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Fall Özil - DFB-Chef Grindel: "Klare Worte" fehlten

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Dass er in der Affäre Özil Fehler gemacht hat, hat Reinhard Grindel schon früher eingestanden. Jetzt wurde der DFB-Chef konkreter. Er hätte sich mehr vor Özil stellen sollen.

Nach der Debatte um Ex-Nationalspieler Mesut Özil hat DFB-Chef Reinhard Grindel nun selbst Fehler eingeräumt. Für die Zukunft der Mannschaft forderte er tiefgreifende Veränderungen.

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DFB-Präsident Reinhard Grindel hat aufs Neue Fehler im Umgang mit Mesut Özil eingeräumt, einen eigenen Rücktritt aber ausgeschlossen. "Ich hätte mich angesichts der rassistischen Angriffe an der einen oder anderen Stelle deutlicher positionieren und vor Mesut Özil stellen müssen. Da hätte ich klare Worte finden sollen. Solche Angriffe sind völlig inakzeptabel. Dass er sich da vom DFB im Stich gelassen fühlte, tut mir leid", sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes in einem Interview der "Bild am Sonntag".

Nationalspieler Özil hatte sich vor der WM in Russland mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan fotografieren lassen, was zu einer heftigen öffentlichen Debatte und drei Wochen nach dem Vorrunden-Aus zu Özils Rücktritt geführt hatte. Dabei erhob er Vorwürfe gegen den DFB, Grindel, deutsche Medien und einen DFB-Sponsor. Er verspüre das "Gefühl von Rassismus und Respektlosigkeit", schrieb Özil in den sozialen Netzwerken.

Grindel: Nie Kritik an Özils sportlichen Leistungen

Mesut Özil und Recep Erdogan in London
Mesut Özil und Recep Erdogan. Quelle: dpa

Grindel wies dies zurück. Ihm sei wichtig zu betonen, dass er sich "zu keinem Zeitpunkt" zu Özils sportlicher Leistung geäußert habe. "Für mich war immer klar, dass wir zusammen gewinnen und zusammen verlieren. Einen einzelnen Spieler für das Ausscheiden verantwortlich zu machen wäre ja absurd." Er hätte sich von dem Arsenal-Profi gewünscht, dass er sich wie sein Mitspieler Ilkay Gündogan "klar und nachvollziehbar" äußert. "Das darf aber keinesfalls als Kritik an seiner sportlichen Leistung missverstanden werden. Ich hätte mir eine solche Erklärung auch gewünscht, wenn wir Weltmeister geworden wären", sagte Grindel in dem Interview.

An einen Rücktritt habe er nicht gedacht, sagte Grindel: "Ich habe sehr großen Rückhalt bei den Landesverbänden und in der Bundesliga." Auf die Frage, ob er bis mindestens zur nächsten Wahl DFB-Präsident bleibe, antwortete er: "Davon gehe ich fest aus."

Soll "Die Mannschaft" abgeschafft werden?

Im Zuge der angemahnten Reformmaßnahmen kündigte Grindel an, dass der Begriff "Die Mannschaft" abgeschafft werden könnte. Dieser werde an der Basis "als sehr künstlich empfunden" und sollte "auf den Prüfstand" gestellt werden, sagte er. Eine größere Nähe zu den Fans sollte durch mehr öffentliche Trainingseinheiten oder niedrigere Ticketpreise erzeugt werden, kündigte der 56-Jährige an.

Für den ebenfalls in die Kritik geratenen Teammanager Oliver Bierhoff wird es laut Grindel Entlastung geben durch einen Leiter der neuen DFB-Akademie und einen Nachfolger von Horst Hrubesch als Sportdirektor. "Ansonsten muss er in den nächsten Monaten selbst überprüfen, ob er das alles leisten kann, das haben wir so auch verabredet", sagte Grindel über den früheren Nationalstürmer.

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