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Tag der Arbeit - DGB-Chef Hoffmann kritisiert Tarifflucht

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Zum 1. Mai gehen deutschlandweit wieder Zehntausende auf die Straße. Die Chefs von DGB und Verdi fordern dabei Sanktionen gegen Unternehmen, die nicht tarifgebunden sind.

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Reiner Hoffmann, hat zum 1. Mai vor den Folgen zunehmender Tarifflucht gewarnt. Auf der zentralen Mai-Kundgebung des DGB in Leipzig mahnte Hoffmann zudem ein sozialeres Europa an. Gewerkschaftskundgebungen gab es auch in zahlreichen weiteren Städten.

Hoffmann kritisierte in seiner Rede, dass es 30 Jahre nach der Wiedervereinigung immer noch nicht gelungen sei, gleichwertige Lebensverhältnisse in Deutschland herzustellen. Zwar sei die Lohnlücke zwischen Ost und West in den Unternehmen mit Tarifbindung nahezu geschlossen. Zur Wirklichkeit in den ostdeutschen Ländern gehöre es aber auch, dass nur noch 44 Prozent der Beschäftigten unter den Schutz von Tarifverträgen fielen. Doch auch im Westen sei die Tarifbindung mit 57 Prozent unwesentlich besser.

Wir werden es nicht hinnehmen, dass die Kapitalisten nahezu täglich Tarifflucht betreiben.
DGB-Chef Reiner Hoffmann

"Wir werden es nicht hinnehmen, dass die Kapitalisten nahezu täglich Tarifflucht betreiben", sagte Hoffmann. Um dem entgegenzutreten, forderte er unter anderem, dass Fördergelder und Investitionshilfen nur noch an Firmen vergeben werden, die Tariflöhne zahlen. "Es ist doch ein Unding, dass wir mit unseren Steuergeldern auch noch Lohndumping unterstützen", sagte der DGB-Chef.

Verdi-Chef wirbt für Rentenpolitik des Arbeitsministers

Die Mai-Kundgebungen des DGB stehen auch mit Blick auf die Europawahlen am 26. Mai in diesem Jahr unter dem Motto "Europa. Jetzt aber richtig!". Hoffmann forderte "ein sozialeres Europa", das "für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen sorgt". Vor nach Teilnehmerangaben rund 2.000 Menschen auf dem Leipziger Markt erinnerte Hoffmann daran, dass die deutsche Wiedervereinigung auch Europa zu verdanken sei.

Auch Verdi-Chef Frank Bsirske forderte zum Tag der Arbeit eine Stärkung der Tarifbindung in Deutschland. "Öffentliche Aufträge sollten künftig nur noch an tarifgebundene Unternehmen vergeben werden", erklärte er. Hier seien nicht nur Gewerkschaften gefragt, sondern auch die Politik. Bsirske warb außerdem für den von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) vorgesehenen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Heil stelle sich mit seinen Plänen für eine Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung an die Seite der Menschen mit niedrigen Einkommen, lobte er.

Traditionell mobilisiert die Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung am 1. Mai für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne. Bsirske rief auch zur Beteiligung an der Europawahl auf, die in diesem Jahr richtungsweisend sei. Klimawandel, Finanzkrisen, Flüchtlingsbewegungen, Terrorismus und internationale Handelskonflikte erforderten ein Mehr an Zusammenarbeit.

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