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Vor dem G20-Gipfel - Donald Trump gegen den Rest der Welt

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Aus den G7 wurde zuletzt die G6 gegen Trump - und beim G20-Gipfel in Hamburg droht ein ähnliches Phänomen. Das Interessante daran: US-Präsident Donald Trump kann das herzlich egal sein. Seine Wähler kümmert es nicht. Im Gegenteil: Sie bevorzugen die Isolation sogar.

Streitpunkte beim G20-Gipfel gibt es genug, etwa die Klimapolitik von US-Präsident Trump. Wie soll Gastgeber Deutschland damit umgehen? Trump isolieren?

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Der Präsident ist ja Gegenwind gewohnt. Die ganze US-Wahl über blies er ihm kräftig entgegen. Und umso mehr es windet, desto besser fühlt er sich. Trump liebt die Rolle des Aufmischers, er badet in der Verachtung seiner Gegner. Der Entrüstungssturm der sogenannten Eliten garantiert ihm sein politisches Überleben. Seine Anhänger verachten das Establishment.

Ulf Röller
Ulf Röller, ZDF-Studio Washington Quelle: ZDF

Was uns zum G20-Gipfel in Hamburg bringt: Internationale Treffen, auf dem andere Länder Amerika sagen, was die angeblich größte Nation auf Erden zum Bespiel zum Klimawandel zu denken hat, sind bei den Trump-Anhängern so beliebt wie Versuche, das Recht auf Waffenbesitz abzuschaffen. Trump hat seinen Anhängern versprochen: Amerika zuerst. Und das heißt: Die anderen 19 Länder haben sich an Amerika auszurichten, nicht umgekehrt.

Isolation? Kein Problem für Trump

Trump hat keine Probleme auf internationaler Bühne isoliert dazustehen. In Brüssel fauchte er die anderen NATO-Partner undiplomatisch an, weil sie ihre Rechnung nicht zahlten. In Taormina auf dem G7-Gipfel stellte er sich gegen den Rest in Fragen des Klimawandels. Er trägt die Isolation wie eine Ehrennadel, als einer, der die Welt herausfordert, um für die Globalisierungsverlierer daheim, die ihn wählten, zu punkten.

Allerdings darf man eins nicht vergessen. So sehr Trump Gegenwind als Bestätigung für seine Politik nimmt, so sehr ist er auch selbst eine gigantische Windmaschine. Noch im Wahlkampf hatte er den Chinesen einen Wirtschaftskrieg angedroht. Mittlerweile spricht er nicht mehr davon. Er hat gelernt, dass auch die Amerikaner leiden würden. Das Gleiche gilt bisher für den Freihandel. Wegen der Handelsüberschüsse wollte er unter anderem gegen deutsche Produkte Strafzölle verhängen. Bisher droht der Präsident nur weiter, schmeißt vor dem Gipfel noch mal kräftig die Windmaschine an. Trump macht oft Show für die Daheimgebliebenen.

Duell der Superpräsidenten

Ja, die liebe Heimatfront. Die ist nicht nur für US-Präsidenten wichtig. Auch die Bundeskanzlerin will kurz vor der Bundestagswahl den Gipfel als Siegerin verlassen. Trump zu verhauen, das gefällt dem deutschen Wähler. Die mahnenden Worte kommen zwar gut an, haben aber einen hohen Preis. Umso mehr Merkel Trump kritisiert, desto mehr wird er die Windmaschine anwerfen. Am Ende stellen dann die Amerikaner nicht nur die Klimapolitik in Frage, sondern steigen auch noch aus dem Freihandel aus. Helfen tut das niemandem. Mal sehen, für was sich Trump und Merkel entscheiden. Die Heimatfront und Konflikt - oder Formelkompromisse im Abschlussbericht, die jeden das Gesicht wahren lassen und den internationalen Krach vermeiden.

Apropos krachen: Da hätten wir fast das Treffen des Jahres vergessen. Die Parade der ultimativen Alpha-Tiere. Das Duell der breitbeinig daherkommenden Superpräsidenten. Na klar, Trump und Putin. Ich kann das Händeschütteln der beiden gar nicht abwarten. Wer lässt zuerst los, wer kommt cooler daher, wer lehrt den anderen das Fürchten. Zumindest vor der Wahl wollte Trump ja mit Putin noch kuscheln. Das könnte jetzt schwierig werden.

Die Republikaner fordern eine harte Gangart gegen den Russen. Sie glauben im Gegensatz zu Trump fest daran, dass der russische Präsident massiv versucht hat, die letzte US-Wahl zu manipulieren. Dafür wollen sie Rache, sprich die Sanktionen gegen Moskau weiter verschärfen. Und auch im Syrien-Krieg wollen Trumps Generäle Russland stärker die Stirn bieten. Auch da stehen die Zeichen auf Konflikt. Der US-Präsident hat also für Nettigkeiten wenig Spielraum. Wie gesagt: Ich freue mich schon auf das Händeschütteln der beiden.

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