Sie sind hier:

Die große Deutschland-Studie - "Heimat" populär wie nie

Datum:

"Heimatgefühl" ist für viele Deutsche immer wichtiger. Experten verraten in einer exklusiven ZDF-Doku, warum die Liebe zur Heimat die Menschen derzeit so bewegt.

sonne tanken in oberfranken
Blick vom Staffelberg
Quelle: dpa

Ob die eigene Wohnung, der Geburtsort oder die Familie – was auch immer der Begriff "Heimat" den Menschen im Land bedeutet: Heimatverbundenheit und Traditionen spielen für die Deutschen eine immer größere Rolle. Eine exklusive Studie, die das Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos für das ZDF erstellt hat, beschäftigt sich mit den Lebensbedingungen in der Republik. Hierbei stellen Wissenschaftler fest: Gerade die fortschreitende Globalisierung schafft bei den Menschen ein besonderes Heimatgefühl - eine große Sehnsucht nach Altbekanntem.

Kulturanthropologe Werner Mezger von der Universität Freiburg: "Heute denkt man ja gelegentlich, Heimat spiele keine Rolle mehr, weil alles in Zeiten der Globalisierung steht. Globalisierung wird mit Lokalisierung, Forscher sagen mit der Inszenierung lokaler Besonderheit, beantwortet. Man besinnt sich wieder auf das, was es nur am eigenen Ort gibt."

Heimat als Gefühl

Die Sehnsucht nach den Wurzeln ist heute deutschlandweit verbreitet: Ob Biergärten in Bayern, Trachten im Schwarzwald oder Karneval in Köln – alles Orte und Traditionen, die für Heimatgefühl stehen: "Es gibt Gegenden, in denen ein ganz starkes Heimatgefühl existiert. Zum Beispiel sagt man, Köln sei ein Gefühl. Und einmal im Jahr wird dieses Gefühl gewissermaßen der ganzen Welt gezeigt, im Karneval", so Professor Mezger.

Die Heimatverbundenheit äußert sich auch in der Sanierung von Städten, so Mezger: "Vor allem mittelalterliche Städte werden ja heute so schön hergerichtet, wie sie im Mittelalter nie waren, so Geranienkübel gab es im Mittelalter ganz bestimmt nie. Man erschafft eigentlich eine Heimat."

Abheben vom Einerlei

Während die Welt um einen herum immer eintöniger werde, besinne man sich auf die Besonderheiten der Heimat, so Mezger: "Jeder kleine Ort strebt ja heute nach Alleinstellungsmerkmalen. Das ist eben gerade der Versuch, sich abzuheben vom globalen Einerlei."

"Heimat ist kein Ort. Heimat ist ein Gefühl", so beschreibt Herbert Grönemeyer den Begriff schon im Jahr 1999 in seinem Hit. Heute, fast 20 Jahre später, hat Deutschland ein Heimatministerium – und die Menschen im Land diskutieren über ihre Lebensverhältnisse. Heimat, ein Begriff, der nach dem Zweiten Weltkrieg noch in der rechten Ecke angesiedelt war, ist heute weitgehend positiv besetzt.

Heimat im Wandel der Zeit

Der Ausdruck "Heimat" stammt ursprünglich aus einer Kombination aus "Haus" und "Hof". Im Mittelalter galt: Wer "Heimatrecht" hatte, durfte sich in einer Siedlung niederlassen und seinem Handwerk nachgehen.

Heute ist "Heimat", eines der Themen, die auch die neue ZDF-Dokumentation "Wo lebt es sich am besten?" aufgreift. Einer der Macher der Deutschland-Studie, die die Lebensbedingungen in allen 401 Landkreisen und kreisfreien Städten untersucht, ist Christian Böllhoff. Der Geschäftsführer von Prognos sieht derzeit eine gewisse Unruhe im Land: "Es gibt Diskussionen darüber: Wem geht es besser, wem geht es schlechter? Wie wollen wir leben. Wie sieht unsere Zukunft aus. All das wird auch verknüpft mit dem Begriff Heimat."

Alle Informationen zur Studie und zu den einzelnen Regionen gibt es hier:
deutschland-studie.zdf.de

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.