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50 Jahre BZgA - "Tina, watt kosten die Kondome?“

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Sexuelle Aufklärung, Drogen und Vorsorge - viele Themen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sind seit 50 Jahren die gleichen. Geändert hat sich die Ansprache der Zielgruppen: früher noch mit erhobenem Zeigefinger im Lehrfilm, nutzt die BZgA heute alle medialen Kanäle.

Der diesjährige Schwerpunkt des Digitalgipfels liegt bei der Gesundheit. Besonders für ältere Menschen gibt es interessante Neuigkeiten, beispielsweise um länger selbstbestimmt in der eigenen Wohnung bleiben können.

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"Tina, watt kosten die Kondome?“ Die legendäre Frage zu den Kondompreisen brüllt seinerzeit Hella von Sinnen in der Rolle einer Kassiererin im Supermarkt quer durch den Laden. Und bringt einen verschämten Kunden damit mächtig in Verlegenheit. Der Spot ist wohl der bekannteste in der Reihe "GIB AIDS KEINE CHANCE!".

In den 80er Jahren soll die Kampagne das Bewusstsein der Bevölkerung für diese neue und gefährliche Krankheit schärfen: offen und unverkrampft. 27 Millionen Faltblätter werden an alle Haushalte verteilt. Jeder Bürger soll wissen: GIB AIDS KEINE CHANCE. Es ist die größte und bekannteste Gesundheitskampagne in Deutschland. Verantwortlich dafür ist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Bitte auch mal baden gehen

Gesundheit für alle - wer will das nicht? Eine möchte es ganz besonders: Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Und das seit nunmehr 50 Jahren. Und wie sie ihren Auftrag umsetzt, zeigt auch, wie sich unsere Gesellschaft wandelt.

Am Anfang war der Zeigefinger: "An einen gewaschenen Körper gehört stets auch saubere Wäsche. Sauberkeit bedeutet Krankheiten vorzubeugen", doziert der Sprecher im Film "Der Schmutzfink" von 1955. Darin geht es um grundlegende Körperhygiene, die im Nachkriegsdeutschland als viele Wohnungen noch nicht über ein eigenes Bad verfügten keineswegs selbstverständlich war.

"Irgendwann will man mehr als nur küssen."

Sex und sexuelle Aufklärung, das ist und bleibt ein Dauerthema der Gesundheitserziehung. Darüber spricht man in den immer noch verklemmten 60er Jahren nicht. Doch die Pille und die sexuelle Revolution sind gepaart mit etlichen Filmen der staatlichen Gesundheitsförderer, denn: "Irgendwann will man mehr als nur küssen." Der Film "Helga - Vom Werden des menschlichen Lebens" läuft 1967 mit für damalige Zeit sehr freizügigen Aufnahmen sehr erfolgreich in den Kinos. Zehn Jahre lang wird die deutsche Nation mit diversen Filmen betont sachlich und wissenschaftlich aufgeklärt, nicht von den Eltern sondern von Staats wegen in der Film-Sprechstunde: "Wenn es zum Geschlechtsverkehr mit Samenerguss kommt, sind die Spermien in der Scheide - vielen Dank, Herr Doktor."

Aufklärung und Prävention bleiben große Aufgaben bis heute, inzwischen differenziert nach Alter, Kulturkreis und sexueller Orientierung, genau wie Hilfen für Schwangere.

Was will die BZgA - was ist Gesundheit eigentlich?

Entsprechend des gesellschaftlichen Wandels positioniert sich die BGzA in den 80er Jahren neu. Jeder ist für seine Gesundheit selbst verantwortlich. Dementsprechend wird das Bewusstsein geschärft, und das bedeutet eben: Aufklären wie bei der AIDS-Kampagne und dem Einzelnen Entscheidungsfreiheit geben. Gesundheit wird nicht mehr als Abwesenheit von Krankheit definiert. Vielmehr ist es jetzt das Ziel, Gesundheit zu erhalten durch entsprechende Lebensweise zu fördern und zu erhalten, Prävention eben. Und auch die ändert ihre Themen: Heute geht es um Stressreduzierung, Fettleibigkeit, Ernährung, Diabetes und immer wieder sexuelle Gesundheit. Dafür nutzt die BGzA alle medialen Kanäle, abgestimmt auf die jeweiligen Zielgruppen mit besonderer Ansprache.

Zigaretten- und Drogenkonsum

Ein Ergebnis gelungener Prävention (zusammen mit gestiegenen Preisen) belegen beispielhaft diese Zahlen: Der Zigarettenkonsum Jugendlicher ist zwischen 2001 und 2015 von 28 auf acht Prozent gesunken.

Aber härtere und auch illegale Drogen sind nach wie vor eine Herausforderung, wie der regelmäßige Bericht zu deren Konsum belegt. In dessen Folge entstand der "Nationale Drogenbekämpfungsplan", den die BGzA gemeinsam mit der Bundesregierung umsetzt.

Gesundheit und sozialer Status

Gesundheit ist eng verknüpft mit sozialem Wohlergehen. Denn Menschen in schwierigen Lebenslagen, wie zum Beispiel Armut, haben weniger Gesundheitsbewusstsein, sind öfter krank und sozial ausgegrenzt. Gesundheitserziehung befördert deshalb immer auch das Gesamt-Wohlergehen und ist eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft.

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