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Die große Deutschland-Studie - Familien leben im Umland am besten

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Job, Kinderbetreuung, bezahlbares Wohnen - Alltagsthemen vieler Familien. Wo lässt sich das am besten vereinbaren? Eine exklusive ZDF-Studie nimmt ganz Deutschland unter die Lupe.

Archiv: Neubausiedlung in Köln, Stadtteil Weiden.
Familienfreundliches Wohnen im städtischen Umland: Neubausiedlung in Köln-Weiden.
Quelle: DPA

Mehr Platz – das ist der Traum von Familie Häusser aus Frankfurt am Main. Auf 80 Quadratmetern wohnen die beiden Marketing-Berater Catrin und Boris zusammen mit ihren beiden Jungs, Paul (6) und Tim (4). Für drei Zimmer, Küche, Bad zahlen sie 1.300 Euro warm. Bereits seit sieben Jahren sucht die Familie nach etwas Größerem. "In letzter Zeit ist das Angebot in Frankfurt noch viel teurer geworden, als es vor ein paar Jahren schon war", sagt Catrin Häusser verzweifelt. Die Häussers überlegen sogar jetzt ins Umland zu ziehen. Aber trotz der hohen Wohnkosten ist Frankfurt – wie viele Städte - für Familien attraktiv.

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Für Familien sind Städte attraktiv

Das zeigt die große Deutschland-Studie über Familien, die das Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos im Auftrag des ZDF erstellt hat. Alle 401 Städte und Landkreise wurden dabei untersucht. Das Ergebnis für Frankfurt: ein guter Platz 97 von 401. So erzielt Frankfurt beispielsweise gute Werte bei Bildung und Gesundheit.

"Für Familien ist das gesamte Umfeld wichtig", sagt Christian Böllhoff, Leiter des Prognos-Instituts. Neben der Wohnsituation waren für die Forscher daher aus insgesamt 20 Lebensbereichen Faktoren relevant, wie zum Beispiel die Betreuungssituation, die Akzeptanz des Elterngelds, aber auch Fahrtzeiten zum nächsten Supermarkt oder Freizeitangebote.

Ganz oben landete am Ende der hessische Hochtaunuskreis, gefolgt von Baden-Baden und Starnberg. "In keiner Region ist alles gut. Auch bei den Spitzenreitern gibt es Handlungsbedarf", sagt Christian Böllhoff. Und das gilt vor allem beim Thema Wohnen.

Traum vom Landleben, aber schlechte Infrastruktur

Familie Häusser hat sich auf ein Experiment eingelassen und testet für ein paar Tage das Leben auf dem Land in Dornau im Landkreis Miltenberg, 60 Kilometer von Frankfurt entfernt. Das Fazit nach drei Tagen: "Die Infrastruktur hier ist echt schwierig. Es gibt wirklich nichts, nicht mal einen Bäcker und der Bus fährt nur alle zwei Stunden." Dazu kommt die Arbeitssituation, die bei vielen Familien am Ende dazu führt, dass sie in die Stadt ziehen.

Familie Häusser zieht zur Probe aufs Land
Familie Häusser ist zur Probe aufs Land gezogen.
Quelle: ZDF/Stefan Göppert

"Die Innenstädte sind wichtiger geworden, weil nur Städte große Arbeitsmärkte bieten, wo beide Partner größere Möglichkeiten haben, einen Job zu finden", sagt Ilse Helbrecht, Städteforscherin an der Humboldt-Universität in Berlin. Gleichberechtigung also als Antriebsfeder, um in die Städte zu ziehen.

Osten vorne bei Gleichberechtigung und Kinderbetreuung

In der Gleichstellung zwischen Mann und Frau gibt es deutschlandweit eine klare Tendenz: der Osten liegt hier wie auch bei der Kinderbetreuung vor dem Westen. Besonders deutlich wird das etwa bei der Lohnlücke zwischen Mann und Frau. So verdienen beispielsweise Männer in Mansfeld im Südharz pro Monat im Schnitt drei Euro mehr als Frauen. Im Landkreis Böblingen in Baden-Württemberg sind es dagegen mehr als 1.800 Euro brutto.

Im Endeffekt hat aber jede Familie ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen davon, wie und wo sie leben möchte. Und so ist auch das Fazit der Forscher um Christian Böllhoff: "Wir haben eigentlich keine Region, die oben oder unten steht, die in allem nur gut oder schlecht ist. Entscheidend ist: Biete ich in meiner Region, was die Familien dort brauchen."

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