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Syrien - Deutschland holt erstmals IS-Kinder zurück

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Etwa 120 Kinder von deutschen IS-Angehörigen sitzen in syrischen Flüchtlingslagern fest. Jetzt holt die Bundesregierung erstmals vier dieser Kinder zurück nach Deutschland.

Dutzende Kinder von deutschen IS-Angehörigen sitzen in Flüchtlingslagern fest. Nun bekam die Bundesregierung vier dieser Kinder überstellt. Sie sollen nach Deutschland zurückkehren.

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Zum ersten Mal holt die Bundesregierung Kinder von deutschen IS-Anhängern in die Bundesrepublik zurück. An der Grenze zwischen Syrien und dem Irak wurden nach Angaben einer Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Montag vier Kinder an Mitarbeiter des deutschen Generalkonsulats in Erbil übergeben. Die Kinder hatten nach dem Sieg über die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien im Flüchtlingslager Al-Hol gelebt, das unter Kontrolle der Kurden steht. Es soll sich um drei Waisen und ein krankes Baby handeln.

Maas: Holen weitere IS-Kinder

Die Bundesregierung arbeitet nach den Worten von Außenminister Heiko Maas unter schwierigen Bedingungen daran, weitere Kinder von IS-Kämpfern nach Deutschland zu holen. "Wir werden uns dafür einsetzen, dass auch weitere Kinder Syrien verlassen können", sagte der SPD-Politiker in Berlin.

"Es handelt sich im Wesentlichen um Kleinkinder, und deren Unterbringung dort ist alles andere als optimal", sagte Maas. Er betonte: "Sie können auch nicht für die Taten ihrer Eltern verantwortlich gemacht werden, und deshalb wollen wir dort helfen."

Innenministerium: Kinder in erster Linie Opfer

In jedem Einzelfall müssten schwierige Fragen beantwortet werden - zur Identität und zur Organisation ihrer Ausreise. Maas bedankte sich "bei all denjenigen, die diese Ausreise unter so schwierigen und auch unter gefährlichen Umständen möglich gemacht haben".

Die Kinder seien in erster Linie als Opfer anzusehen, da sie dem perfiden und radikalen "Erziehungssystem" des IS ausgesetzt gewesen seien, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Nach ihrer Rückkehr stünden "die Reintegration, das Kindeswohl und die Bewältigung von Traumata im Vordergrund". Das Ministerium habe den Ländern über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) zudem Finanzmittel für "Rückkehrkoordinatoren" zur Verfügung gestellt.

Ausreise über die Türkei schwierig

Viele ausländische IS-Anhänger waren einst über die Türkei in das sogenannte "Kalifat" der Terrormiliz gereist. Eine Ausreise ihrer Kinder über die Türkei wäre jetzt aber mit großen Hürden verbunden. Denn ohne eine Kooperation mit den kurdischen Gruppen, die die Kinder in Syrien festhalten, geht es nicht. Diese kurdischen Gruppen wiederum werden von der türkischen Regierung als "Terrororganisationen" eingestuft.

Eine Übergabe von IS-Kämpfern schlossen die Kurden zunächst aus. Die Autonomiebehörde habe klargemacht, dass es ein internationales Gericht in Nordost-Syrien geben müsse, teilte das kurdische Büro für internationale Angelegenheiten mit. Sie sollten vor Ort vor Gericht gestellt werden, weil dort auch Zeugen und Opfer seien.

Gerichtsentscheid im Juli

Über die Rückkehr von IS-Kindern in Deutschland wird seit längerem diskutiert. Die Bundesregierung hatte zunächst darauf verwiesen, dass es in Syrien derzeit keine deutsche diplomatische Vertretung gebe. Das Berliner Verwaltungsgericht hatte im Juli entschieden, dass die Regierung Angehörige von IS-Kämpfern zurückholen müsse.

Im Nordosten Syriens sollen sich nach Angaben des Rojava Information Center (RIC) 117 Kinder mit deutscher Staatsangehörigkeit befinden. Dazu kämen 21 Kinder von Deutschen, die aber keine deutsche Staatsangehörigkeit hätten, sowie Dutzende Frauen und 66 Männer, von denen mehr als 40 an Kriegsverbrechen beteiligt sein sollen. Die Bundesregierung sprach zuletzt von 68 Frauen aus Deutschland und mehr als 120 Kindern.

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