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Deutschland-Studie - Senioren leben in Ostdeutschland am besten

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Alt, aber mobil - das gilt heute für viele Senioren. Aber sie möchten auch vernünftige Mieten und den Supermarkt um die Ecke. Wo es das gibt, das verrät eine exklusive ZDF-Studie.

Archiv: Zwei ältere Meenschen in Jena auf einer Bank
Entspannung im Alter - geht in Jena laut Deutschland-Studie am besten.
Quelle: DPA

Stadt oder Land, Ost oder West? Für die Studie haben Forscher Daten aus allen 401 kreisfreien Städten und Landkreisen untersucht. Ihr Ziel: ein Regionen-Vergleich der Lebensverhältnisse für Senioren. Insgesamt 20 Lebensbereiche sind in die Wertung mit eingeflossen. Zum Beispiel: Wie hoch sind die Mieten? Wie hoch ist die Lebenserwartung? Gibt es genug Ärzte? Auf Rang 1 landet die Region mit den besten Lebensverhältnissen für Senioren in Deutschland: die Stadt Jena in Thüringen.

Jena ganz vorne

Die Universitätsstadt mit rund 110.000 Einwohnern punktet unter anderem mit überdurchschnittlich vielen Erholungsflächen sowie einer sehr guten Gesundheitsversorgung. Studienleiter Christian Böllhoff vom Prognos-Institut, das die Studie durchgeführt hat: "Hier ist intensiv investiert worden und ganz offensichtlich kommt das auch den Senioren zugute."

Auf Rang 2 folgt gleich die nächste ostdeutsche Stadt: Suhl. In der Stadt mit der ältesten Bevölkerung Deutschlands (Altersdurchschnitt 50,5 Jahre) sind die Wohnkosten besonders günstig. Suhl punktet außerdem mit den deutschlandweit geringsten Unfallzahlen von Senioren.

Ostdeutsche Städte weit vorne

Für Städteforscherin llse Helbrecht von der Humboldt-Universität in Berlin ist das gute Abschneiden der ostdeutschen Regionen keine Überraschung: "Viele ostdeutsche Städte sind hoch attraktiv, weil sie eine hervorragende Altbausubstanz haben und oft gepflegter und besser modernisiert sind als manche Stadt in Westdeutschland. Diese Kombination aus hervorragender Bausubstanz, noch bezahlbaren Mieten und sehr guter Infrastruktur macht sie sehr attraktiv für Senioren."

Auf Rang 3 landet der erste westdeutsche Landkreis: Im Hochtaunuskreis bei Frankfurt haben Senioren eine hohe Kaufkraft. Wer hier heute 60 Jahre alt ist, kann sich zudem über eine hohe Lebenserwartung freuen.

Problem sind oft die ländlichen Regionen

Die Studie hat auch untersucht, ob es sich für Senioren auf dem Land oder in der Stadt besser lebt. In besonders abgelegenen Regionen sind die Entfernungen zum Arzt oder Krankenhaus oft viel zu weit. Gleiches gilt für den nächsten Supermarkt: Im Eifelkreis Bitburg-Prüm ist beispielsweise die nächste Einkaufsmöglichkeit durchschnittlich 3,3 Kilometer entfernt - ein Negativ-Rekord. Mit ein Grund, weshalb der Kreis als Schlusslicht des Rankings auf Rang 401 landet.

Dazu hat sich die Zahl der Lebensmittelgeschäfte in Deutschland seit 1970 um die Hälfte reduziert. Vor allem kleine Läden auf dem Land sind verschwunden. Städteforscherin Helbrecht ist allerdings für einen drastischen Schritt: "Man sollte gar nicht so viel Angst haben, bestimmte Orte aufzugeben." Denn alles Geld, was in abgelegene Regionen fließt, stehe nicht für den Ausbau von Infrastruktur etc. in den großen Städten zur Verfügung. Hier werde das Geld nach Helbrechts Meinung aber dringender gebraucht.

Metropolen: Teures Pflaster für Senioren

Doch auch die großen Städte sind für Senioren nicht grundsätzlich lebenswerter. Die Studie hat das Verhältnis der Mieten zum Einkommen der Rentner berechnet. Die bundesweiten Unterschiede könnten kaum größer sein: Während etwa ein Rentner im sächsischen Vogtlandkreis für eine neue durchschnittlich große Wohnung nur etwa 20 Prozent seines Einkommens zahlen müsste, sind das in München rund 65 Prozent - fast zwei Drittel.

Da verwundert es nicht, dass laut Statistik aus München und Frankfurt die meisten Senioren wegziehen. Ein Ziel für diese "Ruhestandswanderer": Potsdam. Beim Zuzug von Senioren ist Potsdam die Region Nummer eins. Insgesamt landet Potsdam auf Rang sechs der besten Orte für Senioren in Deutschland.

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