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Deutscher Spendenrat - Wofür die Deutschen spenden

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Viele Deutsche spenden – besonders in der Weihnachtszeit. 3,3 Milliarden Euro kamen dieses Jahr bereits zusammen. Eine Liste warnt vor unseriösen Organisationen.

Archiv: Spende an ein Kinderhilfswerk.
Archiv: Spende an ein Kinderhilfswerk.
Quelle: AP

Die Deutschen haben dieses Jahr von Januar bis September fast 3,3 Milliarden Euro gespendet. Damit gaben sie etwas weniger aus als im Vorjahr, teilte der Deutsche Spendenrat heute mit. Der Verein stellte seine Studie "Bilanz des Helfens" vor. Das Spendenvolumen bleibt damit aber hoch: Es ist das drittbeste Ergebnis, seit der Verein die Zahlen 2005 erhebt. Erwartet wird, dass bis Ende des Jahres noch einmal ordentlich Geld fließt: Bis zu zwei Milliarden Euro werden für Oktober bis Dezember prognostiziert.

Doch immer weniger Menschen kommen für die Summe auf. Rund 15,7 Millionen spendeten bis September – das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung. Letztes Jahr wurden noch rund 16,5 Millionen Spender gezählt. Wenn die Menschen spendeten, dann jedoch besonders oft: Wer Geld gab, tat das fast sechs Mal im Jahr mit durchschnittlich 35 Euro - ein Rekord bei der Spendenhäufigkeit.

Wofür gespendet wurde

Das meiste Geld floss an humanitäre Hilfsorganisationen, dort maßgeblich in die Not- und Katastrophenhilfe. Die langfristige Entwicklungshilfe habe dagegen Rückgänge hinnehmen müssen. Auf dem zweiten Platz des Spendenvolumens lagen Organisationen, die sich dem Tierschutz verschreiben. Es folgen Gelder für Sport, Umwelt- und Naturschutz sowie die Kultur- und Denkmalpflege. Trotz der Popularität von Greta Thunberg – Projekte für Umwelt- und Naturschutz sowie für Tierschutz erhielten, verglichen mit dem Vorjahr, weniger Geld.

Bei Spenden an konfessionelle Organisationen sei laut Spendenrat eine „zaghafte Trendumkehr“ zu beobachten: Allerdings ging lediglich für evangelische Projekte mehr Geld ein, bei katholischen Organisationen ging der Anteil weiter zurück. Auch Spenden für die Flüchtlingshilfe waren rückläufig. Wurden in diesem Jahr bis September 188 Millionen Euro für Flüchtlinge gespendet, waren es zu Zeiten der Flüchtlingskrise 2016 noch 339 Millionen Euro.

Ältere spenden das meiste

Das meiste Geld stammt weiterhin von den über 70-Jährigen. Sie kamen für über vierzig Prozent der Spenden auf. Max Mälzer, Geschäftsführer des Deutschen Spendenrats, warnt: "In Anbetracht der offensichtlichen demografischen Entwicklungen ist dies sicherlich ein Fingerzeig auf die zukünftigen Spendenentwicklungen."

Anerkanntes Siegel und Zertifikat

Doch wie soll man entscheiden, wem man Geld spendet? "Die meisten Spendenorganisationen in Deutschland sind vertrauenswürdig", schreibt das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) dazu auf seiner Website. Dennoch gebe es immer wieder auch "fragwürdige Methoden". Wenn besonders emotionale oder drängende Werbung genutzt wird, die Organisationsstruktur undurchsichtig ist oder besonders hohe Verwaltungskosten angegeben werden, rät das DZI von Spenden ab.

Das Institut führt eine Art Schwarze Liste mit Organisationen, vor denen es warnt. Auch vergibt es ein Spenden-Siegel, das derzeit rund 230 Organisationen tragen. Auch der Deutsche Spendenrat vergibt ein Zertifikat, das 55 Organisationen führen. Allerdings kostet die Beantragung der Spenden-Siegel-Prüfung des DZI sowie dessen Verlängerung Geld. Um das Zertifikat des Deutschen Spendenrats beantragen zu können, muss man dort Mitglied sein und einen Beitrag von bis zu 6.500 Euro pro Jahr zahlen. Wenn eine Organisation kein Siegel oder Zertifikat trägt, spricht das also nicht gegen eine seriöse Arbeit.

Neben den klassischen Wegen wie persönlich adressierte Briefe, Spenden-Aufrufen in der Fußgängerzone oder an der Haustür gibt es auch Online-Angebote. Die Spendenplattform Betterplace.org ist eine der größten in Deutschland. Mehr als 30.000 Projekte bitten dort um Geld. Der gemeinnützige Verein hat ebenfalls Vorgaben, damit eine Organisation gelistet wird. "Alle Organisationen sind zu Transparenz verpflichtet und stellen detailliert dar, wofür Spenden benötigt und eingesetzt werden", schreibt Betterplace vor.

Auch das ZDF unterhält eine Seite mit verschiedenen Spendenkonten:

Zerstörung auf Haiti nach Hurrikan Matthew

Service - Spendenkonten

So können Sie Opfer von Katastrophen unterstützen

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