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Rekordüberschuss - Staat mit größtem Plus seit Wiedervereinigung

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Gute Konjunktur, sprudelnde Steuern und Sozialbeiträge haben dem deutschen Staat einen Rekordüberschuss beschert: Das Plus lag im vergangenen Jahr bei 36,6 Milliarden Euro.

Geldbündel
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Quelle: Deutsche Bundesbank/deutsche Bundesbank/dpa

Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen nahmen unter dem Strich 36,6 Milliarden Euro mehr ein, als sie ausgaben, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Demnach ist es der größte Überschuss seit der deutschen Wiedervereinigung. In einer ersten Schätzung war die Behörde allerdings noch von 38,4 Milliarden Euro ausgegangen. Bezogen auf die Wirtschaftsleistung lag das Plus bei 1,1 Prozent.

Überschuss zum vierten Mal in Folge

Die starke Konjunktur bescherte dem Fiskus sprudelnde Steuern und Sozialbeiträge und das vierte Jahr in Folge einen Überschuss. Deutschland ist damit weit entfernt von der Defizit-Grenze des Maastricht-Vertrages. Danach darf das Defizit höchstens 3,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen.

Auch die vor allem in Deutschland umstrittene ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sorgt für Entlastung. Wegen der niedrigen Zinsen kann sich der Staat günstiger verschulden.

Kommunen erzielen höchsten Überschuss

Den höchsten Überschuss erzielten 2017 mit 16,2 Milliarden Euro die Länder. Der Bund verbuchte ein Plus von 1,1 Milliarden Euro nach 7,4 Milliarden im Jahr zuvor. Dabei machte sich vor allem die Rückzahlung der Kernbrennstoffsteuer an die Energieunternehmen bemerkbar. Auch Sozialversicherung und Gemeinden nahmen mehr ein als sie ausgaben.

Die Wirtschaft wuchs auch Ende 2017 robust. Getragen vor allem vom Export-Boom stieg das BIP im vierten Quartal um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie die Wiesbadener Behörde vorläufige Angaben bestätigte. Die kräftige Erholung der Weltwirtschaft kurbelt die Nachfrage nach Waren "Made in Germany" an. Deutschlands Exportunternehmen hatten 2017 das vierte Rekordjahr in Folge erzielt.

Ökonomen erwarten weiter kräftiges Wachstum

Zudem investierten die Unternehmen zum Jahresende mehr in Maschinen und andere Ausrüstungen, die Investitionen in Bauten sanken hingegen etwas. Die Bauindustrie verzeichnete infolge niedriger Zinsen im vergangenen Jahr das beste Neugeschäft seit 21 Jahren. Mit einem Plus von 6,6 Prozent zum Vorjahr und einem Volumen von 72,3 Milliarden Euro kletterten die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe nominal auf den gleichen Wert wie 1996. Die Konsumausgaben der Verbraucher, die im Gesamtjahr vor allem die Konjunktur angetrieben hatten, lagen in etwa auf dem Niveau des Vorquartals.

Europas größte Volkswirtschaft war 2017 um 2,2 Prozent gewachsen. Es war das stärkste Plus seit sechs Jahren. Führende Ökonomen rechnen mit einer Fortsetzung des kräftigen Wachstums. Die geschäftsführende Bundesregierung ging zuletzt von einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 2,4 Prozent in diesem Jahr aus.

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