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Wahlstudie - Deutschtürken ziehen Merkel Erdogan vor

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Kanzlerin Merkel ist einer Studie zufolge deutlich beliebter unter Deutschtürken als der türkische Präsident Erdogan. Im Parteienvergleich bleibt die Union aber zurück.

Angela Merkel  - Recep Tayyip Erdogan am 07.03.2017 in Hamburg
Sieg nach Punkten: In der Beliebtheit liegt Kanzlerin Merkel unter Deutschtürken deutlich vorne.
Quelle: dpa

Ein schlechtes Zeugnis für den türkischen Präsidenten Erdogan: In einer Befragung durch Forscher der Universitäten Köln und Duisburg-Essen beurteilten Deutsche türkischer Herkunft ihn mehrheitlich negativ. Auf einer Beliebtheitsskala von minus fünf bis plus fünf erreichte er im Schnitt nur einen Wert von minus 2,5. Zum Vergleich: Bundeskanzlerin Angela Merkel kam immerhin auf plus 1,6.

Umfragesieger SPD

Befragt wurden nur Türkeistämmige mit deutschem Pass. Unter Migranten der ersten Generation war die Zustimmung für Merkel dabei mit plus zwei höher als bei Türkeistämmigen der zweiten. Hier war es nur ein Wert von plus eins. Der Studie zufolge wählten nur 20 Prozent der Deutschtürken die Unionsparteien. Wahlsieger wäre mit 35 Prozent die sonst schwächelnde SPD geworden. Zusammen mit 16 Prozent für die Linke und 13 Prozent bei den Grünen gäbe es in der Gruppe somit eine linke Mehrheit. Für die AfD auf der anderen Seite gab es unter den 500 Befragten keine einzige Stimme.

Auch wenn Erdogans Beliebtheitswerte im Schnitt gering ausfallen: Immerhin 12 Prozent der Deutschtürken in Nordrhein-Westfalen wählten laut der Befragung die Allianz Deutscher Demokraten. Die erst seit 2016 bestehende Partei war nur in NRW angetreten und hatte auf Plakaten mit einem Bild des türkischen Präsidenten geworben. Der Unternehmer Remzi Aru hatte sie als Reaktion auf die Armenien-Resolution des Bundestags gegründet.

Russlanddeutsche positiver zu Putin

Die Ergebnisse bei den Russlanddeutschen zeigen ein anderes Bild. Hier kam der russische Präsident Wladimir Putin mit im Schnitt plus 1,4 auf höhere Beliebtheitswerte als Kanzlerin Merkel (plus 1,1). Die stärkste Fraktion war dennoch die Union mit 27 Prozent. Danach kamen die Linken mit 21 Prozent. Auf Platz Drei folgt mit 15 Prozent die AfD, die im Wahlkampf gezielt auch Russlanddeutsche angesprochen hatte. Damit ist der Wert zwar höher als in der Gesamtbevölkerung, wo sie 12,6 Prozent erzielte, der Duisburger Politikwissenschaftler Achim Goerres betonte aber, sie sei weit hinter den medial geschürten Erwartugen zurückgeblieben.

Außerdem zeigte sich Goerres "überrascht, wie viel geringer die Wahlbeteiligung bei den beiden Gruppen war" Bei den Deutschtürken liege die Quote bei 64 Prozent, bei den Russlanddeutschen nur bei 58 Prozent. In der Gesamtbevölkerung hatten sich 76 Prozent der Wahlberechtigten an der Bundestagswahl beteiligt.

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