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Reiner Hoffmann wiedergewählt - DGB-Chef fordert "Tarifbindung für alle"

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Reiner Hoffmann will den DGB fit für die Zukunft machen, denn Tarifbindung sei auch bei der Digitalisierung ein Schutz. Die Politik müsse aber noch etwas anderes sicher stellen.

DGB-Chef Reiner Hoffmann am 14.05.2018 in Berlin
DGB-Chef Reiner Hoffmann am 14.05.2018 in Berlin
Quelle: dpa

DGB-Chef Reiner Hoffmann setzt auf eine Ausweitung von Tarifverträgen in der deutschen Wirtschaft. "Gute Arbeit für alle heißt für uns Tarifbindung für alle", sagte der am Montag frisch wiedergewählte Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes in seiner Grundsatzrede. Ob Digitalisierung, Globalisierung, Klimawandel, Migration und Flucht oder die demografische Entwicklung – vor den acht Gewerkschaften des DGB lägen noch viele Aufgaben.

Was wir erleben, ist die Entstehung eines digitalen Kapitalismus, den wir zivilisieren müssen.
Reiner Hoffmann, DGB-Chef

"Was wir erleben, ist die Entstehung eines digitalen Kapitalismus, den wir zivilisieren müssen", betont der DGB-Chef. Dies solle mit einer starken Tarifbindung geschehen. Dem "digitalen Tagelöhnertum" vieler Solo-Selbstständigen müsse zudem mit Änderungen der gesetzlich definierten Begriffe des Arbeitgebers und des Betriebs begegnet werden.

DGB-Chef: Brauchen Vollbeschäftigung und gute Arbeit

"In welche Richtung die Reise geht entscheiden immer noch wir", rief der DGB-Chef den Teilnehmern auf dem Bundeskongress zu. "Wir stehen für Solidarität und gegen Spaltung." Die Erfahrung habe gezeigt: Je mehr Menschen sich demokratisch beteiligen, je stärker sie solidarisch für ihre Interessen eintreten, desto erfolgreicher seien sie gemeinsam.

Wenn die Bundesregierung von Vollbeschäftigung sprechen, müsse sie auch von guter Arbeit sprechen, forderte Hoffmann. Einer Arbeit, die auch im Alter ein Leben in Würde ermögliche. "Gute Arbeit bedeutet, dass alle Beschäftigten ein Anrecht auf gute Bildung, Qualifizierung und persönliche Entwicklungschancen haben", sagt der DGB-Chef. Das alles lasse sich laut Hoffmann nur erreichen, wenn die Beschäftigten ihre Interessen wirksam gegenüber Arbeitgeber durchsetzen könnten: "durch Tarifvertrag, Mitbestimmung und starke Arbeitnehmerrechte".

"Wir brauchen ein Recht auf Weiterbildung"

Doch angesichts der Digitalisierung würden mehr und mehr Menschen von Abstiegssorgen geplagt. Bis in die Mitte der Gesellschaft hinein mache sich die Sorge breit, ob die soziale Marktwirtschaft ihr Wohlfahrtsversprechen noch einlösen könne.

Wir brauchen ein Recht auf Weiterbildung. Es muss finanziell sichergestellt sein, dass sich alle Menschen weiterbilden können.
Reiner Hoffmann, DGB-Chef

Es sei die Aufgabe der Gewerkschaften, die Digitalisierung als Chance zu nutzen, um gute Arbeit zu gestalten und nicht den Maschinen die Vorherrschaft zu überlassen. Auch wenige Multis dürften nicht durch ihre beinahe grenzenlose Marktmacht zur Gefahr für die Demokratie werden.

"Was wir brauchen ist ein Kulturwandel, ist mehr Bildung für alle", fordert Hoffmann. Beschäftigte müssten über ihre gesamte Erwerbsbiografie die Möglichkeit haben, Neues zu lernen. Präventive Bildungsstrategien seien dringend nötig, wenn Arbeitslosigkeit und Rationalisierung durch die Digitalisierung verhindert werden solle. Der DGB-Chef fordert: "Wir brauchen ein Recht auf Weiterbildung". Es müsse finanziell sichergestellt sein, dass sich alle Menschen weiterbilden können. So könne Beschäftigung gesichert und berufliche Entwicklung ermöglicht werden.

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