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Öko-Anbauflächen - Mehr Bio auf deutschen Feldern

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Deutschlands Landwirte setzen vermehrt auf die ökologische Nutzung ihrer Anbauflächen. Im vergangenen Jahr wurden knapp 15 Prozent mehr Felder für biologische Landwirtschaft genutzt als noch im Vorjahr. Umweltministerin Hendricks fordert derweil ein Umdenken bei der Agrarförderung.

Der neueste Agrar-Report des Bundesamtes für Naturschutz sieht die konventionelle Landwirtschaft für einen Rückgang an Arten mitverantwortlich. Insekten und somit auch Singvögel leiden unter immer größeren Monokulturen, moderneren Maschinen und Chemie.

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Die Öko-Anbaufläche stieg 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 14,9 Prozent auf 1,25 Millionen Hektar, bestätigte ein Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums am Sonntag in Berlin. Damit werden 7,5 Prozent aller Ackerflächen in Deutschland ökologisch bewirtschaftet. Im Vorjahr betrug der Anteil noch 6,5 Prozent. Auch die Zahl der Bio-Betriebe hat sich im vergangenen Jahr um 9,6 Prozent erhöht, wie der Sprecher bestätigte.

"Wichtige Säule der deutschen Landwirtschaft"

"Der Ökolandbau hat sich neben dem konventionellen Landbau als wichtige Säule der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft etabliert", sagte Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) den Zeitungen der "Funke"-Mediengruppe. Trotz der Fortschritte ist die Bundesregierung aber noch weit entfernt von ihrem in der Nachhaltigkeitsstrategie selbstgesteckten Ziel, den Anteil des Ökolandbaus auf 20 Prozent der gesamten Agrarfläche zu erhöhen. Allerdings wurde für die Umsetzung bislang auch noch kein konkretes Datum genannt.

Die Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt erklärte dazu, der Ökolandbau-Boom sei kein Verdienst der Bundesregierung, sondern dem Kaufverhalten der Konsumenten und der Ökobauern zu verdanken. Trotz steigender Nachfrage nach Bio-Produkten setze Agrarminister Schmidt auf eine rückwärtsgewandte Landwirtschaft. Das Ackergift Glyphosat und nitratverschmutztes Grundwasser durch industrielle Massentierhaltung seien nach wie vor trauriger Standard in der Landwirtschaft.

Am Samstag hatte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) ein Umdenken der Landwirtschaft in Richtung ökologischem Anbau gefordert. Der Insektenbestand in Deutschland habe sich in 35 Jahren um bis zu 80 Prozent verringert, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Das habe Folgen für Vögel und Fledermäuse. Das Sterben werde sich voraussichtlich weiter fortsetzen. Als eine der Ursachen nannte Hendricks den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft.

EU-Minister beraten Montag

Die Umweltministerin forderte, bei der EU-Agrarförderung Landwirte nicht mehr nach Hektarzahl zu bezahlen, "sondern nach dem, was sie für die Allgemeinheit leisten, zum Beispiel für den Artenschutz". Auch die Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat durch die EU-Kommission müsse an "effektive Auflagen zum Schutz der Artenvielfalt" gekoppelt werden.

Die Landwirtschaftsminister der EU wollen am Montag in Brüssel über einen neuen Rechtsrahmen für den ökologischen Landbau in der Europäischen Union beraten. Schmidt will sich nach eigenen Worten dafür stark machen, dass das Wachstumspotenzial des Ökolandbaus nicht ausgebremst wird. "Ich setze mich dafür ein, dass die steigende Nachfrage nach Bio-Produkten stärker durch die heimische Produktion gedeckt werden kann", sagte der CSU-Politiker.

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