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Deutschland stockt Hilfe auf - Milliardenbetrag für Opfer des Syrien-Konflikts

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Bei der Syrien-Konferenz geht es um Hilfe für das Land und politische Lösungen. Deutschland setzt ein "Zeichen der Solidarität" und stockt seine Zusagen auf.

Deutschland hat seine Hilfszusagen für die notleidenden Menschen in Syrien und für Flüchtlinge in den benachbarten Ländern um einen Milliardenbetrag aufgestockt. Entwicklungsminister Gerd Müller kündigte am Donnerstag bei der internationalen Geberkonferenz in Brüssel an, dass die bereits gegebenen Zusagen noch einmal um 1,44 Milliarden Euro erhöht werden.

Geld für Essen, Medizin und Ausbildung

2018 war das schlimmste Jahr in Bezug auf Kinder - Tausende von Toten.
Entwicklungsminister Gerd Müller

Deutschland setze damit ein "starkes Zeichen der Solidarität", sagte der CSU-Politiker. Im vergangenen Jahr waren rund 1,47 Milliarden Euro bereitgestellt worden. "Ganz besonders wichtig ist uns die Situation der Kinder", sagte er. "2018 war das schlimmste Jahr in Bezug auf Kinder - Tausende von Toten."

Mit dem bei der Konferenz gesammelten Geld sollen Nahrungsmittel und medizinische Hilfen, aber auch Ausbildungsprogramme für Kinder und Jugendliche finanziert werden.

Nach Zahlen der Vereinten Nationen sind allein in Syrien noch immer 11,7 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Zudem benötigen Millionen Flüchtlinge in Länder wie der Türkei, im Libanon und in Jordanien Unterstützung.

Gelder sollen in humanitäre Hilfe fließen, nicht in Wiederaufbau

In dem Bürgerkrieg in Syrien gab es nach Schätzungen bereits mehr als 400.000 Tote. Alle Versuche, einen politischen Übergang auf den Weg zu bringen, scheiterten bisher. Die von Russland und dem Iran unterstützte Regierung von Präsident Baschar al-Assad kontrolliert mittlerweile wieder mehr als zwei Drittel des Landes.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini betonte bei der Konferenz, dass das gesammelte Geld nur in humanitäre Hilfe und nicht in den Wiederaufbau des Landes fließt.

Mittel dafür werde es nur dann geben, wenn es unter Aufsicht der Vereinten Nationen einen politischen Prozess gebe, sagte sie. "Wir wollen nicht, dass der Konflikt vergessen wird. Wir wollen nicht, dass die Menschen aus Syrien vergessen werden in einem Moment, in dem die internationale Gemeinschaft sich ein bisschen weniger darum zu kümmern scheint."

Syrien-Konferenz mit 80 Staaten und Organisationen

An der Brüsseler Syrien-Konferenz nehmen Vertreter von rund 80 Staaten und Organisationen teil. Die EU und die Vereinten Nationen hoffen als Organisatoren des Treffens auf Hilfszusagen in Höhe von mindestens 4,3 Milliarden US-Dollar (3,8 Mrd Euro). So viel Geld war bei der Konferenz im vergangenen Jahr zugesagt worden. Die tatsächlichen Zahlungen lagen dann sogar bei rund 6 Milliarden US-Dollar.

Wie ist die Lage in Syrien? Alle Infos finden Sie im Artikel:

Archiv: Eine Fraue läuft auf einer Straße in Einb Tarma (Ost-Ghuta, Syrien), aufgenommen am 26.02.2019

Krieg seit 2011 - Zerstört und ausgeblutet: Die Lage in Syrien 

Millionen Flüchtlinge, Millionen Hilfsbedürftige, zerstörte Infrastruktur - knapp 400 Milliarden Dollar soll der Wiederaufbau Syriens laut UNO kosten. Ein Überblick über die Lage.

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