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Deutscher Jugendliteraturpreis - Zirkushunde und Wünsche ans Universum

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Auf der Frankfurter Buchmesse ist am Abend der Deutscher Jugendliteraturpreis verliehen worden. Bestes Bilderbuch wurde "Polka für Igor", bestes Sachbuch ist "Extremismus".

Archiv: Kinder schauen sich Bücher an, aufgenommen am 20.06.2014.
Kinder schauen sich Bücher an.
Quelle: dpa

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat am Freitagabend auf der Frankfurter Buchmesse den Deutschen Jugendliteraturpreis verliehen. Den Sonderpreis für sein "Gesamtwerk" erhielt der Illustrator Volker Pfüller. Sein "zeichnerisch versierter Stil und seine sichere Technik" hätten unverkennbare Spuren in Kinder- und Jugendbüchern hinterlassen, erklärte die Jury zur Begründung.

"Große Lust am Fabulieren"

Die Kritikerjury prämierte je ein Bilder-, ein Kinder-, ein Jugend- und ein Sachbuch. Als bestes Bilderbuch konnte sich "Polka für Igor" (kunstanstifter) von Iris Anemone Paul durchsetzen, die auch den Sonderpreis "Neue Talente" erhielt. Mit "großer Lust am Fabulieren" erzähle die Autorin und Illustratorin die Geschichten eines alten Zirkushundes und setze diese "mit wirkungsstarken Siebdrucken" in Szene, so die Preisrichter. In der Sparte Kinderbuch wurde "Vier Wünsche ans Universum" (dtv Reihe Hanser) der US-amerikanischen Autorin Erin Entrada Kelly ausgezeichnet. Mit viel Feingefühl und Respekt erzähle Kelly aus unterschiedlichen Perspektiven die Geschichte des schüchternen Virgil, der fast tauben Valencia, des Fieslings Chet und der jungen Hellseherin Kaori.

Als bestes Jugendbuch überzeugte Steven Herricks lyrischer Roman "Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen" (Thienemann). Die Jury hob besonders die "poetische Sprache" hervor. Erzählt werde eine Geschichte, "die mit allen Sinnen für die Schönheit des Lebens sensibilisiert". Sieger beim Sachbuch wurde "Extremismus" (Carlsen) von Anja Reumschüssel. Das handliche Taschenbuch sei "akribisch recherchiert und definiert mit vielen Beispielen aus Politik, Religion und Gesellschaft diverse Erscheinungsformen von 'Extremismus'", hieß es.

Jedes Jahr fast 9.000 Bücher

Die Jugendjury zeichnete Neal Shustermans "Kompass ohne Norden" (Hanser), übersetzt von Ingo Herzker, aus. Hauptfigur ist der 15-jährige, an Schizophrenie erkrankte Caden. Der Deutsche Jugendliteraturpreis wird seit 1956 vergeben. Er wird vom Bundesjugendministerium gestiftet und vom Arbeitskreis für Jugendliteratur ausgerichtet. Der Sonderpreis für das Gesamtwerk umfasst ein Preisgeld in der Höhe von 12.000 Euro, alle anderen Auszeichnungen sind mit je 10.000 Euro dotiert.

Auf dem deutschsprachigen Kinder- und Jugendbuchmarkt erscheinen jedes Jahr fast 9.000 Bücher. Neben der Preissumme erhalten alle Preisträger auch eine Skulptur: die Momo. Gestaltet wurde die 30 Zentimeter hohe Bronzeplastik von dem Bildhauer Detlef Kraft. Als Symbolfigur für freie, unverplante Zeit habe Momo, die Heldin aus Michael Endes gesellschaftskritischem Roman, bis heute nicht an Aktualität verloren, so der Arbeitskreis Jugendliteratur.

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