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Besonders starke UV-Strahlung am Wochenende

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Deutscher Wetterdienst warnt - Besonders starke UV-Strahlung am Wochenende

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Am Samstag und Sonntag wird es nicht nur besonders warm - auch die UV-Strahlung fällt deutlich stärker aus. Experten raten, die Mittagssonne zu meiden.

Mann mit Sonnenhut liegt auf einer Wiese im Schatten
Mann mit Sonnenhut liegt auf einer Wiese im Schatten
Quelle: dpa

Vor besonders starker UV-Strahlung hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Samstag gewarnt. Die am Morgen aktualisierte Warnung galt für fast ganz Deutschland. Nur ein schmaler Küstenstreifen an Nord- und Ostsee sowie Schleswig-Holstein waren nicht betroffen.

UV-Index am Samstag, 29.6.2019
UV-Index am Samstag, 29.6.2019. Der Index beschreibt den höchsten UV-Bestrahlungswert, der an diesem Tag am Boden erwartet wird.

UV-Strahlung erhöht das Risiko von Hautkrebs: "Jedes Zuviel an UV-Bestrahlung, das heißt jede Hautrötung und jeder Sonnenbrand, können die Zellstruktur der Haut verändern", erklärt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. "Je häufiger diese Schädigungen passieren, desto höher ist das Risiko, dass in einem späteren Lebensalter Hautkrebs entsteht."

Am Samstag werden laut DWD "in der Mitte und im Süden hohe UV-Strahlungswerte" erwartet. Am Ober- und Hochrhein müssten sich die Menschen zudem auf eine starke Wärmebelastung einstellen. Bei nahezu wolkenlosem Wetter mit viel Sonne sollten die Temperaturen in Deutschland auf 29 bis 36 Grad ansteigen. Nur an den Küsten und im höheren Bergland bleibe es mit 22 bis 29 Grad etwas kühler. Auch am Sonntag werde es wieder sonnig und warm mit Temperaturen in der Spitze von 39 Grad. Weitere Aussichten finden Sie auch auf unserer Wetter-Seite.

UV-Index am Sonntag, 30.6.2019
UV-Index am Sonntag, 30.6.2019. Der Index beschreibt den höchsten UV-Bestrahlungswert, der an diesem Tag am Boden erwartet wird.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) rät bei UV-Index-Werten über sieben zu folgenden Schutzmaßnahmen:

  • in der Mittagszeit möglichst nicht draußen aufhalten
  • unbedingt Schatten aufsuchen
  • entsprechende Kleidung, Hut, Sonnenbrille und Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor sind dringend nötig

Das BfS weist darauf hin, dass die Empfehlungen für Tageshöchstwerte des UV-Index bei wolkenlosem Himmel gelten. Außerdem könne die UV-Belastung auf dem Wasser oder auf hellen Sandflächen höher ausfallen als der vorhergesagte maximale UV-Index. Das sei der Fall, weil helle oder spiegelnde Oberflächen die UV-Strahlung reflektieren. Gerade dann sei ausreichender Sonnenschutz besonders wichtig.

UV-Index am Montag, 1.7.2019
UV-Index am Montag, 1.7.2019. Der Index beschreibt den höchsten UV-Bestrahlungswert, der an diesem Tag am Boden erwartet wird.

Mehr Todesfälle bei Hitzewellen

Vor allem für ältere Menschen stellen die hohen Temperaturen eine Gefahr dar: Hitzewellen haben ein tödliches Risiko. Studien zeigen, dass solche Perioden in den vergangenen Jahren in Deutschland für Tausende Todesfälle gesorgt haben. Mit geschätzt 7.600 Toten sei die Hitzewelle 2003 die folgenschwerste im Zeitraum 2001 bis 2015 gewesen, berichteten kürzlich Wissenschaftler im "Bundesgesundheitsblatt". Für den Sommer 2018 liegen noch keine bundesweiten Auswertungen vor - allein für Berlin gehen Experten aber von etwa 490 Todesfällen aus.

In den Hitze-Sommern 2006 und 2015 starben den Berechnungen zufolge im ganzen Land rund 6.200 beziehungsweise 6.100 Menschen aus dem Grund.
Mitautor Matthias an der Heiden vom Robert Koch-Institut in Berlin sagte: "Man sieht, dass vor allem in den Altersgruppen 75 bis 84 und über 85 Jahren ein besonderes Risiko besteht." Mit einer aktuellen Zunahme der Todesfälle in Deutschland wegen der Juni-Hitze sei zu rechnen.

Ältere Menschen passen sich schlechter an Hitze an

Bei mehreren Arten von Erkrankungen verschlimmern sich die Symptome bei hohen Temperaturen, dazu zählen etwa Atemwegserkrankungen.
Betroffen sind dem Experten zufolge aber nicht nur Menschen mit Grunderkrankungen: Hitze belaste generell das Herz-Kreislaufsystem - der Körper muss die eigene Temperatur konstant halten.

Häufig lägen die Gründe für einen Hitzetod in einer fehlenden Anpassungsfähigkeit des Körpers, sagte der Charité-Arzt Christian Witt kürzlich dem "Tagesspiegel". "Ältere Menschen können sich nicht mehr so gut an Wärme und Extremwetterlagen adaptieren wie junge Leute."

Für Erfrischungen an heißen Tagen sorgen

Einzelne heiße Tage stellen den Analysen zufolge weniger ein tödliches Risiko dar - gefährlich werde es ab mehreren Hitzetagen in Folge, erläutert an der Heiden. Ab Wochenmitteltemperaturen von 20 Grad, Tages- und Nachtwerte einberechnet, würden systematisch mehr Todesfälle beobachtet. Derart warme Wochen seien in den vergangenen Jahrzehnten deutlich häufiger beobachtet worden, heißt es in der Studie. Der Trend werde sich vermutlich im Zuge der Klimaerwärmung fortsetzen "und eventuell noch verschärfen". 

Mit länger andauernder Hitze werde es immer schwieriger, sich zum Schutz vor der Hitze in Gebäude zurückzuziehen, weil diese sich zunehmend aufheizen, sagte an der Heiden. "Gerade Menschen, die nicht so flexibel sind, zum Beispiel bettlägerig - die sind teils noch stärker gefährdet." Wichtig sei, dass nicht mehr handlungsfähige Menschen genug Unterstützung bekämen: Dass man ihnen Getränke bringt oder für Erfrischung sorgt, indem man Hände oder Füße in kühles Wasser legt, so der Wissenschaftler. Zu den Empfehlungen zählten auch vermeintlich naheliegende Dinge wie ausreichendes Trinken.

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