, auf Special Effects umzusatteln. Seine handwerkliche Ausbildung half ihm dabei, und in Nefzers Firma auf dem Gelände des Potsdamer Studios Babelsberg arbeiten viele weitere Handwerker: Ein Metzger, ein Schlosser, ein Bergmann und ein Landmaschinen-Mechaniker.

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