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Weltwirtschaft - Die fünf Unglückseligkeiten des IWF

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Der Internationale Währungsfonds schlägt Alarm. Eine neue Wirtschaftskrise sei möglich. Der IWF sendet deshalb unmissverständliche Signale nach Europa, China und in die USA.

Broker an der New Yorker Börse beim Betrachten des Börsenkurses
Broker an der New Yorker Börse beim Betrachten des Börsenkurses Quelle: dpa

Warnen, mahnen, zahlen: Der Internationale Währungsfonds (IWF) mit Sitz in Washington ist eine Art Frühwarnsystem unter dem Dach der Vereinten Nationen, was weltwirtschaftliche Belange angeht. Seine Prognosen werden international sehr ernst genommen, denn beim IWF läuft eine schier unglaubliche Menge an Daten und Fakten aus allen Ecken der Welt zusammen.

Und wenn die Organisation nun schätzt, dass das Wachstum der globalen Wirtschaft sich um 0,2 Prozentpunkte verringern wird - dann spricht man von Billionen Dollar. Das ist kein Pappenstiel, und um so ärgerlicher finden es viele Ökonomen, dass dies im Wesentlichen auf den Handelskrieg zwischen den USA und China zurückzuführen ist.

Handelskrieg trifft Schwellenländer

Denn die gegenseitigen Zollerhebungen und Handelshemmnisse, die ja gerade sogar noch verschärft werden, treffen gänzlich unbeteiligte Schwellenländer. Sei es, dass sie weniger zuzuliefern haben - etwa Textilfabrikanten in Vietnam, sei es, dass sie Währungsturbulenzen ausgesetzt sind und nicht anders können als einheimische Zinsen anzuheben: Gift für eine kreditfinanzierte Volkswirtschaft.

In Indonesien, wo just im Moment der IWF tagt, hat man enorme Auslandsschulden, die zum großen Teil in Dollar abzurechnen sind. Die, so sagen Ökonomen, weitgehend künstlich herbeigeführte Stärke des Dollar zwingt den Schwellenländern höhere Zinszahlungen auf und schwächt den nationalen Ausgabenspielraum. Gleichzeitig werden ihre Exporte in die Märkte der Industriegesellschaften teurer und damit weniger, ein durchaus zu beachtender Teufelskreis.

Die Verschuldung wächst weltweit

Aber der amerikanische Präsident Donald Trump und sein nicht zu unterschätzender chinesischer Sparringspartner Xi Jinping sind nicht Urheber der Misere, wenn es denn eine ist: Weltweit wächst die Verschuldung von Staaten, Unternehmen und Privathaushalten. Die Phase niedriger Zinsen dauert nun seit bald zehn Jahren an und hat vielerorts nicht etwa zur Sanierung der Haushalte beigetragen, sondern nur zu einem Boom - und das fast weltweit.

Was in Zeiten steigender Zinsen mit den Schulden passieren könnte, das ist es, was den IWF umtreibt. Kein Wunder: Der Währungsfonds und seine Schwesterorganisation, die Weltbank, stehen im Notfall mit Hilfszahlungen bei, welche wiederum von den Mitgliedsstaaten finanziert werden müssen. Harsche Auflagen für Schuldnerstaaten machen den Fonds dann meist erst richtig unbeliebt - auch wenn die betroffenen Nationen ohne den IWF eine Staatspleite erklären müssten.

Die fünf Unglückseligkeiten des IWF

Momentan stehen wieder solche Länder wie Argentinien oder gar Brasilien unter Beobachtung. Überschuldung, zu hohe Staatsausgaben, Arbeitslosigkeit, Armut und fehlende Rechtssicherheit - das sind die fünf Unglückseligkeiten des IWF. Abhilfe ist schwer, das weiß man auch in der westlichen Welt.

Beispielsweise gibt es in Griechenland wieder marode Banken mit Milliardendefiziten: Niemand weiß so recht, warum im Zuge der Rettungsaktionen des Europäischen Stabilitätsfonds die Sanierung nicht gelungen ist. Und am Horizont droht Italiens hohes Staatsdefizit, das nach dem Willen der dort herrschenden rechts-linksradikalen Regierung sogar noch wachsen soll.

Der IWF, einstmals zuständig für die verarmten Staaten der Dritten Welt, sendet seine unmissverständlichen Signale nun nach Europa, China, und Amerika. Wenn die Großen der Welt weiter so wirtschaften wie bisher, geben sie nicht nur ein schlechtes Beispiel, sondern spielen auch Domino mit dem Schicksal ganzer Regionen. Wenn nicht gar russisches Roulette.

Fünf Risiken für die Weltwirtschaft

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